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Föhrer Tafel : Die Akzeptanz ist gewachsen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Einrichtung findet inzwischen breite Unterstützung in der Bevölkerung. Die Hemmschwelle bei den Kunden ist ebenfalls gesunken.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 11:45 Uhr

Der Gang zur Föhrer Tafel wird nicht mehr als Makel empfunden und auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist spürbar gewachsen. Diese positive Bilanz ziehen die Verantwortlichen, allen voran die Vereinsvorsitzende Annemarie Linneweber, rückblickend auf das Jahr 2013.

113 Insulaner waren zum Jahresende angemeldet, ein leichter Rückgang zum vorangegangenen Geschäftsjahr. Kein Grund zur Entwarnung, denn die zunehmenden Lebenshaltungskosten zwingen so manchen mit kleinem Geldbeutel, sich in Richtung Festland zu verabschieden. Aber es gibt sie, die Fälle, in denen Kunden ihre finanzielle Situation verbessern und den Tafel-Ausweis zurückgeben konnten. Dass die Verbundenheit auch dann noch Bestand hat, zeigt der Fall einer „Ehemaligen“, die zum Weihnachtsfest bunte Mützen für die Kinder strickte.

Es ist nicht lange her, da wurden Mitarbeiter des Vereins im Rahmen ihrer Aktion „Kauf 2 – Gib 1“ in den hiesigen Supermärkten als Bettler beschimpft. Eine Aktion, bei der sich jeder mit einem kleinen Zusatzeinkauf an der Tafelarbeit beteiligen kann. Bis auf wenige Ausnahmen seien die Zeiten, in denen diese Aktion auf Kritik stieß, vorbei, betont Linneweber, und begrüßt das Umdenken. Die Unterstützung der Mitmenschen auf der Insel, die nur sehr wenig Geld zum Leben haben, sei nicht nur Aufgabe der rund 40 aktiven und 110 passiven Tafel-Mitglieder, sondern sollte allen Insulanern am Herzen liegen.

Zumal die Bedeutung nicht zu unterschätzen sei. Denn während im Rahmen der regelmäßigen Fahrten des Tafeltransporters hauptsächlich Milchprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Obst, Gemüse und Backwaren, die allesamt ein kürzeres Ablaufdatum aufweisen, abgeholt werden, spült die gelebte Solidarität mit Kaffee und Tee, Nudeln, Zucker und Mehl oder Hygiene-Artikeln und Waschmitteln immer wieder Waren ins Tafelhaus, die sonst eher selten verfügbar sind. „Wir sind dankbar, dass nahezu alle Kaufleute der Insel Waren an uns abgeben“, betont Annemarie Linneweber, dass dies die wichtige Hilfe erst ermöglicht.

Das soziale Engagement der Ehrenamtlichen wird durch deren Herzlichkeit abgerundet. Ein wichtiger Grund für die abnehmende Hemmschwelle. Viele Insulaner mit kleinem Geldbeutel haben inzwischen keine Scheu mehr, bei der Tafel einzukaufen. Und die Mitarbeiter bekommen bei der Warenausgabe ebenfalls etwas zurück: „Gäbe es hier keine Tafel, wüsste ich manchen Monat nicht, wie ich über die Runden kommen sollte“ sind Sätze, die den aktiven Einsatz belohnen.

Potenzielle aktive oder passive Mitglieder können sich jederzeit an den Vorstand wenden. Der darüber hinaus zuversichtlich in die Zukunft blickt, wie die Vorsitzende betont: „Mit dieser tollen Unterstützung der Insulaner können wir das – leider notwendige – Projekt ‚Föhrer Tafel’ beruhigt weiterführen“.

 

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