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Tourismusverband Föhr : Das Kind braucht einen neuen Namen

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Verbandsmitglieder müssen umdenken: Die Gemeindeordnung sieht keine Beiräte vor. In der ersten Sitzung nach der Gründung wurden der Haushalt verabschiedet und Zukunftskonzepte beraten.

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erstellt am 10.Apr.2015 | 09:00 Uhr

Zwar haben die Verantwortlichen noch nicht alle Hausaufgaben gemacht, die ihnen von übergeordneten Stellen auferlegt wurden, damit der neue Tourismusverband die Tourismus GmbH (FTG) übernehmen und damit hauptverantwortlich die Geschicke des Fremdenverkehrs auf der Insel lenken kann. Trotzdem kamen die Mitglieder des Verbandes (Kommunalpolitiker aus Wyk und von Föhr-Land) jetzt zum ersten Mal seit der Verbandsgründung im Dezember zusammen, hauptsächlich, um – einstimmig – ihren Haushalt zu verabschieden. Außerdem haben sie sich über Konzepte für die Zukunft unterhalten.

Der Verbands-Etat für 2015 beträgt 30  000 Euro, die von den Mitgliedsgemeinden per Umlage eingezahlt werden. Berechnungsgrundlage ist dabei die Summe aller fremdenverkehrsbezogenen Gewinne einer Kommune. Und so muss Wyk mit knapp 20  000 Euro den dicksten Batzen bezahlen, während das kleine Witsum mit gerade mal 63,76 Euro dabei ist.

Ob Ausbau der Elektromobilität, in dem Annemarie Lübcke von der Energiegenossenschaft Föhr und Verbandsvorsteher Till Müller auch ein großes touristisches Potenzial sehen, oder das von Kreis und Landesplanung geforderte gesamtinsulare Strandkonzept – wirklich neu waren die Themen nicht, die an diesem Abend außerdem auf der Tagesordnung standen.

Bauamtschef Ulrich Schmidt informierte die Verbandsmitglieder über den Sachstand in Sachen Strandkonzept, wo man gerade für verschiedene Vorhaben Projektskizzen für das neue Westküsten-Förderprogramm ITI zusammengestellt habe. Laut Schmidt hofft man unter anderem auf Zuschüsse für Bohlenwege in Wyk, Utersum und Nieblum, für Aussichtsplattformen in Utersum und Nieblum, für das geplante neue Strandrestaurant in Nieblum, die Sanierung des Kleinen Kurmittelhauses in Utersum und die energetische Sanierung des Wyker Wellenbades. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Strandkonzeptes, die Festlegung von Nutzungszonen an den Föhrer Badestränden, werde jetzt in einem weiteren Schritt in Angriff genommen.

Schmidts Mitarbeiter Leif Hänsch stellte den Politikern das bereits seit Jahren existierende Föhrer Radwegekonzept vor. Anlass war die Kritik von Wrixums Bürgermeisterin Heidi Braun an aus ihrer Sicht irreführenden Wegweisern.

Auch nicht ganz neu, aber demnächst mit neuem Namen versehen, ist das Konzept für ein beratendes Gremium aus Leistungsträgern und am Fremdenverkehr Interessierten, das die Arbeit des Zweckverbandes unterstützen soll. Dieses Gremium war ursprünglich als Beirat geplant, ein Begriff, an dem sich die Kommunalaufsicht stieß, da solche Beiräte in der Gemeindeordnung nicht vorgesehen sind.

Für den Tourismusverband bedeutet dies, dass das Kind einen anderen Namen bekommen muss und nicht automatisch an Sitzungen teilnehmen und mitdiskutieren kann, sondern Mitglieder gezielt zu Tagesordnungspunkten eingeladen werden müssen. Ursprünglich war einmal geplant, dass dieses Beratergremium bis zu 100 Mitglieder haben soll, doch an dieser Größe waren inzwischen einigen Verbandsmitgliedern, darunter dem Vorsteher Till Müller und Amtsvorsteherin Heidi Braun, Zweifel gekommen. Und auch Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt riet dringend dazu, die Mitgliederzahl auf 15 bis 20 zu beschränken. „Sonst kommt nichts Zählbares dabei raus“.

Doch am Ende setzte sich der Wyker Heinz Lorenzen durch, der unter anderem von Hark Riewerts (Oldsum) unterstützt wurde. „Wenn wir 25 Leute in dieses Gremium wählen, fühlt sich der 26. auf den Schlips getreten“, warb Lorenzen dafür, jeden, der Interesse hat, in diesem Gremium mitwirken zu lassen. Und so werden jetzt nicht nur einige ausgewählte Leistungsträger angeschrieben und zur Mitarbeit eingeladen – außerdem soll ein öffentlicher Aufruf zur Mitwirkung gestartet werden.

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