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Insel-Bote

22. November 2017 | 03:08 Uhr

Der Blick von außen soll es richten

vom

Gesamtinsulare Wahrnehmung der touristischen Aufgaben weiterhin ungewiss - Gespräche mit externer Beratung könnten die Lösung bringen

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2013 | 04:59 Uhr

Wyk | Seit die Stadt Wyk zu Beginn des Jahres den Gesellschaftsvertrag mit der Föhr Tourismus GmbH (FTG) zum 1. Januar 2014 gekündigt hatte, gab es etliche Gespräche zwischen den Beteiligten - Ergebnisse allerdings keine. Nun überraschte FTG-Chef Armin Korok auf der jüngsten Sitzung des Hafenausschusses dessen Mitglieder mit einem Entschluss der Gesellschafterversammlung des Unternehmens, der die vielleicht letzte Chance beinhaltet, die mehrheitlich gewollte gesamtinsulare Tourismusstruktur beizubehalten.

Nach langen Diskussionen, so Korok, sei man in der Versammlung übereingekommen, die zuletzt festgefahrenen Gespräche kurzfristig wieder aufzunehmen. Gespräche, die nicht allein die Höhe des Dienstleistungsentgeltes und dessen Aufteilung auf die Gemeinden beinhalten, sondern das Konstrukt FTG, ihre Rechtsform, Aufgaben und Gremien auf den Prüfstand stellen sollen. Als bahnbrechend vor dem Hintergrund der Diskussionen der vergangenen Jahre bezeichnete der FTG-Chef den Wunsch der Gesellschafter, den Vorgang von einem externen Beratungsunternehmen begleiten zu lassen; der Auftrag soll noch in dieser Woche erteilt werden.

Damit war ein Antrag der Kommunalen Gemeinschaft (KG) gegenstandslos, der beinhaltete, die Aufgaben Aqua Föhr und Veranstaltungen an den Städtischen Hafenbetrieb zu übertragen.

Denn an die Stadt ging die Bitte, bis zum Abschluss des Moderationsprozesses auf weitere Schritte zu verzichten, sich vielmehr an den Gesprächen zu beteiligen. An denen neben dem Wyker Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU) auch die Fraktionen und der Hafenbetrieb beteiligt und im Bedarfsfall auch Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Stadtkämmerei oder die Amtsverwaltung eingebunden werden sollen. Auf ein tragfähiges Ergebnis hofft Korok bis zum Ende des Jahres, das von allen Föhrer Gemeinden und Gesellschaftern mitgetragen wird.

Lutz Lürig von der Fides-Treuhandgesellschaft mahnte bei dem Schritt, operative Aufgaben aus der FTG herauszulösen und in Eigenregie umzusetzen, zur Vorsicht. Genug Zeit müsse eingeplant werden, denn es sei ein kompliziertes und miteinander verzahntes Vertragswerk zu berücksichtigen. Zudem gehe es um Verlustausgleiche mit den Inselgemeinden, Pachtverträge und Personalgestellungsverträge, die allesamt noch zu regeln seien.

Mahnende Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Als Notbremse bezeichnete Heinz Lorenzen (KG) im Rückblick die Kündigung des Gesellschaftsvertrages, nachdem Stadt und Gemeinden nicht auf einen Nenner gekommen seien. Eine Notbremse, in dem Bewusstsein, dass man rechtzeitig damit beginnen müsse, die Zeit danach vorzubereiten. "Für die Realiseriung dessen, was wir uns vorgenommen haben, ist es bereits fünf nach zwölf", räumte Lorenzen ein, dass man nun wieder am Anfang stehe. Denn der Warnung des Fachmannes zu folgen, gebiete die Vernunft. Ein schlechtes Zeugnis stellte Heinz Lorenzen der Stadtvertretung aus. Die sei nicht in der Lage gewesen, frühzeitig zu erkennen, "dass wir wirklich arbeiten müssen, um das gesteckte Ziel zu erreichen".

Nach dem Rückblick wagte der FTG-Chef den Vorausblick. Das angestrebte Ziel sei zum Ende des Jahres nicht mehr zu realisieren, der Status Quo hätte folglich ein weiteres Jahr Bestand und die FTG könne die Saison 2014 planen und das operative Geschäft weiterhin abwickeln.

Vor Eintritt in den Moderationsprozess muss die Stadt nun die Kündigung zurücknehmen. Eine Rücknahme, der alle Föhrer Gemeinden zustimmen müssen. Dass dies geschieht, soll so schnell wie möglich sichergestellt werden und wird der erste Schritt in dem anstehenden Moderations-Prozess sein.

Fast lag ein wenig Optimismus in der Luft, als Paul Raffelhüschen den Prozess als "auf einem guten Weg" bezeichnete und eine andauernde Gesprächsbereitschaft seitens der Landgemeinden konstatierte. Spätestens im Februar 2014 könne ein Ergebnis vorliegen, setzt der Bürgermeister auf den externen Sachverstand, damit bliebe der Stadt auch im negativen Fall noch genügend Zeit, das weitere Vorgehen geordnet zu regeln.

"Wir wissen um die Wichtigkeit und hoffen auf ein gutes Ergebnis", geht auch die Amtsvorsteherin Heidi Braun positiv in die Gespräche. Von denen es bereits erste gegeben habe, die gezeigt hätten, dass man trotz vieler Baustellen nicht so weit auseinander läge.

Auf die nötige Trennung zwischen der Zuständigkeit und der operativen Umsetzung der touristischen Aufgaben hatte Lutz Lürig zuvor hingewiesen. Aktuell seien die Aufgaben dem Liegenschaftsbetrieb zugeordnet, der sich zur Umsetzung der FTG bediene. Sinn mache es aus betriebswirtschaftlichen und steuerlichen Gründen, die Aufgabenzuteilung im Hafenbetrieb zu konzentrieren. Auch die Liegenschaften wie Aqua Föhr und Thalasso-Zentrum sollten an den Hafenbetrieb überführt und dessen Gestaltungsspielräume genutzt werden.

Ein Rat, dem die Mitglieder des Hafenausschusses folgten, die empfahlen, die derzeit durch den Liegenschaftsbetrieb wahrgenommenen touristischen Aufgaben künftig im Hafenbetrieb zusammenzuführen und auch die touristischen Liegenschaften an den Hafenbetrieb zu übertragen.

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