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Auf Föhr und Amrum : Der DLRG gehen die Freiwilligen aus

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Von Jahr zu Jahr wird es schwieriger, Rettungsschwimmer für die Inselstrände zu finden. Jugendarbeit soll deshalb für Nachwuchs sorgen.

Wyk/Föhr | 350 bis 400 kleinere oder größere Einsätze nur auf Föhr: Schon diese Zahl zeigt, wie wichtig die freiwilligen Helfer der Deutschen Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) sind, die Jahr für Jahr die Strände sowohl auf Amrum als auch auf Föhr absichern und dafür sogar einen Teil der Ferien oder des Urlaubs hergeben. Von kleineren Schnittverletzungen über die Suche von vermissten Kindern oder Eltern bis hin zu Hitzschlägen oder manchmal auch schlimmerem helfen die meist jugendlichen Lebensretter in fast jeder Situation.

Auf ihren Stationen – in Wyk sind dies sechs Wachtürme, in Nieblum zwei und in Utersum einer, auf Amrum gibt es sieben Stationen – sind sie dabei mit allem ausgestattet, was sie brauchen. Neben einer vollständigen Erste-Hilfe-Ausrüstung stehen unter anderem zahlreiche Utensilien zur Wasserrettung, etwa Rettungsbretter und -leinen, als auch Sanitätstaschen für etwas härtere Zwischenfälle zur Verfügung. Die 19 Wachgänger in Wyk können zudem wie bisher auch auf ein Boot zurückgreifen, welches an der Mittelbrücke stationiert ist. „Außerdem wird es in diesem Jahr wahrscheinlich auch ein Boot in Höhe des Leuchtturmes geben“, ergänzt Brar Nissen von der DLRG-Föhr. Davon soll vor allem die Sicherheit an den hinteren Strandabschnitten in Richtung Flugplatz profitieren.

Ein anderer geplanter Einsatzort für ein Boot wird dagegen nicht realisiert: „Die Stationierung des Bootes hier in Utersum ist vom Tisch“, erklärt Eike Knudsen vor der örtlichen Gemeindeverwaltung. Dabei wäre eine motorisierte Unterstützung gerade dort eigentlich angebracht, da die Anfahrtswege von Wyk aus doch sehr lang sind.

Ähnlich verfährt man aber auch auf Amrum: Wie in Utersum müssen sich die Retter auch hier auf ihre übrigen Materialien zur Wasserrettung verlassen. „Ein Boot schien uns einfach nicht praktikabel“, erklärt Frank Timpe von der Amrum-Touristik.

Eines ist dagegen an allen Standorten gleich: Genügend Helfer für die gesamte Saison, also von Ende Juni bis in den September hinein, zu finden, wird Jahr für Jahr schwieriger. „Wir haben Gott sei Dank Stamm-Crews, die bereits seit Jahren auf die Insel kommen und hier die Wasserrettung übernehmen, allerdings kann es vor allem auch in der Vor- und Nachsaison immer mal wieder eng werden“, zeigt sich Timpe über die Sicherheit an den Stränden Amrums besorgt.

Ähnlich sieht es auch in Nieblum aus: „In den Ferien ist alles okay, aber davor und danach gibt es durchaus Probleme“, erklärt Bürgermeister Friedrich Riewerts. Dabei versucht gerade er den Freiwilligen viel Komfort zu geben: Es befänden sich kleine Häuschen im Bau, in denen die Lebensretter ab Sommer ihren Dienst verrichten können und die die bisherigen Wagen ersetzen, berichtet er. Ein paar Dörfer weiter in Utersum scheint es etwas besser auszusehen: Nur zwei Wochen seien noch frei, so Knudsen. Diese Knappheit an Helfern stellt die Verantwortlichen der Gemeinden in Zukunft vor eine große Herausforderung. Denn Alternativen zur Strandsicherung durch die DLRG gebe es nicht.

„Wenn wir nicht den gesamten Zeitraum abdecken können, dann müssen wir die rote Fahne hissen. Das ist einfach so, wenn es keinen Nachwuchs gibt“, erklärt Riewerts für Nieblum. Und auch Frank Timpe unterstich deutlich die Alternativlosigkeit zur DLRG. In Utersum wäre zwar eine Person aus dem Ort befugt, den Wachdienst zu übernehmen, eine Lösung für die gesamte Saison wäre dies aber freilich nicht.

Und so wird bereits angefangen, Kindern die richtigen Regeln im und am Wasser nahezubringen, um sie vielleicht auch für einen freiwilligen Dienst bei der DLRG begeistern zu können. Wie bereits im letzten Jahr wird Inge Carstensen wieder die Föhrer Kindergärten besuchen und den Kindern spielerisch die Baderegeln beibringen. Außerdem ist erneut eine Teilnahme an der Kinder-Uni geplant, auch um vielleicht den einen oder anderen Jugendlichen von einem ehrenamtlichen Engagement zu überzeugen.

Die Sonne und die Ferien kann man also auch in diesem Jahr auf beiden Inseln sicher genießen und sich im Notfall auf die Lebensretter der DLRG verlassen. Für die Zukunft wird es jedoch auch für die Sonnen- und Wasserbader wichtiger werden, selbst zu wissen, wie man sich im Notfall schützen kann.

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erstellt am 17.Apr.2016 | 11:15 Uhr

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