Süderende : Der erste Pastor war ein Däne

Die Restauratorin Birgit Hölzer und Joachim Tage begutachten das gerade abgehängte Gemälde.
Die Restauratorin Birgit Hölzer und Joachim Tage begutachten das gerade abgehängte Gemälde.

Weiteres Projekt in der St.-Laurentii-Kirche: Dort wird jetzt auch das Porträt von Jens Kirkerup restauriert.

shz.de von
26. Januar 2017, 20:38 Uhr

Mit dem Porträt des Pastors Jens Kirkerup reiht sich ein weiteres historisches Gemälde in das Restaurierungsprojekt der St.-Laurentii-Kirche in Süderende. Am vergangenen Dienstag hängten der Küster Jan Früdden aus Oldsum und Joachim Taege aus Wrixum, der sich in der Gemeinde engagiert, das Gemälde von der nördlichen Wand des Chorraumes ab. Die Restauratorin Birgit Hölzer beobachtete den Vorgang.

Das Ölgemälde zeigt den aus Kopenhagen stammenden Geistlichen, der insgesamt 25 Jahre (1757 bis 1782) Diakon und erster Pastor in der Gemeinde war. In die Liste der Pastoren seit der Reformation 1530 reiht sich somit auch ein Däne. Von 1231 bis 1864 gehörte das Kirchspiel St. Laurentii auf Westerlandföhr insgesamt 500 Jahre zu Dänemark und wurde kirchlich vom Bistum in Ribe, verwaltet.

Bisher ist nicht bekannt und auch nicht über die Inventarverzeichnisse im Kirchenarchiv in der Ferring-Stiftung in Alkersum festzustellen, wer das Ölbild seinerzeit gemalt hat. Eine eventuelle Signatur war auch nach der Abnahme nicht erkennbar. „Vielleicht können wir über die Restaurierung den Maler des Kirkerup-Porträts ermitteln“, hofft Joachim Taege.

Die Oberfläche des 79 Zentimeter hohen und 62 Zentimeter breiten Gemäldes weist einige Farbfalten auf, die durch Ablösung der Originalleinwand von dahinterliegenden Doublierungsleinwänden entstanden sind. Die Doublierung selbst wurde in einer sehr alten Technik durch das Verkleben mit Wachs ausgeführt. Dies bestätigte eine erste Begutachtung der Restauratorin in ihrer Werkstatt.

Kittungen und Übermalungen weisen darüberhinaus auf frühere Restaurierungen hin. Diese Schäden werden nun durch die Restaurierungsarbeiten von Birgit Hölzer behoben, um weiteren Risiken, wie zum Beispiel Rissbildungen vorzubeugen. Auch der Bildrahmen, der an den Gehrungsstellen Schwundrisse aufweist, wird durch den gelernten Tischler Jan Früdden, aufgearbeitet.

Es ist zudem unklar, wer das Bild in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Auftrag gegeben hat. Kam der Anstoß durch oder aus der Gemeinde? War es ein der Gemeinde wohl gesonnener Spender? Oder ist es im Auftrag des Pastors oder der Kirchenobrigkeit gefertigt worden? Um die Frage zu klären, will Joachim Taege weitere Nachforschungen anstellen.


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