Nordseehalle : Der Abriss hat begonnen

Bald nur noch Geschichte: Die 50 Jahre alte Mehrzweckhalle.
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Bald nur noch Geschichte: Die 50 Jahre alte Mehrzweckhalle.

Der ehemalige Wittdüner Veranstaltungssaal wird in seine Einzelteile zerlegt. Auf dem Grundstück entsteht ein genossenschaftliches Wohnprojekt.

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19. Januar 2015, 07:30 Uhr

Rund ein halbes Jahrhundert stand sie in der Mittelstraße, jetzt wird die Nordseehalle abgerissen. Noch bis zum 14. Februar sollen die Arbeiten nach der derzeitigen Planung andauern. „Das Abbruchunternehmen konnte zwar aufgrund des Sturms erst einen Tag später als vorgesehen beginnen, doch gehe ich derzeit davon aus, dass der Zeitplan eingehalten wird“, erklärt Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus. Auf dem Grundstück, das in Form eines Kooperationsvertrags in der Hand der Gemeinde verbleibt, wird noch in diesem Frühjahr mit den Bauarbeiten zur Realisierung eines genossenschaftlichen Wohnbauprojekts begonnen.

Mitte der 1960-er Jahre wurde nach der Erinnerung eines Wittdüners die Mehrzweckhalle hinter der damaligen Kurverwaltung errichtet. Nachdem an der Inselstraße das ehemalige „Casino“ und alte Elektrizitätswerk, in dem die Feuerwehr, das Kino und die Strandkorbhalle untergebracht waren, abgerissen wurde, musste eine neue Bleibe gefunden werden.

Die Nordseehalle diente damals für die gemeindeeigenen Strandkörbe als Winterlager. Zudem hatte die freiwillige Feuerwehr dort eine Bleibe gefunden. Und auch das damals angeschaffte Tragkraftspritzenfahrzeug der Feuerwehr fand seinen Unterstand im linken Gebäudeteil, bis 1981 das heutige Gerätehaus mit viel Eigenleistung der Kameraden fertiggestellt wurde. Der Bauhof der Kurverwaltung Wittdün kam ebenfalls in der Halle unter. Mittlerweile befinden sich schon seit vielen Jahren die Maschinen und die Werkstatt in der Mehrzweckhalle am Seezeichenhafen.

„So weit ich mich noch erinnern kann, hat die Nordseehalle ihren Namen erst 1986 von dem damals neu gewählten Bürgermeister Karl-Heinz Kanzler erhalten“, erinnert sich Jürgen Jungclaus. Das Halleninnere wurde damals mit viel Aufwand umgestaltet und eignete sich dann dank einer Luftheizung auch ganzjährig für Veranstaltungen. Die bei der Gemeinde noch vorhandenen Strandkörbe wurden anderweitig untergebracht.

Mit dem Abriss der „Nordseehalle“ werden bei vielen Amrumern sicher wieder Erinnerungen wach. Rauschende Feste, ausgerichtet von Feuerwehr, Schützen und anderen Vereinen der Insel haben über die Jahrzehnte das gemeinschaftliche Inselleben bereichert. Nicht zu vergessen dabei sind auch die legendären Silvesterpartys, die einst regelmäßig für ein volles Haus sorgten. Sicher wird man sich in Zukunft noch so manches Mal wünschen, auf solch eine Halle zurückgreifen zu können. Da aber die Zeit an der Nordseehalle nicht spurlos vorübergegangen ist, eignete sie sich zuletzt nur unter viel Aufwand für Feste und Veranstaltungen. Die gesamtinsulare Infrastrukturausrichtung hat schon seit Jahren neue Schwerpunkte erfahren, bei denen andere Räumlichkeiten für gemeinsame Veranstaltungen genutzt werden.

Die Schutzstation Wattenmeer hat sich mit ihren Ausstellungsräumen ebenfalls von der Nordseehalle verabschieden müssen und wird voraussichtlich ans Amrum Badeland umziehen.

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