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Treffen in nieblum : Den Umbau der Welt fest im Visier

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Weltumbau ging im Haus des Gastes in seine zweite Runde. „Wibadiwum“ – Wir bauen die Welt um – ist eine Ideenwerkstatt, die im vergangenen Jahr auf Föhr mit einem Workshop den ersten Schritt auf dem Weg zu einem effektiven Klimaschutz tat.

Der Weltumbau ging im Nieblumer Haus des Gastes in seine zweite Runde. „Wibadiwum“ – Wir bauen die Welt um – ist ein Abkömmling des noch jungen Hamburger Competence Centers technische Dienste (CCTD), der im vergangenen Jahr auf Föhr mit einem Workshop den ersten Schritt auf dem Weg zu einem effektiven Klimaschutz tat. Dabei kommt es nicht von ungefähr, dass Föhr als Veranstaltungsort gewählt wurde, denn hier gibt es schon länger Bemühungen um den Klimaschutz.

„Föhr smart vernetzt“ lautete das Motto des Treffens, bei dem Überlegungen angestellt wurden, wie jeder als Hausbesitzer, Mieter oder Autofahrer praktische Maßnahmen ergreifen kann, um Klimaschädliches aus dem Alltag zu verbannen und regenerative Energien zu nutzen. Gleichzeitig ist aber auch das Ziel, die gewohnte Lebensqualität und den Komfort nicht zu opfern. Die Bemühungen um den Klimawandel stoßen allerdings auf globaler Ebene auf Widerstand, wobei der Kommunikationselektroniker Michael Frech besonders bei den Großmächten den größten Widerstand ausmachte. Als Konsequenz müssten überall in der Welt Allianzen entstehen, „die den Großen den Stuhl wegziehen“.

Wieder war es den Organisatoren von „Wibadiwum“ gelungen, Fachleute aus den verschiedensten Bereichen rund um die Energiewende nach Nieblum zu holen. Dabei wurden Neuerungen unter anderem aus dem Bereich der Stromspeicherung vorgestellt, aber es ging auch um ein ganz konkretes Projekt: Der Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Wyk soll energetisch derart umgestaltet werden, dass rund um das Gebäude mehr Energie erzeugt als für den Betrieb verbraucht wird. Dr. Roland Kopetzky, der den Kindergarten als Projektleiter von „Wibadiwum“ genau untersucht hatte, stellte die Möglichkeiten vor und hatte dabei mit Heidi Braun eine besonders interessierte Zuhörerin. Ist sie doch nicht nur die Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum, sondern auch die Vorsitzende der Awo.

„Die Prämisse für die Umgestaltung des Kindergartens ist ein stabiles System, das einfach zu bedienen ist. Also nur so viel Techjnik wie nötig, wobei das Neue in das Bestehende integriert werden muss“, erklärte Kopetzky. Die Stromerzeugung soll nach der Vorstellung des Ingenieurs mit Hilfe von Fotovoltaik geschehen, wobei auch die Speicherung der erzeugten Energie berücksichtigt wird. Durch intelligente Vernetzung soll eine Art „smart home“ entstehen, wobei die Messtechnik so ausgerichtet wird, dass eine laufende Erfassung des Verbrauchs stattfindet. Schließlich ist auch eine Effizienzoptimierung, etwa durch Wärmerückgewinnung, vorgesehen. Dieses Projekt soll nach Auskunft von Kopetzky möglichst noch in diesem Herbst in Angriff genommen werden, damit die Inbetriebnahme im kommenden Jahr stattfinden kann.

„Die Konzepte zur Einsparung von 50 bis 80 Prozent der Energie existieren, sie finden jedoch keinen Markt“, hob der Redner hervor. Durch ihre Verwirklichung im Awo-Kindergarten erhofft sich der Projektleiter, dass die Systeme bekannt und deren Funktionstüchtigkeit unter Beweis gestellt werden. Wobei die Finanzierung des Projektes mit dem „Wum“ realisiert werden soll, ein neues Payback-System, das „Wibadiwum“ Anfang September bei der Berliner Funkausstellung offiziell vorstellen will. Vom Herbst an soll der „Wum“ dann beim ökologischen Einkauf zu erhalten sein.

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erstellt am 28.Aug.2014 | 08:00 Uhr

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