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konzert in norddorf : Das Leben ist schon Inspiration genug

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mit deutschen, französischen, italienischen und portugiesischen Liedern kommt die Hamburger Sängerin und Songschreiberin Julia Schilinski am Montag nach Amrum. Das Konzert im Norddorfer Gemeindehaus beginnt um 20 Uhr.

Mit deutschen, französischen, italienischen und portugiesischen Liedern kommt die Hamburger Sängerin und Songschreiberin Julia Schilinski am Montag, 6. Oktober, nach Amrum. Unterstützt wird sie von Heiko Reese (Drums), Johannes Huth (Bass), Jakob Vinje (Piano) und Fjol von Forbach (Gitarre). Das Konzert im Norddorfer Gemeindehaus beginnt um 20 Uhr.

Badewanne oder Schulchor? Was hat Sie veranlasst, klassischen Gesang zu studieren?
Die Freude am Singen, das Glück, sich mit einem Ton auseinanderzusetzen, zu spüren, wie er schwingt, den ganzen Körper ausfüllt. Badewanne und Schulchor – das gab es beides.

Trotzdem ist die klassische Musik ja nur ein kleiner Teil ihres Repertoires. Sie haben in Portugal und Italien gelebt, singen Fado genauso selbstverständlich wie Gustav Mahler oder Soul-Klassiker mit Stefan Gwildis. Ist das notwendig, um als Sängerin über die Runden zu kommen oder ein tiefes inneres Bedürfnis?
Das war einfach immer so, es ging nicht anders. Musik ist auf so vielfältige Weise wunderbar, ich habe die Ausschließlichkeit in einer einzigen Disziplin nie verstanden. Für mich war es immer ganz natürlich. Schwierig war es eher für die anderen, weil der Mensch wohl ein Bedürfnis nach Einordnung hat.

Haben Sie jemals daran gedacht, „einfach nur“ Opernsängerin zu sein?
Nein, das wäre nie mein Leben geworden. Der ganze Habitus, diese große Form, das hat mich nie so berührt wie beispielsweise das Lied in seiner Schlichtheit und Natürlichkeit. Dazu kommt diese immense körperliche Kraft, die einem abgefordert wird. Das hätte für mich die komplette Hingabe an dieses Metier erfordert, das ich nicht aus ganzem Herzen liebte.


Großen Raum nimmt bei Ihnen auch Mikis Theodorakis ein. Für das Projekt „Ein Leben für die Freiheit“ mit Rolf Becker und Gerhard Folkerts hat Husum eine ganz besondere Rolle gespielt. Wie kam es dazu?
Ja, in der Tat. Dieses erste große gemeinsame Theodorakis-Projekt „Ein Leben für die Freiheit“ hat in Husum 2008 seinen Auftakt gefunden – in der Aula der beruflichen Schulen des Kreises Nordfriesland hatten wir unsere Premiere, lange bevor wir 2010 mit dieser Hommage zum 85. Geburtstag von Mikis Theodorakis im Hamburger Schauspielhaus zum ersten Mal zu Gast waren.

Am Montag spielen Sie mit Ihrer Band auf Amrum. Wie wichtig ist es, nicht nur Interpretin, sondern Liedermacherin zu sein?
Es ist eine weitere Art des persönlichen Ausdrucks. Sänger sind empfindsame Wesen, Herr von Brocken. Die meisten von uns versuchen, sich über die Musik mit der Welt da draußen, den anderen Menschen zu verbinden. Das geschieht durchaus auch in der reinen Interpretation, bekommt aber eine andere, vielleicht intimere Ebene, wenn Musik und Text in ihnen entstehen.
Aus welchen Quellen schöpfen Sie Ihre Inspiration?
Das Leben ist Inspiration genug, es ist alles bereits vorhanden. Jede Erfahrung, die wir machen, jedes Gefühl, das wir durchleben, jedes Tal und jede Höhe, die wir durchschreiten, das, was wir sehen, was wir bestehen, oder auch woran wir scheitern – das ist die Inspiration.

Ganz nebenbei sind Sie ja auch noch Mutter zweier Kinder. Das alles ist sicher nicht immer leicht miteinander zu vereinbaren. Wie schaffen Sie das?
Die beiden Mädchen hat mein Mann mit in die Ehe gebracht. Wir leben an den Wochenenden gemeinsam, und das ist gut so. Ich bin also nicht so wirklich Mutter, nur ein bisschen. Aber der Mensch kann vieles, wenn er es möchte.

Interview: Rüdiger Otto von Brocken


> Zu dieser Veranstaltung (und zurück) fährt ein Sonderbus, 19 Uhr ab Wittdün, 19.10 Uhr ab Nebel. Karten gibt es im Vorverkauf bei allen Büros der Amrum-Touristik.


 

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