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Aquaföhr : Das Wellenbad ist ein Energiefresser

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ein Gutachter gibt dem Finanzausschuss Empfehlungen zur Sanierung des alten Gebäudes. Durch den Bau einer neuen Schwimmhalle könnten 30 Prozent Heizkosten gespart werden.

In Sachen Energieeinsparung kann beim Wyker Aquaföhr noch eine ganze Menge getan werden. Ausführlich informierte der Ingenieur Professor Ernst-Peter Schradieck aus Stade den Wyker Finanzausschuss, der unter Vorsitz von Jürgen Poschmann tagte, über die Ergebnisse einer Untersuchung, die allerdings auf Daten der Jahre 2008 und 2009 basiert. „Die Bausubstanz ist erhaltenswert, aber der Energiebedarf erheblich“, so der Fachmann, der verschiedene Varianten für die Umgestaltung des Wellenbades und des Kurmittelhauses vorstellte. Dabei ging es ihm nicht nur um die Sanierung zur Erhaltung der Bausubstanz, sondern auch um kosmetische Änderungen, die das Gebäude insgesamt für die Besucher attraktiver machen sollen.

Alleine das Schwimmbad weist eine Fläche von 3700 Quadratmetern und ein Luftvolumen von 180 00 Kubikmetern auf, die es zu beheizen gilt. Beim Bau einer neuen Halle könnten nach Überzeugung von Schradieck etwa 30 Prozent der Energie eingespart werden. Aber auch durch die Sanierung der Außenwände, des Daches und der Fenster lasse sich eine ganze Menge erreichen. Gerade die Fenster fanden in den Augen des Fachmanns wenig Gnade. So würden die Alu-Rahmen die Wärme nach außen leiten und außerdem sind die Scheiben teilweise blind, was sich auf das Erscheinungsbild des Gebäudes äußerst negativ auswirke. „Eine Änderung bei den Fenstern ist das Gebot der Stunde“, betonte Schradieck. Dabei empfahl er dringend, Fenster und Außenwand in einem Zug zu sanieren, da beide zusammengehörten.

Festgestellt wird im Gutachten des Professors auch, dass das direkt am Strand gelegene Gebäude hochgradig undicht sei, und bei Wind mehr Heizenergie benötigt werde. Dabei fiel sein Blick auch auf das Dach des Aquaföhr, das gedämmt und abgedichtet werden sollte. In diesem Zusammenhang sollte man auch die Möglichkeiten der Photovoltaik und umweltfreundlicher Warmwassergewinnung im Auge behalten.

„Auch die Anlagentechnik ist ausbaufähig“, hat Schradieck erkannt.Vor allem im Bereich der Automatik gebe es Schwachstellen: „Falsche Sensoren liefern falsche Messwerte“. Eine Wärmerückgewinnungsanlage sei zwar vorhanden, aber nicht effizient. Es wäre klug, so der Sachverständige abschließend, Konzepte zu ersinnen, in deren Erstellung Architekten und Energieberater eingebunden sind, die sich mit dem Schwimmbadbereich auskennen. „Ohne Fachleute geht dabei überhaupt nichts“.

Einstimmig votierte der Finanzausschuss für eine Beteiligung an der nächsten Förderphase der Aktiv-Region Uthlande. Zur Umsetzung der integrierten Entwicklungsstrategie wird sich die Stadt jährlich mit einem Beitrag von 1,99 Euro pro Einwohner beteiligen.

Die Erschließung des Baugebietes am Kortdeelsweg soll nach Information des Bürgermeisters im kommenden Jahr beginnen, wobei die Wetterlage sich auf den Termin der Fertigstellung auswirken könne. Für das Wohnprojekt an der Boldixumer Straße gebe es jetzt, so Raffelhüschen weiter, zehn echte Interessenten, die voraussichtlich noch in der zweiten Hälfte des September zu einem Treffen eingeladen werden sollten. Die Bauausschuss-Vorsitzende Dr. Silke Ofterdinger-Degel forderte in diesem Zusammenhang, dass die Hülle des geplanten Gebäudes dem Ausschuss vorgestellt werden sollte, bevor Verträge unterschrieben werden.

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erstellt am 03.Sep.2014 | 11:45 Uhr

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