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auf Föhr : Das Nieblumer Multi-Sport-Festival

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Regatta zog Hunderte an den Surfstrand. Als der Wind nicht reichte, wurde gepaddelt.

Sylt mag die größeren Windsurf-Events haben – Föhr hat die originelleren. Jetzt zeigte sich einmal mehr, wieso Föhr am Himmelfahrtswochenende für Wassersportler aus ganz Deutschland eine Reise wert ist – und das schon seit 37 Jahren. Denn so lange gibt es jetzt den Föhr-Cup, und was im letzten Jahrhundert als eine Regatta allein für Windsurfer gestartet ist, hat sich zu einem beeindruckenden Multi-Sport-Festival weiterentwickelt – mit Wind- und Kitesurfen, Stand-up-Paddeln und Catamaran-Rennen. Folge: Unabhängig vom Wind sind am Nieblumer Surfstrand spannende und spektakuläre Wettkämpfe garantiert.

Bei den Windsurfern kam es so, wie es der Insel-Bote in der vergangenen Woche bereits prognostiziert hatte: Bei Wind werden die Karten neu gemischt. Und so siegte in der Gesamtwertung wie in der Wertung der Herren mit Fabian Wolf aus Wentorf bei Hamburg einer, der im Gegensatz zu den letztjährigen Abonnement-Gewinnern seine Zukunft im Surfsport noch vor sich hat. Er setzte sich gegen Normen Günzlein durch, immerhin dreifacher Vize-Europameister im Windsurfen. Auf dem dritten Platz landete Vorjahressieger Hubertus Tesdorpf aus Bad Oldesloe.

Bei den Damen war das Hamburger Duo Janne und Caro Besendahl am Ende vorn, gefolgt von Yvonne Nößler auf Rang drei. Sie rettete als einzige Föhrerin die Ehre der Insel bei der Regatta. Die Surferin aus Borgsum, im letzten Jahr durch eine Knieverletzung noch vor einer unsicheren sportlichen Zukunft, war unbestritten die „Siegerin der Herzen“. Bei der reiferen Jugend, den Masters über 40, setzte sich Vorjahres-Gesamtsieger Tesdorpf gegen Markus Becker und Ex-Föhrcup-Gewinner Matthias Thede aus Rosengarten bei Hamburg durch.

Doch bekanntlich kommt es erstens meistens anders als man zweitens meistens denkt. Als der Wind am zweiten Regattatag in die Knie ging, bewies Regattaleiter Dirk Hückstädt sein Organisations- und Improvisationstalent. Am Freitag hieß es „last man standing“ – wer bei einem Achter-Rundkurs als letzter auf dem Surfboard steht, hat gewonnen. Da hier – anders als sonst beim Surfen – Ringkampfeinlagen auf dem Brett ausdrücklich erwünscht und erlaubt waren, entwickelte sich in knietiefem Wasser eine Schlacht, die kein Auge und auch sonst nichts trocken ließ. Günzlein, gesegnet mit reichlich Wettkampferfahrung, war am Ende der letzte, der noch stand. Er erhielt bei der Siegerehrung den traditionellen Schinken, den der Gewinner dann großzügig und höchstselbst in mundgerechte Stücke zerhobelte.

Am windschwachen Sonnabend machte Regattaleiter Hückstädt eine aktuell boomende Trendsportart zur Föhr-Cup-Disziplin: Zum ersten Mal wurde bei der traditionsreichen Windsurf-Regatta ein „Stand-up-Paddle“-Wettbewerb ausgetragen. Dabei ersetzen lange Paddel die Windsurf-Segel. Thilo Bich setzte sich in einem packenden Finale gegen Günzlein und Timo Föhr (kein Witz!) durch. Anschließend gewann das Vater-Tochter-Duo Torsten und Lea Wolf ein 15-Kilometer-Catamaran-Rennen und machte den Familien-Triumph perfekt – denn Gesamtsieger Fabian Wolf holte sich für die schnellste gefahrene Runde auch noch den „Föhr-Cup“, der jetzt mindestens ein Jahr lang das Wolf’sche Wohnzimmer schmücken darf.

Regattaleiter Dirk Hückstädt freute sich sowohl über den gelungenen Ablauf unter anderen Vorzeichen als auch über die große Resonanz bei Aktiven und Zuschauern: 25 Starterinnen und Starter auf dem Wasser und mehrere hundert Zuschauer an den drei Regatta-Tagen machten den Föhr-Cup auch bei seiner 37. Auflage zu einem ersten Sport-Höhepunkt auf der Insel. „Ja, das hier ist schon etwas besonders“, sagte der sichtlich geschaffte und hörbar zufriedene Stationschef der Nieblumer Wassersportschule am späten Sonnabend nach der Siegerehrung. Während die Aktiven da die Tanzbeine schwangen, war Hückstädt in Gedanken schon bei der 38. Auflage der für neues offenen Traditionsregatta. Am 8. Mai nächsten Jahres soll es wieder losgehen.

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