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Der Erste Weltkrieg : Den Leiden im Lazarett erlegen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Nachricht aus dem fernen Russland kam schnell nach Föhr: Der Wrixumer John Reinhold Ecklund wollte einen Kameraden aus Nieblum retten und wurde an der Ostfront verwundet.

Die Nachricht aus dem fernen Russland kam schnell nach Föhr. Am 21. September 1915 erlag John Reinhold Ecklund (geb.1892) aus Wrixum seinen sechs Tage alten Verwundungen in einem Lazarett in Kupischki. Wenige Tage später erschien die Todesanzeige der „schwer geprüften Eltern“ in der „Föhrer Zeitung“. Sie endet mit den Worten: „Ihm der Friede, uns der Schmerz.“

John R. Ecklunds Elternhaus steht noch in Ohl-Dörp 2. Die Nachfahren seines Bruders Arend (1891-1980), der aus dem Ersten Weltkrieg heimkehrte, leben heute dort. In der „Chronik der Gemeinde Wrixum“ heißt es über Arend: Er „galt im Dorf als ganz ruhiger und bedächtiger Mann. Was ihm keiner ansah, war, dass er ein enormes Gedächtnis hatte. Wenn er sonntags von der Kirche nach Hause kam, konnte er die Predigt des Pastors wiederholen.“

John R. und Arend waren die Söhne von Volkert Boysen Ecklund (1863-1943) und dessen Frau Elena (1864-1937) aus Boldixum. Und über ihren Vater wurden sie die Enkel eines bekannten Mannes im Dorf. Er hieß ebenfalls Arend Ecklund (1832-1920) und war von 1879 bis 1910 der Gemeindevorsteher. Zu seiner Zeit wurden ein Feldhüter für die Sommermonate und ein Nachtwächter für den Winter eingestellt. 1899 kam eine Anfrage von der Oberpostdirektion Kiel, ob Wrixum eine Fahrstelle für die Weiterleitung der Post in die anderen Dörfer einrichten würde. Der Gemeindevorsteher Arend Ecklund war der Sohn des Pellwormer Kapitäns Johann Daniel Ecklund, der mit seiner Frau Helene in der Boldixumer Ocke-Nerong-Str. 4 wohnte. Helene kam als Tochter des berühmten Kapitäns Haye Laurens (1753-1835) von Hallig Hooge zur Welt. Und so wurde sie die Urgroßmutter von John R. Ecklund.

In der Familie Ecklund sollte es noch einmal einen Wrixumer Ortsvorsteher geben. Elene, die Tochter des gedächtnisstarken Arend, heiratete den Kapitän Hans Nissen (1915-2002). Der musste sein Amt jedoch aus beruflichen Gründen nach einem Jahr bereits wieder aufgeben.

John R. Ecklund, Student des Maschinenbaus in Wismar, kämpfte im Osten unter Hindenburg, wie im Kirchenbuch anlässlich der am 24. Oktober 1915 für ihn gehaltenen Gedächtnisrede vermerkt ist. Er fand den Tod, als er seinen Nieblumer Kameraden Ocke Julius Nahmens (1888-1915) retten wollte. Über John R. Ecklund heißt es abschließend: „Jetzt ruht er aus vom Kampfe im Heldengrab in Feindesland.“ Die wenigsten Soldaten konnten in der Heimaterde bestattet werden.


Und was geschieht auf den Inseln?

Eine Oldsumerin erzählt: „Während des Ersten Weltkriegs gab es für die Frauen keine Unterstützung und kein Kindergeld. Erst im letzten Kriegsjahr erhielt ich 7,50 Mark im Monat.“ Für die Amrumer Inselwache wurden zur körperlichen Ertüchtigung und um etwas gegen die zeitweise lähmende Langeweile zu tun, Turngeräte beim Wyker Turnerbund ausgeliehen. Diese wurden im Saal des „Hotel Quedens“ aufgestellt, und „noch lange zeigten einige Schrammen an der Saaldecke den Ort, an dem der Riesenschwung geglückt war.“

Auch der Wyker Peter Lund (1881-1952), genannt „Schnuffke“, weil er beim Atmen die Luft so an seiner Pfeife vorbeizog, dass entsprechende Laute entstanden, gehörte zeitweise zur Amrumer Inselwache. In den Räumen des Wittdüner Kurhauses soll sich die Wandmalerei eines „Kompaniegenies“ befunden haben mit dem Untertitel: „S.M.S. ‚Muckepike‘, Führer Admiral Lund, bei einem Angriff auf die englische Küste.“

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erstellt am 07.Okt.2015 | 17:30 Uhr

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