Jugend im Aufbruch : Der Sound von 1968

Hatte 90 Original-Singles im Gepäck: Discjockey Clas Broder Hansen.
Hatte 90 Original-Singles im Gepäck: Discjockey Clas Broder Hansen.

Rebellisch und progressiv: Ein Abend mit Musik vom Plattenteller in sattem Mono in der „Blauen Maus“.

shz.de von
23. Juli 2018, 18:15 Uhr

Es war wieder ein Abend der besonderen Art in der rappelvollen „Blauen Maus“. Nach der erfolgreichen Veranstaltung „Summer of Love 1967“ im vergangenen Jahr gab es nun eine musikalische Neuauflage in Sachen Nostalgie: Clas Broder Hansen legte die Singles des Jahres 1968 auf und nahm das Publikum mit auf eine Reise in die Welt der Musik von vor genau 50 Jahren.

Das Jahr 1968 wurde geprägt von einer Jugend, die sich im Aufbruch befand. Die Haare waren lang, die Röcke kurz und die Musik wild, rebellisch und progressiv.

Clas Broder Hansen hatte wieder ganz tief in sein Archiv gegriffen, das einen Schatz von zirka 9000 Singles beherbergt. Nicht weniger als 90 Songs auf Vinyl hatte er für diesen besonderen Abend im Gepäck. Alles Originalsongs, versteht sich.

„Bis ich einen Jahrgang nach den Kaufdaten sortiert, eine schriftliche Kartei angelegt und Nachschlagewerke für weitere Informationen durchsucht habe, vergeht schon sehr viel Zeit“, sagte Hansen schmunzelnd. Dass ihm dieser Abend sehr viel Spaß gemacht hat, war ihm anzusehen. „Eine Playlist für einen Musikabend zu erstellen, das hört sich einfach an, ist es aber nicht“, erklärte er. Die Gesamtheit des Jahres 1968 sollte abgebildet und abwechslungsreich auf das Publikum abgestimmt werden. Dazu gehören viele bekannte Stücke, aber auch die, die nicht in den Charts vertreten waren. „Oft unterschätzt werden auch die B-Seiten mancher Singles, die durchaus erfolgreich und etwas Besonderes waren.“

Dass Hansen ein Musikexperte und Kenner auf diesem Gebiet ist, daran kam kein Zweifel auf. Gekonnt führte er mit seinem schier unerschöpflichen Wissen durch den Abend, gab immer wieder Informationen zu den Songs und ihren Interpreten, und beantwortete geduldig die vielen Fragen aus dem Publikum.

Man musste kein großer Mathematiker sein: 90 Singles am Stück versprachen einen langen Abend. Dazu kamen die Zugaben. Jeder Gast hatte wieder die Möglichkeit, nach einem gehörten Lied mit einem oder zwei Bierdeckeln pro Person für seinen persönlichen Favoriten zu stimmen. Hier lag mit Abstand „Suzanne“ von Leonard Cohen vorn, gefolgt von „Think“ von Aretha Franklin und „Yummy, Yummy, Yummy“ von Ohio Express. Klar, das die Tanzbeine dazu nochmals kräftig geschwungen wurden.

„Es war toller und unterhaltsamer Abend“, stellte Hansen am Ende zufrieden fest und kündigte an: „Vielleicht gibt es ja im nächsten Jahr eine Reise in das musikalische Jahr 1969.“

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