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Tolle Stimmung : Den Nerv des Föhrer Publikums getroffen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Seit 35 Jahren steht Heinz Rudolf Kunze auf der Bühne. In Wyk bot er einen musikalischen Querschnitt und begeisterte die Zuschauer.

„Das letzte Mal bin ich auf Föhr gewesen, da war ich fünf – also vor ungefähr 20 Jahren“, begann Heinz Rudolf Kunze sein Konzert in der Wyker Nationalparkhalle mit einem Gag. Dann spielte der 59-Jährige den Song „Balkonfrühstück“ von seinem Debütalbum an – der Auftakt einer Reise quer durch des Künstlers mittlerweile 35-jähriges musikalisches Schaffen.

Mit markanter Stimme und klaren, ungeschönten Worten sang Kunze im Anschluss über Liebe, Depressionen oder ganz alltägliche Situationen und traf damit den Nerv des Publikums. Zwischendurch: Immer wieder Verse oder kleine Geschichten – teils lustig, teils ernst oder auch bewegend und allesamt aus der eigenen Feder.

Für eingefleischte Kunze-Fans ein Novum: Der Musiker stand allein auf der Bühne, zusammen mit drei Gitarren und einem Klavier. Seit dem Sommer ist er im Rahmen seiner Tour „Einstimmig“ ohne seine Ensembles „Räuberzivil“ und „Heinz Rudolf Kunze & Verstärkung“ unterwegs und begeistert das Publikum in der gesamten Bundesrepublik.

„Erstmals wurde ich auf einer Gala in Dessau dazu bewegt, drei Stücke allein zu machen, daraus wurden dann fünf“, erklärt der Musiker. Und die seien so gut angekommen, dass er sich zu einer Solo-Tour überreden ließ. „Vorher hatte ich mich nie getraut, allein aufzutreten. Aber den Leuten gefällt es, und mir auch.“ Es sei schön, auch mal etwas Neues zu machen, so Kunze weiter. Er genieße die Stunden, die er auf der Bühne stehe und vergesse dabei die Zeit.

Die Solo-Premiere feierte er im Sommer auf Amrum. Und die wurde derart begeistert aufgenommen, dass ein zweiter Auftritt auf Föhr vereinbart wurde. So kam es, dass Kunze erstmals nach dem Weihnachtsfest Konzerte geben muss. Und auch die Nationalparkhalle war restlos gefüllt. Das Publikum brauchte ein wenig Zeit, um warm zu werden. Nach einigen Liedern aber wurde mitgeklatscht und mitgesungen. Kein leichter Einstieg, den der Künstler gelassen nahm: „Die Menschen hier sind abwartend und stehen nicht sofort auf. Sie brauchen etwas Zeit. Aber wenn man das kennt und sich drauf einstellt, dann kommt man damit klar.“

Und die Zurückhaltung war tatsächlich von kurzer Dauer. Die Zuschauer kamen in Feierlaune und bei den Zugaben, die nach seinem größten Hit „Dein ist mein ganzes Herz“ eingefordert wurden, hielt es kaum einen mehr auf seinem Platz. Dabei war der Abend nicht nur für den Akteur, sondern auch für das Publikum harter Tobak, denn der Künstler verzichtete auf eine Pause. Um die Spannung nicht zu verlieren, wie er erklärte: „Ich weiß, dass man auch über die Texte nachdenken möchte. Aber wir haben alle mehr von dem Konzert, wenn ich ohne Pause spiele.“

Und die Zuschauer waren auch ohne Unterbrechung begeistert. Ein wunderbarer Abend, der Besuch habe sich gelohnt, schilderte etwa Jörg Carstensen seinen Eindruck. „Er darf sehr gern wiederkommen, es soll aber nicht wieder so lange dauern.“

Tatsächlich war Heinz Rudolf Kunze erst einmal auf Föhr gewesen: Als fünfjähriger Junge zum Strandurlaub mit seinen Eltern. Nun aber, verriet er, könne er sich vorstellen, öfter auf die Insel zu kommen.

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erstellt am 28.Dez.2015 | 20:12 Uhr

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