Der ganz normale Wahnsinn des Jahres 2012

Einen etwas anderen Rückblick boten Michael Steuer (links) und Torsten Tews. Foto: psz
Einen etwas anderen Rückblick boten Michael Steuer (links) und Torsten Tews. Foto: psz

Avatar_shz von
14. Januar 2013, 07:58 Uhr

Wyk | "Vielen Dank für ihren Einkauf, es bediente sie Herr Rühmann in der Wurst", zitierte Michael Steuer den Kassenbon eines Supermarktes und hatte die Lacher auf seiner Seite. Der Auftakt zu einem kurzweiligen Abend im Kultursalon "Alte Druckerei", der unter dem Titel "Ein Kessel Schwarzweisses" den ganz normalen Wahnsinn des vergangenen Jahres auf die Schippe nahm. Abgerundet wurden die höchst vergnüglichen zwei Stunden mit einem "Best of" jener Programme, mit denen Steuer und Torsten Tews in regelmäßigen Abständen das Kleinkunst-Leben der Insel bereichern.

Da war mit Loriot der Grandseigneur des Humors ebenso vertreten, wie Martin Suters "Weders stilles Qigong" und Christian Morgensterns "Gespräch einer Hausschnecke mit sich selbst". Sprachsicher wandelte Tews auf den Spuren Evelyn Hamanns und entführte das Publikum auf den Landsitz North Cothelstone Hall von Lord und Lady Hesketh-Fortescue, und auch als Unternehmens-Chef, der seinen Körper mit Meditations- und Konzentrationsübungen entspannt, um im Anschluss die Belegschaft zu entschlacken, wusste er zu überzeugen.

Ob Kastelruther Spatzen, Piraten-Partei oder die Grünen-Chefin Claudia Roth: Auch zu der Rubrik "Aktuell" hatten die Akteure so manchen Wahnsinn beizusteuern. Zu dem die Hamburger Elbphilharmonie und der Berlin-Brandenburger Flughafen gehörten, bei dem die künftige Ex-Präsidenten-Ex-Gattin Bettina Wulff nicht fehlen durfte und auch die jahrelange Lagerhaft und der Alibi-Freispruch für die drei Musikerinnen der russischen Punk-Band "Pussy Riot" Erwähnung fand.

Für Sport-Fans hielten Steuer und Tews die Erklärung des ehemaligen Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes, Gerhard Meyer-Vorfelder, für das "blamable" Abschneiden bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine bereit. Mit 1:2 war die Deutsche Nationalmannschaft gegen Italien im Halbfinale ausgeschieden. Grund dafür sei, zitierte Tews den ehemaligen Fußball-Funktionär, "das Verweigern vieler Nationalspieler, die Nationalhymne mitzusingen".

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen