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Klimawandel : Die Badewanne läuft irgendwann über

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Forscher Hans von Storch referierte in der Ferring-Stiftung. Der Meeresspiegel soll bis zum Ende des Jahrhunderts um 20 bis 80 Zentimeter steigen.

Ausgerechnet wegen des Sturmtiefs „Christian“ am 28. Oktober 2013 fiel der Vortrag „Stürme und Sturmfluten an der Westküste“ von Professor Hans von Storch aus. Der Direktor des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum in Geesthacht und Professor am Meteorologischen Institut der Universität Hamburg kam damals nur bis Dagebüll – zum Glück, wie man heute sagen kann.

Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben sagten sich die Föhrer Lions-Brüder und luden zu einem neuen Termin in den Vortragssaal der Ferring-Stiftung. So war die Veranstaltung mit dem gebürtigen Wyker sehr gut besucht und der Wissenschaftler verstand es mit launigen Worten und einfachen Grafiken die Ergebnisse und Prognosen seiner Forschungen darzustellen.

„Wenn wir vergessen, dass es gefährlich werden kann, dann wird es gefährlich“, mahnte der Forscher, der am Beispiel eines Kindes in der Badewanne Antworten auf die beiden zentralen Fragen suchte: „Haben wir vermehrt schwere Stürme? Steigt der Meeresspiegel an?“ Anhand zahlreicher Daten aus der Vergangenheit und verschiedener Szenarien für die Zukunft wird von den Wissenschaftlern erwartet, dass der Meeresspiegel in der Nordsee bis zum Ende des Jahrhunderts um 20 bis 80 Zentimeter steigen wird. Eine signifikante Zunahme von schweren Stürmen konnte von Storch dagegen nicht bestätigen, oder mit seinen Worten ausgedrückt: „Das Kind in der Badewanne ist nicht lebhafter geworden, aber das Wasser in der Wanne steigt.“

„Wie können wir mit der Gefahr besser umgehen, was sind wir bereit hinzunehmen und was wollen wir auf keinen Fall?“, fragte der Referent weiter. Nach den Antworten auf diese Fragen richten sich dann die Maßnahmen, die die Gesellschaft in Angriff nehmen müsse. Sturmfluten seien eine reale Gefahr für die deutschen Küsten und würden durch Klimawandel und Wasserstraßenausbau beeinflusst. Kurzfristig bestehe noch kein akuter Handlungsbedarf, so der Küstenforscher, mittelfristig ab zirka 2030 aber schon. Bis dahin gelte es weiterhin, belastbare Daten zu sammeln und bessere Modelle zu entwickeln, denn: „Solange die Experten für ihre Modelle streiten, ist alles in Ordnung. Schlimm wird es, wenn sich alle einig sind!“

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