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Der kulturelle Wert eines Alltagswerkzeugs

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Die Schere steht im Mittelpunkt einer Sonderausstellung des Friesenmuseums

Wyk | Knopfloch-, Mediziner-, Sattler-, Zucker- und Traubenscheren. Eine außergewöhnliche Sonderausstellung im Wyker Friesenmuseum widmet sich derzeit diesem alltäglichen Schneidewerkzeug, dessen erste, primitive Exemplare bereits seit dem ersten Jahrtausend vor Christus bekannt sind.

Passend zum Thema fand in den Räumlichkeiten der Ausstellung ein Seminar zur Thema Friseurscheren statt. Das Wyker Friseurmeister-Ehepaar Barbara und Eberhard Pohlmann stellte dem interessierten Publikum die erstaunliche Vielfalt seines Handwerkzeugs vor, das heute im Haarschneidegewerbe einsetzt wird.

"Qualitativ hochwertige Scheren werden in etwa 150 Arbeitsgängen hergestellt", erklärte Eberhard Pohlmann. Entscheidend für die Qualität sei der verwendete Stahl, die Oberflächenbehandlung des Materials und der Schliff. "Hochwertige Friseurscheren kosten bis zu 1000 Euro und mehr."

Alle wichtigen Modelle wie Effilier-, Modellier- oder Sliceschere wurden nicht nur gezeigt, sondern deren Einsatz auch an einer Perücke demonstriert. Auf besonderes Interesse stieß beim überwiegend weiblichen Publikum die Kalligrafieschneidetechnik. Mit speziellen Scheren wird hier das Haar in einem flachen Winkel geschnitten, wodurch sich dessen Oberfläche vergrößert. Dünneres Haar wirkt dadurch um etwa zwanzig Prozent voller und fällt auch lockiger. Beim Thema Brennscheren ließ es sich eine Besucherin nicht nehmen, ihre Haare als lebendes Demonstrationsobjekt anzubieten. Barbara Pohlmann reagierte prompt und bereits nach wenigen Minuten kamen einige schöne Locken zum Vorschein.

Die Sonderausstellung ist im Carl-Haeberlin-Friesenmuseum noch bis zum 30. September (dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, im August auch montags) zu sehen.

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erstellt am 06.Aug.2013 | 05:59 Uhr

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