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Mensch des Jahres 2015 : Der Herr über 12 000 Bücher

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

1978 rief Hans-Werner Weih den Bücher- und Trödelmarkt der Föhrer Lions ins Leben, der heute noch neben dem Punschverkauf auf dem Jahrmarkt die wichtigste Einnahmequelle des Clubs darstellt.

Für verschiedene Institutionen auf Föhr, wie zum Beispiel die Musikschule oder die Tafel, fungierte der insulare Lions-Club als Geburtshelfer, der mit einem tüchtigen finanziellen Klaps den Start erleichterte. Auch für den Club hängen die Geldscheine nicht an irgend einem Baum, sondern sie müssen verdient werden. Hier kommt Hans-Werner Weih ins Spiel, der im Jahr 1978 den Bücher- und Trödelmarkt ins Leben rief, der heute noch neben dem Punschverkauf auf dem Jahrmarkt die wichtigste Einnahmequelle des Clubs darstellt.
Ein Händchen für das Handeln scheint Hans-Werner Weih, der am 11. Juli 1935 in Neukirchen bei Niebüll geboren wurde, schon immer gehabt zu haben. Er absolvierte nämlich bei der Firma Meinert Holst in Niebüll eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann. Dabei lernte er seine Frau Christel kennen, die die Tochter seines Chefs war.1960 zog das junge Paar nach Wyk, wo Hans-Werner Weih als Geschäftsführer die Filiale Holst übernahm, um sich dann 1970 selbstständig zu machen. Ihr Geschäft führten Christel und Hans-Werner Weih erfolgreich bis 1999.

Obwohl er als Selbstständiger „eingespannt“ war, engagierte sich Weih viele Jahre lang in der Kommunalpolitik und natürlich besonders intensiv auch im Lions-Club, dem er seit 1977 angehört. Seine Idee, einen Trödel- und Bücherflohmarkt zu gründen, dessen Erlös für soziale Zwecke verwandt werden soll, stieß nicht nur bei den Lions-Mitgliedern auf offene Ohren. Zunächst lag der Schwerpunkt auf dem Trödelmarkt, wo es in den Anfangszeiten sogar landwirtschaftliche Geräte zu erwerben gab. Doch im Laufe der Zeit gewannen die Bücher die Oberhand, ganze Nachlässe wurden den Lions übergeben. Hans-Werner Weih hat auch heute noch zwiespältige Gefühle, wenn er Bücher, die ihre Besitzer vielleicht ein Leben lang begleiteten, abholen muss.

Bis 2006 war Weih die treibende Kraft beim Büchermarkt, wobei er aber besonderen Wert auf die Feststellung legt, dass ohne die tatkräftige Hilfe der Lions-Mitglieder dieser Markt nie hätte durchgezogen werden können. Galt es doch vor allem in den Anfangsjahren, die gesamten Bücherbestände per Hand in wechselnde Schuppen zu transportieren. Heute bietet die Firma C. G. Christiansen dem Club einen Unterschlupf, wo die Bücher auf Paletten gelagert werden. 10  000 bis 12  000 Bücher sind zur Zeit im Angebot und werden nach Themen sortiert angeboten.

Dabei erinnert sich Weih, der seit 2010 wieder mit dabei ist, immer noch mit einem Schmunzeln an seinen größten Verkauf: Die Betreiber des damaligen Diadom am Wyker Hafen erwarben auf einen Schlag 1600 Bücher. Wichtigstes Kriterium war nicht der literarische Inhalt, sondern ein dekoratives Äußeres. Die Werke sollten nämlich überwiegend dem Schallschutz dienen.

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erstellt am 08.Nov.2015 | 20:15 Uhr

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