Der eigene Garten als Inspiration

Ein Bild wies einen klitzekleinen Transportschaden auf, den Nikolaus Störtenbecker schnell vor Ort behob.  Foto: wis
Ein Bild wies einen klitzekleinen Transportschaden auf, den Nikolaus Störtenbecker schnell vor Ort behob. Foto: wis

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17. März 2011, 06:47 Uhr

Tetenbüll | "Es ist mittlerweile gute Tradition geworden", begann Sven Bohde seine Laudatio anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung mit Werken von Nikolaus Störtenbecker im historischen Kaufmannsladen, "die neue Saison im Haus Peters mit einem norddeutschen Realisten zu eröffnen." Bohde, Kieler Kunstfachmann und Mitarbeiter des sh:z, nahm so Bezug auf die Bilder von Till Warwas im vergangenen Jahr und die Ulf-Petermann-Ausstellung in 2009, die er damals ebenfalls würdigte.

Nikolaus Störtenbecker (Jahrgang 1940) initiierte im Jahr 1989 die lockere Künstler-Vereinigung "Norddeutsche Realisten", die sich vorwiegend mit der Pleinair-Malerei beschäftigt. Etwa zehn bis 15 Malerinnen und Maler treffen sich seither zweimal im Jahr, um unter freiem Himmel ihre Bilder zu gestalten. "Alle Kritiker, die diese Werke als nicht zeitgemäß bewerteten", meinte Bohde in seiner Laudatio, "haben die Norddeutschen Realisten mittlerweile zum Schweigen gebracht. Ausstellungen wie diese sind ein deutliches Zeichen dafür." Nach Bohdes Worten sind für Störtenbecker die Gemälde "Seh-Wunder", die häufig in seinem eigenen Garten in Angeln entstehen. Ebenso gibt es aber auch Werke, die der Künstler auf seinen Reisen gestaltet. Die Spannweite, die im Haus Peters zu sehen ist, reicht von Landschaften über Stilleben bis hin zu Blumen- oder Katzenbildern. Neben Ölgemälden sind auch Holzschnitte und Bleistiftzeichnungen dabei.

"Die Blumenbilder", so Sven Bohde weiter, "passen thematisch perfekt in diese Ausstellung, die ja in gewisser Weise den Frühling herbeirufen soll." Die Bilder entstanden fast alle innerhalb der vergangenen zehn Jahre, nur die Gemälde "Rote Rose in Vase" und "Stillleben mit Kartoffeln" datieren um 1990. Die Landschaften, die Störtenbecker unter freiem Himmel gestaltet, verlangen schnelles Arbeiten - es geht "um das Einfangen des Augenblicks und der Stimmung, die gerade in Schleswig-Holstein sehr flüchtig sein kann", wie Bohde weiß. Die Ausstellung zeige nach den Worten des Laudators einen "kleinen Eindruck des Gesamtwerks Störten beckers, der seit nunmehr 45 Jahren im Kunstgeschäft tätig ist".

Tetenbülls Bürgermeister Henning Möller, kraft Amtes im Vorstand des Fördervereins, nahm wie immer sein Rederecht zur Vernissage wahr. "Wir hoffen wieder auf viele Besucher (bei Otmar Alt waren es knapp 2500) und vielleicht auch Schulklassen", sagte Möller, der damit Bezug auf einen entsprechenden Artikel unserer Zeitung nahm. "Wenn sich nun auch die Eltern dieser Schulkinder aufmachen würden, um sich die Ausstellungen anzusehen, könnte das den Bekanntheitsgrad des Haus Peters noch steigern", meinte der Bürgermeister. Zudem mahnte er ein weiteres Mal die Unterstützung von regionalen und überregionalen Institutionen für eine kleine Einrichtung wie das Haus Peters an: "Ab und zu muss auch mal etwas wiederholt werden, damit was hängen bleibt."

Den obligatorischen Blumenstrauß, der bei jeder Vernissage an verdiente Mitglieder des Fördervereins geht, überreichte Möller diesmal an Helmut Oesen, der gerade zum zweiten Vorsitzenden gewählt worden war. "Helmut Oesen hat das Haus Peters von Anfang an begleitet", so Möller, "und so ist sein neues Amt nur folgerichtig."

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