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Insel-Bote

19. Oktober 2017 | 17:12 Uhr

In Wyk : Deutlich abgespeckte Pläne

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Abriss oder Sanierung? Um die Zukunft der Südstrand-Kurverwaltung wurde kontrovers diskutiert. Nur noch zwei Nutzer sind an einem Nachhaltigkeitszentrum interessiert.

von
erstellt am 12.Feb.2017 | 13:00 Uhr

Es waren hochtrabende Pläne, die da vor einigen Jahren durch die Wyker Politik geisterten: Die ehemalige Südstrand-Kurverwaltung, angeblich rott und vielen auch optisch ein Dorn im Auge, sollte abgerissen und durch ein „Nachhaltigkeitszentrum“ ersetzt werden, das neben den Ausstellungen von Nationalpark-Haus und Schutzstation Wattenmeer auch die Energiegenossenschaft Föhr und weitere Nutzer beherbergen könnte, die sich mit Ideen zum nachhaltigen Leben und Wirtschaften beschäftigen. Das Haus, so hieß es noch vor drei Jahren, könne zum Mittelpunkt eines Biosphärenreservats Föhr werden.

Doch nun wird wohl alles eine ganze Nummer kleiner ausfallen, denn als potenzielle Nutzer sind nur noch die Schutzstation, deren Wattwerkstatt jetzt schon in dem Haus am Ende der Badestraße zu finden ist, und der Nationalpark übriggeblieben, der seine im Dachgeschoss des Amtsgebäudes untergebrachte Ausstellung neu konzipieren und an einen leichter erreichbaren Ort verlegen möchte. Und von Abriss und Neubau ist auch nicht mehr die Rede.

Diese abgespeckte Version, für die man sich Zuschüsse aus dem Förderprogramm „ITI Westküste“ erhofft, war jetzt Thema im Finanzausschuss, der einen Grundsatzbeschluss zu deren Umsetzung fassen und eine entsprechende Empfehlung an die Stadtvertretung abgeben sollte. Dies erfolgte dann auch bei fünf Ja-Stimmen und vier Enthaltungen, aber erst nach einer ausufernden Diskussion.

Vor zwei Jahren hatte die Stadtvertretung beschlosen, das Projekt bei „ITI“ anzumelden, von dort wurde nun als Voraussetzung für eine endgültige Bewertung der Förderfähigkeit eine neue Machbarkeitsstudie und eine Aktualisierung des Konzeptes gefordert. Doch etlichen Ausschussmitgliedern mochte es nun ganz und gar nicht schmecken, die beiden Ausstellungen im bestehenden Gebäude zusammenzuführen.

„Auch wenn wir diese Bruchbude umbauen, bleibt es eine Bruchbude. Das macht mir Bauchschmerzen“, meinte etwa Peter Schaper (SPD). „Meine innere Stimme sagt mir, wir sollten das irgendwo anders machen, aber der Spatz in der Hand ist immer noch besser als die Taube auf dem Dach“, befand Silke Ofterdinger-Daegel (KG). „Mir tut es weh, viel Geld in dieses Gebäude zu investieren. Das ist Flickschusterei und in zehn Jahren sitzen wir dann wieder da“, meinte ihr Fraktionskollege Jürgen Huß und regte an, das bestehende Haus in 1-A-Wasserlage teuer zu verkaufen und mit dem Erlös woanders das abgespeckte Nachhaltigskeitszentrum neu zu bauen. Für Schaper wäre das Gelände im benachbarten Wäldchen dafür ideal.

Ganz anders sah das Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU): „Das Haus wird kaputt geredet, aber Fachleute sagen, man kann das aufhübschen“, erklärte er. Außerdem habe das Land signalisiert, dass das Konzept nur in dieser Lage zuschussfähig sei.

Und Till Müller (Grüne) betonte, dass es wichtig sei, auch in solch exponierten Lagen öffentliche Nutzungen zu erhalten. „Es wäre falsch, dieses Grundstück zu veräußern“, meinte er. Claudia Andresen (CDU) bemängelte, dass eine Diskussion immer erst in Gang komme, wenn die Abstimmung ansteht. „Über Jahre wurde nichts gesagt, und jetzt kommen die Bedenken“, pflichtete ihr Dirk Hartmann von den Grünen bei.

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