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Aktion „Menschen des Jahres“ : Das sind unsere Kandidaten

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Außergewöhnliches Engagement im Alltag: Die Leser des Insel-Boten haben die Qual der Wahl. Abgestimmt werden kann bis zum 26. November.

shz.de von
erstellt am 20.Nov.2014 | 18:29 Uhr

Tausende Menschen engagieren sich für das  Gemeinwohl. Sie beweisen  Mitmenschlichkeit oder Zivilcourage, sind als  „Helden des Alltags“ still und leise das Rückgrat der Gesellschaft. Und viele tun das ganz ohne Erwartungen. Dabei ist es gut,  diesen Bürgern einmal für ihren selbstlosen Einsatz zu danken und sie zu würdigen. Unsere Zeitung und unsere Leser  wollen  dies tun. Und so rufen die Redaktionen des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z) und des A.-Beig-Verlages auch 2014 die  Aktion „Menschen des Jahres“ aus. Seit 2002 gehört diese Leser-Aktion zu  unserer Zeitung.   Nominiert werden Bürger, die durch besonderes ehrenamtliches Wirken oder selbstlosen Einsatz für Mitmenschen aufgefallen sind.  Die bundesweit einmalige Aktion   wird mit der Flensburger Brauerei als Partner gestaltet. Seit 2011 werden die  „Menschen des Jahres“ auch im Bereich des Insel-Boten gewählt.

Und das funktioniert so: Die Redaktion nominiert Kandidaten in ihrem Verbreitungsgebiet, die sich durch ehrenamtliches Handeln hervorgetan haben. Die Leserinnen und Leser  können ihre Stimme abgeben. Die lokalen Sieger der Aktion     nehmen  an der Wahl zum „Menschen des Jahres 2014“ auf Landesebene teil, die im Dezember erfolgt.

Die Leser des Insel-Boten wählen aus drei  Vorschlägen den Kandidaten, der für unsere Zeitung ins Rennen geht. Abgestimmt wird bis zum 26. November. Und wer weiß, vielleicht gewinnt ja der IB-Kandidat am Ende wieder auf Landesebene, so wie im vergangenen Jahr die Rettungsschwimmer Brar und Beate Nissen. Doch das Wichtigste  ist:  Die  Aktion „Menschen des Jahres“ zollt  stets  dem ehrenamtlichen Engagement der Menschen in Schleswig-Holstein Respekt und Anerkennung.

 

Traute Diekmann: Stets zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird

Sie hat es  selbst nicht immer leicht gehabt, doch wenn andere in Not sind, ist sie stets zur Stelle. Traute Diekmann engagiert sich nicht nur im Roten Kreuz (DRK) und im Sozialverband,  sie  hilft auch im ganz privaten Bereich,  bekocht jeden Tag einen alten Herrn und kümmert sich – obwohl selbst schon 77 Jahre alt –  regelmäßig um  eine  Seniorin. „In der Familie habe ich schon die Oma, den Mann, den Bruder und zwei Hunde gepflegt“, meint sie lachend. 

 Und sie hat – neben fünf eigenen – 13 Pflegekinder groß gezogen,  kleinen Menschen, die es in ihrem Leben bis dahin nicht gut hatten, ein liebevolles Zuhause gegeben.       „Wir hatten immer ein offenes Haus“,  berichtet sie, dass diese Kinder anfangs durch Mundpropaganda bei ihr landeten, bis dann auch das Jugendamt auf die patente Ersatzmutter aufmerksam wurde und ihr Pflegekinder schickte.

Ihre eigene Kindheit, die die 1937 geborene auf einem Gut bei Eckernförde verbrachte, war alles andere als einfach. Ihre Eltern waren dort Deputatarbeiter, die in Naturalien entlohnt wurden. Die kleine Traute musste schon mit fünf Jahren auf den Feldern helfen,  mit 14 ging sie nach Hamburg „in Stellung“  und landete schließlich, als junge alleinerziehende Mutter, auf einem Bauernhof in Boldixum. Auf Föhr lernte sie ihren Mann kennen, mit dem sie nach Alkersum zog.

Trotz der großen Kinderschar  begann sie bereits 1973, sich im DRK zu engagieren, machte diverse Ausbildungen, unter anderem zur Schwesternhelferin, und wurde später selbst Ausbilderin, hat in ihren Kursen unzählige Insulaner in Erster Hilfe und  Sofortmaßnahmen am Unfallort unterwiesen  und  sich in vielen anderen Bereichen für das DRK eingesetzt.        1982 trat sie dem Sozialverband bei, der damals noch Reichsbund hieß, sie wirkt seit 1986  im Orts- und im Kreisvorstand des Verbandes.

 1990 zog Traute Diekmann nach Oldsum, nahm ihren kranken Bruder  auf und pflegte ihn viele Jahre.  Die sozial so engagierte  Frau verfügt darüber hinaus über eine große künstlerische Begabung. Sie hat ihre Fotos und Keramik-Skulpturen bereits erfolgreich in mehreren Ausstellungen auf Föhr   gezeigt.

(Petra Kölschbach)

 

Usche Meuche und Renate Sieck: Sperrgutbasar: Weit mehr als ein Umweltprojekt

Über Jahre waren Usche Meuche und Renate Sieck  nicht nur das „Dreamteam“  der Grünen in der  Stadtvertretung,  sondern auch als resolute  „Mütter“ des  Sperrgutbasars ein unschlagbares Gespann.  Der Sperrgutbasar, das ist eine einfache Idee, die Sieck im Jahr  1992 von einer Berlin-Reise mitbrachte:   Möbelstücke und  Haushaltsgegenstände, die  man selbst nicht mehr gebrauchen kann, die aber noch einwandfrei sind,  werden dort abgegeben und können von  anderen Menschen kostenlos mitgenommen werden.  Ein Beitrag zur Müllvermeidung, „weil auf Föhr immer so viel Sperrmüll vor den Türen stand“, erinnert sich die Initiatorin, die nicht nur in Usche Meuche gleich eine Mitstreiterin fand, sondern auch  bei der Stadt offene Türen einlief.

Zunächst war der Basar in der alten Feuerwache, dem heutigen Jugendzentrum untergebracht, „und schon am Eröffnungstag war viel los“, so Sieck.  Im Mai 1996 konnte  die Halle neben der öffentlichen Waage eingeweiht werden, für die die Stadt dem Bund für Umwelt und Naturschutz als Träger das Grundstück zur Verfügung gestellt hatte.  Dort herrscht  seither jeden Mittwoch und Freitag nachmittags Hochbetrieb.  „Das Sperrmüllaufkommen auf der Insel hat sich seit es uns gibt  um 49 Prozent verringert“, weiß Sieck.    Anfangs landete nur Sperr-„Müll“ im Basar,  bis Usche Meuche die Idee hatte, auch Kleidungsstücke anzunehmen. „Was hier nicht geht und noch gut erhalten ist, schicken wir dann nach Siebenbürgen“, berichtet die 76-Jährige, die bereits seit vielen Jahren Hilfstransporte in diese Region organisiert.

Längst ist aus dem Sperrgutbasar viel mehr als ein Umschlagplatz geworden.  Er  hat sich zum  Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt, zur Anlaufstelle für Menschen, die sonst kaum Kontakte haben und auf einen Schnack bei Kaffee und Kuchen vorbeikommen. Usche Meuche musste sich inzwischen aus gesundheitlichen Gründen aus der aktiven Arbeit zurückziehen,  doch die vier Jahre jüngere Renate Sieck hat ein engagiertes Team um sich geschart.

(Petra Kölschbach)

 

Dieter Kalisch: Naturschutz wurde zur Lebensaufgabe

Dieter Kalisch wurde zwar 1940 in Berlin geboren und  lebt in Hamburg, doch auf Amrum hat er seine Lebensaufgabe gefunden: Er  setzt sich seit Jahrzehnten mit großem Engagement für den Naturschutz auf der Insel ein.  Kalisch  engagiert sich seit 1971 ehrenamtlich für den „Verein Jordsand“, seit 1976 auch als Betreuer des Naturschutzgebietes „Nordspitze Amrum“. Dabei arbeitet er   eng mit den Insulanern und  mit  Institutionen wie der Schutzstation Wattenmeer zusammen. Der Vogelwart  hat  es stets verstanden, zwischen den Belangen der Insulaner und denen des Naturschutzes zu vermitteln.

 Dieter Kalisch hält sich regelmäßig in „seinem“ Naturschutzgebiet auf, pflegt dort die Bohlenwege, die durch die Dünen führen,  und bietet von Frühjahr bis Herbst täglich Führungen für Feriengäste an. In den Wintermonaten kümmert er sich zudem um  „gestrandete“ Kegelrobbenbabys  an der Odde. Die Jungtiere bedürfen einer Schutz- und Ruhezone, um ungestört von neugierigen  Strandspaziergängern  von  ihren Müttern versorgt werden zu können.

Von Frühjahr bis Herbst verbringen  Dieter Kalisch und seine Ehefrau Jutta  ihre Zeit auf der Insel  und kümmern  sich gemeinsam  mit anderen Helfern des Vereins Jordsand  um das Vogelwärter-Häuschen  auf der Odde und das Naturschutzgebiet. Er wolle „den Job solange  machen, wie die Gesundheit es erlaubt“, denkt  der engagierte Naturschützer auch nach 43 Jahren Einsatz an der  Amrumer Nordspitze noch lange nicht ans aufhören.

 Dabei ist die Arbeit am Vogelwärterhäuschen nicht sein  einziges Ehrenamt. In Hamburg engagiert er  sich  in einem weiteren Projekt: Seit 46 Jahren  organisiert Dieter Kalisch  die  Fototage in Hamburg-Eimsbüttel. „Dort  bieten wir allen Fotofreunden Veranstaltungen zu den verschiedensten Sachbereichen aus der Welt der Fotografie an. Dazu gehören neben einer  Foto-Ausstellung auch Vorträge, Diaschauen, Workshops und der traditionelle Foto-Flohmarkt“, berichtet er.

(Thomas Oelers)

 

Und so stimmen Sie ab

Sie können sich auf vielfältige Weise an der Aktion  beteiligen. Zum Beispiel den Coupon aus dem Insel-Boten ausfüllen und  einsenden an: Insel-Bote, Große Straße 16, 25938 Wyk. Sie können für ihren „Menschen des Jahres“ anrufen (für 14 Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk deutlich teurer). Die Stimmen werden bis  zum  26. November  gesammelt.

Die Rufnummern:

Traute Diekmann: 01375-80401234 01

Usche Meuche/Renate Sieck: 01375-80401234 02

Dieter Kalisch: 01375-80401234 03

Oder schicken Sie eine SMS  mit dem Inhalt „shz ib“ und der Kandidatennummer (also etwa „shz ib 01“) an  die Nummer 42020 (Kosten tarifabhängig, wie normale SMS).

Oder stimmen Sie  online  ab auf unserer Homepage www.shz.de/menschdesjahres

Abstimmen können Sie auch auf  facebook.com/inselbote

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