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friesisches theater auf amrum : Der alltägliche Online-Wahn

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Drei Mal spielte die Öömrang Teooterskööl mit ihrem friesischen Theaterstück „Susi an det Internet“ vor ausverkauftem Haus. Die Autoren Annegret Wollny und Jürgen Krahmer setzten sich mit dem ganz normalen Alltagswahnsinn der Familie Nickelsen auseinander.

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erstellt am 03.03.2014 | 20:45 Uhr

Drei Mal spielte die Öömrang Teooterskööl mit ihrem friesischen Theaterstück „Susi an det Internet“ vor ausverkauftem Haus. Die Autoren Annegret Wollny und Jürgen Krahmer setzten sich mit dem ganz normalen Alltagswahnsinn der Familie Nickelsen auseinander.

Im Mittelpunkt steht die Rolle des Internets und des Handys in der heutigen Zeit. Wilma und Fidde Nickelsen, grandios gespielt von Marret Dethlefsen und Jürgen Krahmer, kämpfen gegen die Dauer-Handynutzung ihrer Tochter Susi (Ronja Wollny). Eine Kiste mit Fotos und Briefen bringt die alten Geschichten der Amrumer Amerika-Auswanderer auf den Kaffeetisch der Familie. Tante Erna und Onkel Willi (Marianne und Peter Otter) sowie Tante Soffi und Onkel Ferdinand (Maren Callsen und Andreas Knauer) sind zu Besuch und natürlich wird auch über alte Geschichten gesprochen. Denn Onkel Gustav war ebenfalls ausgewandert, doch man verlor über die Jahre den Kontakt.

Da Susi für die Schule ein Referat über die Auswanderer schreiben soll, will sie sich gemeinsam mit ihren Freundinnen Ida und Julia (Steffi Wollny und Frauke Jensen) durch das Internet forschen. Als die „Klatschweiber“ Kerrin und Emmi (Waltraud Martinen und Elisabeth Konrad), frei nach ihrem Lebensmotto „Wir sind nicht neugierig, aber gerne gut informiert“, ihr Halbwissen an die Nickselsens weitergeben, spitzt sich die Geschichte dramatisch zu.

Angeblich haben sie die aufgetakelte Susi mit einem älteren Mann in einem Hotelzimmer verschwinden und nicht wieder herauskommen sehen. Glücklicherweise kann die Situation schnell aufgeklärt werden: Bei dem älteren Herren handelt es sich um Chris, ihren Cousin aus Amerika, den Susi im Internet ausfindig gemacht hatte und der seine Verwandtschaft nun in einem einwandfreien Friesisch-Englisch begrüßt.

Ein Theaterstück, bei dem die Lachmuskeln strapaziert und die schauspielerischen Leistungen mit sehr viel Applaus belohnt wurden. Jens Quedens überreichte eine Spende des Öömrang Ferian in Höhe von 300 Euro und war nicht nur von der Darbietung überzeugt, sondern vor allem von den Darstellern begeistert, von denen er viele erstmals Friesisch sprechen hörte. Auch die Öömrang Teooterskööl sammelte wieder für einen guten Zweck und der Fokus lag auf der Unterstützung des Amrumer Segel- und Regattavereins und des Forstverbandes.

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