Übung aller Wehren : Der Rauch kam aus der Nebelmaschine

Die Amrumer Feuerwehren beweisen bei der Amtswehrübung ihr gutes Zusammenspiel.

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17. Februar 2009, 11:39 Uhr

Amrum | Sollte es etwa schon wieder in der Gemeinde Norddorf brennen, fragten sich vermutlich einige Spaziergänger als die Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr mit Blaulicht und Sondersignal ausrückten. Fahrziel war das ADS-Schullandheim "Ban Horn" in den Dünen an der Nordspitze.

Hier sollte laut Alarmmeldung durch die Kreisleitstelle ein Feuer im Nordflügel ausgebrochen sein. Zudem sollten sich noch Personen im Gebäude befinden. Beim Eintreffen am Einsatzort ließ Wehrführer Andreas Knauer umgehend von einer Gruppe eine Wasserversorgung von dem etwas entfernt liegenden Bohrbrunnen aufbauen. Er selbst wurde mit der zweiten Gruppe von der Leiterin des Schullandheims, Birgit Schlerff, empfangen.

Sie selbst hatte den Brand bei der Leitstelle in Husum gemeldet. Da das Gebäude zurzeit keine Belegung hat, war es für sie, die kurz vor Ausbruch des Feuers spielende Kinder auf dem Gelände beobachtet hatte, nicht klar ersichtlich, wie viele Personen im Gebäude sein könnten. Außerdem vermisste sie ihren Besuch vom Festland.

Knauer, der zwischenzeitlich die ersten Atemschützer zur Erkundung vorrücken ließ, musste nun erstmal von dem schlimmsten Szenario ausgehen und alarmierte weitere Kräfte der Insel nach. Auf Grund der starken Rauchentwicklung im Gebäude waren wieder die Atemschutzgeräteträger aller Wehren gefragt. Es galt, alle Zimmer des Schullandheimes dahin gehend zu kontrollieren, ob Personen in den Räumen Zuflucht vor dem Brand gesucht hatten. Die montierten Brandschutztüren im Gebäude, die durch die Rauchmelder über eine Brandmeldeanlage ausgelöst wurden, verhinderten glücklicherweise die Ausbreitung über das gesamte sehr weitläufige Gebäude.

Wer sich jetzt wunderte, dass überhaupt keine Löscharbeiten erfolgten, der sei versichert, der Qualm stammte aus einer Nebelmaschine und war ein Teil der diesjährigen Amtswehrübung auf Amrum, zu der der erste stellvertretende Amtswehrführer Klaus-Peter Ottens gemeinsam mit der dritten stellvertretenden Amtswehrführerin Petra Müller "geladen" hatte. Jegliche Wasserversorgung wurde zwar organisiert aber nicht aktiviert.

Zur Verwunderung von Heimleiterin Schlerff wirkten die Aktiven der Amrumer Wehren sehr ruhig bei ihrer Ankunft am Einsatzort. Was sie zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war die Tatsache, dass die Meldung auf dem Meldeempfänger neben der Einsatzmeldung auch den Zusatz des Übungseinsatzes beinhaltete. "Wir müssen nicht mehr Gefahren als nötig in solch eine Übung einbringen", erklärte die dritte stellvertretende Amtswehrführerin Müller die Entschärfung der Alarmmeldung.

Für die Einteilung der Suchtrupps waren die vorhandenen Feuerschutzpläne, die mit der Montage der Brandmeldeanlage im vergangenen Jahr erstellt wurden, sehr hilfreich. Anhand der Grundrisszeichnungen konnte Wehrführer Andreas Knauer als Einsatzleiter den Atemschützern ihre jeweiligen Einsatzbereiche zeigen und so systematisch ausschließen, dass Personen im Gebäude unentdeckt blieben.

Im Belegungsfall können das bis zu 140 Kinder und 23 Lehrkräfte plus Personal sein. Das wäre im Ernstfall dann schon eine Größenordnung, die eine enorme Herausforderung für die logistische Abwicklung bedeuten würde.

Für Scherff stellte sich die Frage, warum die neue Brandmeldeanlage zwar die Brandschutztüren, aber keinen akustischen Alarm ausgelöst hat? Die Meldung an die Kreisleitstelle erfolgt nicht selbsttätig, sondern muss von der Heimleitung telefonisch erfolgen.

Die Beteiligten zeigten sich mit dem Ablauf und der guten Zusammenarbeit der einzelnen Wehren zufrieden. Die Initiatoren Klaus-Peter Ottens und Petra Müller sahen die Übung nach getaner Arbeit ebenfalls als vollen Erfolg.

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