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Auf Föhr und Amrum : Der lange Stammbaum einer Bankenfamilie

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Vom Föhrer Creditverein zur Föhr-Amrumer Bank: Die Genossenschaften sind seit 125 Jahren auf den Inseln aktiv.

Stammbäume sind nicht nur für Züchter edler Pferde oder alte Adelsgeschlechter von Interesse. Auch für die Mitglieder und Kunden der Föhr-Amrumer Bank dürfte die Entwicklung ihres Geldinstitutes von Bedeutung sein, reicht seine Geschichte doch 125 Jahre zurück. Im Zeichen dieses Jubiläums steht dieses Jahr, das mit einem bunten Fest für die Mitglieder begann und bei der Generalversammlung Ende 2017 mit einem festlichen Beisammensein beendet wird.

Der Grundstein für die insulare Genossenschaftsbank wurde im Jahr 1892 gelegt, als 23 Wyker den Föhrer Creditverein gründeten, dessen Geschäftslokal im Hause Heymann beim Wyker Glockenturm untergebracht war. Dieser Verein mündete schließlich in die Föhrer Volksbank.

Der zweite Zweig der Föhrer „Bankenfamilie“ wurde im Jahr 1898 unter dem Namen Spar- und Darlehenskasse in Oldsum gegründet, der sich 1943 die Spar- und Darlehenskasse Alkersum und die Ein- und Verkaufsgenossenschaft des schleswig-holsteinischen Bauernvereins für Föhr und Amrum anschlossen. Daraus wurde 1975 die Raiffeisenbank Föhr, die sich 1991 mit der Föhrer Volksbank zur Föhrer Bank vereinte.

Nicht ganz so alt ist der Amrumer Familienzweig: Er geht auf die Jahre 1924 und 1928 zurück, als in Norddorf und Nebel die Spar- und Darlehenskassen entstanden, die 1972 zur Raiffeisenbank Amrum fusionierten, um schließlich im Jahr 2000 zur Föhr-Amrumer Bank zu werden, was nach Überzeugung der Verantwortlichen der richtige Schritt in die Zukunft gewesen ist.

Nicht von ungefähr ist von Anfang an das Geschäftsmodell sämtlicher „Familienmitglieder“ die Genossenschaft, die auf der Überzeugung basiert: „Was einer alleine nicht schafft, das schaffen viele“ und außerdem nach dem Prinzip arbeitet: „Ein Mann (eine Frau), eine Stimme“, was ausschließt, dass ein Mitglied die übrigen dominiert.

In 125 Jahren haben die Genossenschaftsbank, ihre Mitglieder und Kunden viel erlebt: Krisen, Kriege, Währungsreformen, Wirtschaftswunder und die jüngsten Turbulenzen beim großen Finanzcrash, den die Föhr-Amrumer Bank deutlich besser überstanden hat, als so manche internationale Großbank. Als ein Beweis dafür erinnern Marko Reese und Dirk Müller, die zwei Vorstandsmitglieder der Bank, daran, dass es nur noch auf Sylt sowie auf Föhr und Amrum zwei selbstständige Inselbanken gibt – und auf diese Selbstständigkeit legen sie auch großen Wert.
Das insulare Geldinstitut hat nicht nur auf der wirtschaftlichen Seiten viel Bewegung erlebt. Auch die technische Entwicklung hat auf das Arbeiten der Banker und ihrer Kunden einen gewaltigen Einfluss ausgeübt. Im Jahr 1988 wurde zum ersten Mal ein PC eingesetzt, der im Laufe der Zeit alles übernahm, was bis dahin manuell erledigt werden musste, beispielsweise das Sortieren der Belege oder der Kontoauszüge. Die elektronische Datenverarbeitung und die Digitalisierung schritten immer weiter voran und erleichterten das normale Alltagsgeschäft. Geldautomaten, Kontoauszugs-Drucker und Home-Banking sind wichtige Etappen, die den Mitarbeitern der Bank mehr Möglichkeit bieten, als Kaufleute zu agieren und flexibel auf Änderungen am Markt zu reagieren.

Der Paragraf eins der Satzung, nämlich die Förderung der Mitglieder, hat für Reese und Müller wie sie hervorheben große Bedeutung. Fast 2800 Mitglieder und insgesamt mehr als 6300 Kunden tragen dazu bei, dass die Föhr-Amrumer Bank als relativ kleines Haus weiterhin eine Steigerung des Eigenkapitals und des Geschäftsvolumens verzeichnen kann. Diese „Kleinheit“ macht die Bank flexibel, die sich zur Zeit besonders um die Zahlungsverkehrsbedingungen für gewerbetreibende Kunden, aber auch um den Umgang jugendlicher Kunden mit Bankgeschäften kümmert. Recht jung ist auch auch die Belegschaft der Föhr-Amrumer Bank, die sich besonders auch um die Ausbildung des Nachwuchses verdient macht.



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erstellt am 13.Aug.2017 | 17:30 Uhr

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