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In Oevenum : Der Müller, der Strom statt Mehl herstellt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Föhrer Kinder-Uni besuchte den Windpark am Deich. Auch die Erwachsenen hatten viele Fragen.

Vorlesungen und Exkursionen für kleine Menschen bietet die Föhrer Kinder-Uni. In den Monaten Juli und August können Kinder Föhr bei ganz unterschiedlichen Veranstaltungen kennenlernen, dürfen Krankenhaus, Feuerwache oder Wasserwerk besichtigen, in die Geschichte der Walfangzeit eintauchen oder den Lebensraum Wattenmeer erkunden. Erstmals war in diesem Jahr auch der Oevenumer Windpark, in dem Strom von Föhr für Föhr produziet wird, Ziel von Kinder-Uni-Exkursionen. Und dabei wurde schnell deutlich, dass auch viele Erwachsene noch Nachholbedarf beim Wissen über die Produktion von Ökostrom haben.

Windmüller Hauke Brodersen erklärte Kindern und Eltern direkt an den Windenergieanlagen am Oevenumer Deich, wie man aus Wind sauberen Strom macht. Vor allem die Eltern löcherten Brodersen mit Fragen, wollten mehr über Einspeisevergütungen, detaillierte Leistungsdaten oder die Zusammensetzung des Strompreises und die Vermarktung des Föhrer Windstroms wissen. Brodersen berichtete, dass sein Unternehmen nicht nur die Föhrer, sondern auch Kunden auf der Nachbarinsel Amrum und in Dagebüll beliefert. 500 Stromkunden habe der Familienbetrieb schon.

Die Kinder waren zunächst ein wenig frustriert, sollte das doch eigentlich eine Veranstaltung für sie sein. Doch mit der Frage, warum eine Mühle drei Flügel hat und nicht zwei oder vier (wegen der Unwucht) kamen dann endlich auch sie zu Wort und stellten allerhand Fragen. Etwa, wie schnell sich die Flügel drehen (rund 40 Mal pro Minute), wie lange es dauert, so eine Mühle aufzubauen (zirka zwei Tage) und ob sich der Kopf auch mit dreht, wenn sich die Windrichtung ändert (ja).

Interessant war für die Kleinen und die Großen gleichermaßen, wie viele Haushalte die zehn Anlagen mit Strom versorgen (rund 1500), wie tief das Fundament in den Boden reicht (rund 15 Meter) und aus wie vielen Einzelteilen die Mühlen bestehen (sieben).

Schwieriger wurde es bei der Frage, wo der Strom bleibt, wenn die Mühle abgeschaltet ist. Und bei der Frage, wie lange sich eine Mühle drehen muss, damit man „Die Sendung mit der Maus“ im
Fernsehen sehen kann, musste auch Windmüller Brodersen passen.

Bis zur nächsten Kinderuni ist Hauke Brodersen dann aber auch darauf gefasst. Diese soll in den nächsten Sommerferien wieder stattfinden. „Nächstes Mal sind wir klüger. Dann werden wir auch rigoros die Eltern von den Kindern trennen und zwei Veranstaltungen machen. Eine für die Großen und eine für die Kleinen. Dann haben alle etwas davon“, so Brodersen.

Ob die nächste Veranstaltung wieder an den zehn Anlagen stattfindet, ist noch nicht sicher. Denn diese Kinderuni fand eher in einem Wind-Museum statt. Die Windmühlen am Oevenumer Deich sind nämlich inzwischen 24 Jahre alt. Den Wunsch zum Repowern hegt Hauke Brodersen schon seit Jahren. Er hofft, dass bis zum nächsten Jahr endlich alle Genehmigungen vorliegen. Dann würden schon bald am Oevenumer Deich nur noch drei Anlagen mit jeweils 2,3 Megawatt statt zehn Anlagen mit insgesamt 2,1 Megawatt stehen.

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erstellt am 22.Aug.2014 | 15:30 Uhr

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