Föhr : Der Pfoten-Killer

Mit dem fröhlichen Herumtollen ist es vorbei, wenn die empfindlichen Hundefüße mit Salz in Berührung kommen.
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Mit dem fröhlichen Herumtollen ist es vorbei, wenn die empfindlichen Hundefüße mit Salz in Berührung kommen.

Die Grünen veranstalten am Sonnabend einen Protestmarsch gegen Streusalz. Sie wollen damit auf die Gefahren für Tiere und Pflanzen hinweisen.

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23. November 2017, 08:00 Uhr

Salz ist einerseits ein Mineral, ohne dass eine schmackhafte Mahlzeit kaum denkbar ist und in vielen Bereichen des täglichen Lebens unverzichtbar. Andererseits ist Salz aber auch ein Stoff, der negative Auswirkungen haben und Leben vernichten kann. Vor allem Streusalz, das gegen Glatteis oder Schneefall eingesetzt wird, stellt ein großes Problem dar. Es schadet Pflanzen und Tieren. Darauf soll bei einem „Protest-Gassigehen“ hingewisen werden, das am kommenden Sonnabend, 25. November, in Wyk stattfindet.

Renate Sieck, die viele Jahre Stadtvertreterin der Wyker Grünen war, hatte das Thema bei einer Versammlung ihrer Partei angesprochen und auf die negativen Auswirkungen des Streusalzes verwiesen. Bei dieser Versammlung war auch die Hundeexpertin Claudia Werner anwesend, die darauf aufmerksam machte, dass Streusalz auf den Gehwegen für Hunde- und Katzenpfoten mehr als nur lästig sei. Dieser Einwurf mündete in die Idee, zum Protest-Gassigehen unter dem Motto „Sand statt Salz“ einzuladen. Um 11 Uhr startet der Marsch der Zwei- und Vierbeiner auf dem Rathausplatz und wird zum Schwimmbad führen. Die Hundefreunde der Insel und die Föhrer Grünen wollen dabei gemeinsam an alle Hausbesitzer und ganz besonders an die Hausmeisterdienste appellieren, sich rechtzeitig mit Streusand zu versorgen, der ihnen sogar kostenlos zur Verfügung steht. Allein in Wyk seien 16 Sandcontainer zur freien Verfügung aufgestellt, heißt es dazu. Außerdem könnten Besitzer von Kaminen oder Öfen auch – wie früher üblich – die Asche zum Streuen verwenden.

Die Föhrer Grünen weisen dabei auch auf die Satzung für die Straßenreinigung hin, die für Wyk und fast alle Landgemeinden den Einsatz von Streusalz grundsätzlich verbietet. Salz sei, so heißt es in der Satzung, ausnahmsweise bei besonderen klimatischen Ausnahmefällen (zum Beispiel Eisregen) erlaubt, in denen durch Einsatz von abstumpfenden Mitteln allein keine hinreichende Streuwirkung zu erzielen sei.

Das Salzverbot wurde vor Jahren verhängt, weil das Streusalz äußerst schädlich für Bäume, Sträucher, Gräser und andere Pflanzen ist. Die Salze gelangen in deren Stoffwechsel, beeinträchtigen den Nährstoffkreislauf und zerstören Zellstrukturen. Im Boden und in Gewässern tötet oder schwächt Salz kleine Tiere und Fische, die auf Süßwasser angewiesen sind. „Für die Tiere ist es genauso tödlich wie für uns Menschen, wenn wir nur Salzwasser trinken“, so Manfred Hinrichsen von den Grünen.

Von tierärztlicher Seite, so berichten die Organisatoren des Protestmarsches, heiße es zu den Gefahren, dass der Kontakt mit Salz „zu Hautreizungen unterschiedlichen Grades bis hin zur Verätzung“ führen kann. Ungleich gefährlicher seien Magen- und Darmentzündungen, wenn die Tiere, beispielweise, weil sie sich ihre Pfoten ablecken, das Salz aufnehmen. Nicht zuletzt die beigemengten Zusatzstoffe (zum Beispiel Ethylenglycol) gelangten in den Magen und führten zu Vergiftungserscheinungen und schlimmstenfalls zu schweren Nierenschädigungen.


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