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Nach Entscheidung in Oevenum : Deichverstärkung in der Warteschleife

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Gemeindevertretung spricht sich mehrheitlich gegen den Verkauf eines Teils des Mittelfardingsweges an Elmeere aus.

Die Deichverstärkung Dunsum/Utersum wird warten müssen: Mit einer knappen 5:4-Entscheidung erteilten die Oevenumer Gemeindevertreter dem Verkauf eines Teilstücks des Mittelfardingsweges an Elmeere eine Absage. Der war Voraussetzung für die Kleientnahme aus deren Kerngebiet, in dem zwei Flächen zusammengelegt und der Weg eingebunden werden sollten. Eine Win-Win-Situation, die nun Makulatur ist: Die Entnahme des Materials – immerhin 300  000 Kubikmeter – hätte der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) übernommen, der im Gegenzug den Aushub für den Deichbau verwendet hätte (wir berichteten).

Zirka 800 Meter ist das Wegstück lang, das marode ist und von der Gemeinde nicht mehr genutzt wird. Weshalb Bürgermeisterin Gisela Riemann – Befürworterin des Verkaufs – auch keinen rationalen Grund für die Entscheidung sieht. Allerdings hielt sich ihre Enttäuschung in Grenzen, denn das Votum hatte sich abgezeichnet. Anders beim LKN, wo Direktor Dr. Johannes Oelerich aus seiner Enttäuschung keinen Hehl macht. Und der Insel nun ein Problem bescheinigt. Denn der letzte noch verbliebene Abschnitt der Deichverstärkung auf Föhr könne wegen fehlenden geeigneten Abdeckbodens nicht weiterverfolgt werden. „Die Sicherheit der Menschen auf Föhr, die in den hochwassergefährdeten Bereichen wohnen und wirtschaften, wird leichtfertig aufs Spiel gesetzt“, so Oelerich.

30  000 Euro hatte Elmeere für den Weg geboten. Für die Bedarfsgemeinde Oevenum eine stolze Summe, deren Verwendung Gemeindevertreter Joachim Christiansen, der vor der Abstimmung ein flammendes Plädoyer für den Verkauf hielt, bereits klar vor Augen hatte: „Wir könnten mit dem Geld in der Marsch die Gräben ausbaggern, die Banketten herrichten und dem Problem Bisam zu Leibe zu rücken“, so Christiansen. Dinge, für die sonst schlicht das Geld fehle.

Worte, die ihre Empfänger nicht erreichten. „Kein guter Tag für Föhr“, konstatiert denn auch Deichgraf Karl-Julius Volkerts. Er hatte noch in der Einwohnerversammlung im Januar für den Verkauf geworben. Volkerts ist nicht nur in den Küstenschutz involviert, sondern auch direkter Nachbar von Elmeere und Landwirt. Letzte sind mittlerweile, allen Animositäten zum Trotz, umgeschwenkt und stellen die Sicherheit der Deiche über die Streitigkeiten mit Dieter Risse.

Der Elmeere-Vorsitzende muss mit der Entscheidung leben und betont, dass sich auf den Flächen nun nichts verändert. „Wir werden weitermachen, mit dem Problem, dass der Bisam unsere Renaturierung behindert, indem er die feuchten Senken abgräbt.“

Und der LKN muss auf alternative Flächen hoffen. Dass diese Mangelware sind, hatte Oelerich bereits in der Einwohnerversammlung deutlich gemacht. Ein Plan B ist somit in weiter Ferne. Gern würde man auch weiterhin dem Wunsch der Föhrer nachkommen, infolge des Kleiabbaus keine verstreut in der Marsch liegenden Wasserlöcher zu schaffen, so der LKN-Chef. „Wir erwarten jetzt belastbare Vorschläge von der Insel, wo wir die notwendigen Kleimengen gewinnen können.“

Hätten die Oevenumer Gemeindevertreter anders abgestimmt, hatte Oelerich einen Beginn der Deichverstärkung für 2018 in Aussicht gestellt. Auch das ist nun Makulatur: „Wir werden zunächst die Folgen mit den betroffenen Organisationen vom Umweltministerium bis zum Amt Föhr-Amrum besprechen und das weitere Vorgehen abstimmen. Aussagen zur zeitlichen Umsetzung können wir daher zurzeit nicht machen.“


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erstellt am 26.Feb.2016 | 08:00 Uhr

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