Abwasserkanäle Amrum : Der Amrumer Unterwelt auf der Spur

Die Kanalarbeiter klappern mit ihrem Spezialfahrzeug die ganze Insel ab. Foto: oe
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Die Kanalarbeiter klappern mit ihrem Spezialfahrzeug die ganze Insel ab. Foto: oe

Das Amrumer Kanalnetz wird derzeit genau unter die Lupe genommen. Dabei werden nicht nur Schäden gesucht, sondern auch illegale Regenwasser-Einleitungen entdeckt.

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22. Oktober 2009, 11:33 Uhr

Amrum | Derzeit werden die Abwasserkanäle auf Amrum im Auftrag der Versorgungsbetriebe auf Schäden am Rohrnetz überprüft. Dafür werden sie mit Hochdruckwasserstrahl gereinigt. Anschließend erfolgt die Untersuchung mit einer Rohrkamera. Dabei sollen eventuelle Schäden im kommunalen Abwassernetz ausfindig gemacht werden. Die Versorgungsbetriebe lassen sich diese Untersuchung 111.000 Euro kosten.

Die Untersuchung des Rohrnetzes ist nötig, weil durch Rohrbrüche Abwässer ins Grundwasser entweichen können, genauso kann Grundwasser ins Abwassernetz eindringen. Beides ist laut der neuen Landesabwassergesetze nicht mehr zulässig.
Widerrechtlich angebrachte Leitungen finden

Mit einer Ausnebelung des Rohrnetzes werden im Anschluss an die Untersuchung widerrechtlich ans Abwassernetz angeschlossene Regenwasserleitungen von Privatgrundstücken ausfindig gemacht.

Wie Henry Waidhas von den Versorgungsbetrieben Amrum erklärte, sind die Reinigungs- und Filmarbeiten in Süddorf und Steenodde inzwischen abgeschlossen. Im Ortsteil Nebel sind die Mitarbeiter der ausführenden Firma aus Büdelsdorf bis zur Hälfte vorangekommen. Dabei seien schon erhebliche Schäden festgestellt worden, die allerdings nicht nur von Sohlenversetzungen und dadurch bedingten Rohrbrüchen rühren. Auch Kabel und Gasleitungen kreuzten bereits die Abwasserrohre mittendurch. Dies sei möglich, wenn Leitungen im Pressverfahren verlegt werden, ohne dass ein Bodenaushub stattfinde.
Keine Ratten im Netz

Bevor auch das letzte Rohr in den Gemeinden Wittdün und Norddorf untersucht sein wird, gehen wohl noch reichlich sechs Wochen ins Land, schätzt Waidhas. Für die Schachtinspektion und Ausneblung des Netzes wird ein eigener Arbeitstrupp der Firma auf die Insel kommen. Befürchtungen, dass sich Ratten im Abwassernetz aufhalten, konnten laut Waidhas bisher nicht bestätigt werden.

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