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Insel-Bote

24. August 2017 | 09:17 Uhr

Auf Föhr : Der Müll und das Meer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Landesweite Aktion: 40 Freiwillige sorgten am Sonnabend in vielen Inselorten dafür, dass die Strände zum Saisonbeginn wieder sauber sind.

Es ist ein Umstand, der wohl jedem schon einmal aufgefallen sein dürfte, der im Spätherbst oder im Winter am Strand spazieren ging: Viel Müll, vor allem Plastik, liegt dann am Flutsaum. Von Gummihandschuhen über Salatdosen bis hin zu Ölflaschen ist so gut wie alles dabei. Um den Strand vor Saisonbeginn wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen, wurde am Sonnabend im Rahmen einer landesweiten Aktion auch auf Föhr zum großen Frühjahrsputz aufgerufen.

Und dieser Aufruf war erfolgreich: Rund 40 Freiwillige hatten sich zusammengefunden, um die Insel vom letzten Müll zu befreien. Gesammelt wurde nicht nur in Wyk, sondern entlang der gesamten Küste und dazu noch in Borgsum, Oevenum und Nieblum. Besonders viel Abfall fiel am Deich zwischen dem Schöpfwerk Föhr-Mitte und Dunsum an, wo die Teilnehmer mehrere Säcke voll Styropor, sowie Schuhe und anderen Müll sammelten. Das negative Highlight der Aktion war eine Autostoßstange, die einfach in der Landschaft liegen gelassen wurde.

Für Jochen Gemeinhardt, Geschäftsführer der Föhr-Tourismus GmbH (FTG), war es Ehrensache, bei der Sammlung mit seiner Familie dabei zu sein: „Herzlichen Dank an alle, die bei der heutigen Aktion mitgemacht und Föhr damit noch ein bisschen schöner gemacht haben“, sagte er und freute sich über die rege Beteiligung.

Doch es gab nicht nur viel Lob für das fleißige Müllsammeln: „Es ist eher ein Restesammeln, der Großteil wurde in den letzten Wochen doch schon von den Baggern hier am Strand zusammengetragen. Ein riesiger Müllberg war das“, warnte zum Beispiel Maike Schulz davor, dass bei den Freiwilligen ein falscher Eindruck entstanden sein könnte. „So gravierend wie in diesem Winter war es hier noch nie. Man muss endlich Wege finden, diese Verschmutzung zu verhindern.“ Schulz weiß wovon sie spricht. Die Wykerin geht regelmäßig mit ihrem Hund am Strand spazieren und sammelt dabei alles auf, was dort herumliegt.

Von Lösungen der Umweltverschmutzung ist man im Moment jedoch noch weit entfernt. Um aber wenigstens die Auswirkungen des Mülls auf die Natur so gering wie möglich zu halten, gab es dieses Wochenende die landesweite Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“, in dessen Rahmen auch das von BUND, dem Nationalparkhaus, der Schutzstation Wattenmeer und der FTG veranstaltete Müllsammeln auf Föhr stattfand.

Zum Ende der zweistündigen Aktion konnten sich die eifrigen Naturschützer dann noch bei Kaffee und Kuchen über die Fundstücke oder die „besten“ Erlebnisse bei der Müllsammlung austauschen. Die gröbste Verschmutzung dürfte nun erstmal zumindest teilweise beseitigt und die Insel somit für die Touristen präpariert sein. Spätestens im Herbst wird mit den Stürmen aber wieder eine Menge Müll kommen, welcher weitere Sammelaktionen erforderlich machen wird.

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