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Insel-Bote

18. Oktober 2017 | 12:07 Uhr

Auf Föhr und amrum : Das Jahr, das war

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Von Schiffs-Strandungen, Bauvorhaben und Flüchtlingen – ein Rückblick auf 2015.

von
erstellt am 10.Jan.2016 | 20:38 Uhr

Auch 2015 gab es auf Föhr und Amrum Themen, die die Insulaner schon seit Jahren beschäftigen. Eine dieser Endlos-Geschichten war das Neubaugebiet am Wyker Kortdeelsweg, in dem für Einheimische günstige Bauplätze geschaffen werden sollten und das bei den Stadtpolitikern auch im abgelaufenen Jahr zu immer neuen ausufernden Diskussionen führte. Drei Jahre, nachdem die Stadt das Gelände angekauft hat, konnten die Häuslebauer im Oktober endlich loslegen.

Auch das Luxushotel an der Gmelinstraße, das seit 2010 heiß umstritten war und erst 2014 mit dem neuen Investor Wolfgang Müller richtig Fahrt aufnahm, ist nun in trockenen Tüchern. Im Herbst wurden die letzten Verträge unterzeichnet, im kommenden Frühjahr will Müller mit dem Bau beginnen.

Noch viel länger, seit mehr als zehn Jahren, tauchen immer wieder Überlegungen auf, die Amrum-Card als „elektronische Eintrittskarte“ zur Insel einzuführen. Seit Anfang 2015 wurde das Thema wieder in den insularen Gremien diskutiert, im Dezember gaben die drei Amrumer Tourismus-Ausschüsse grünes Licht. Das letzte Wort haben nun die Gemeindevertretungen.

Ein Ganzjahresthema war auch der Zustrom von Flüchtlingen, die auf Föhr und Amrum untergebracht werden mussten. 84 Asylbewerber kamen im vergangenen Jahr auf die Inseln, die von einem großen, engagierten Kreis ehrenamtlicher Helfer beim Start in das ungewohnte Leben in Deutschland unterstützt werden.

Die neuen Föhrer Tourismus-Strukturen hätten eigentlich bereits im Januar an den Start gehen sollen. Doch es sollte September werden, bis alle Auflagen der Aufsichtsbehörden erfüllt waren. Seither ist die Föhr Tourismus GmbH (FTG) für Gästeservice und Marketing zuständig, die Wyk Tourismus GmbH (WTG) für Aquaföhr und Veranstaltungen.

Auf Amrum stand im Februar die Wittdüner Feuerwehr vor einem großen Problem: Wehrführer Dietmar Hansen war amtsmüde, zur Nachfolge fand sich niemand bereit. Schließlich machte Hansen dann doch weiter.

Jubiläumsfeier bei der Wyker Dampfschiffs-Reederei: Am 15 März wurde die WDR 130 Jahre alt.

Abschied mussten die Amrumer im Mai von „ihrem“ Seenotrettungskreuzer „Vormann Leiss“ nehmen. Seit Juni ist der Neubau „Ernst Meier Hedde“ auf der Insel stationiert.

Das Aufreger-Thema des Sommers war auf Föhr die Nationalparkhalle. Die Stadt hatte die Veranstaltungshalle gekauft, ohne genau hinzusehen, die FTG stellte den Fachmann Alf Hülsmann ein, der dort künftig Großveranstaltungen organisieren sollte. Doch der entdeckte eklatante Sicherheitsmängel, die zu einer Stilllegung der Halle durch das Kreisbauamt führten. Inzwischen haben die ursprünglichen Besitzer die Halle zurückgenommen und nachgebessert, so dass dort wieder Veranstaltungen stattfinden können. Der Überbringer der schlechten Nachricht, Hülsmann, wurde im Juni gefeuert.

Im Juni konnte die Norddorfer Feuerwehr den Erweiterungsbau ihres Gerätehauses einweihen.

Am 18. und 19. Juli feierte das Seebad Wittdün sein 125-jähriges Bestehen. Auch Norddorf und Nebel waren 1890 zu Seebädern geworden.

Nach sechs Jahren Planungszeit konnte im Juni der Wohnmobil-Platz in Utersum eröffnet werden.

Eine neunstündige Zwangspause im Wattenmeer gab es am 12. Juli für 239 Passagiere von „Adler Express“ und „Hauke Haien“. Die „Adler Express“ war auf eine Sandbank gebrettert, die Hauke Haien“ fuhr sich, als sie helfen wollte, ebenfalls fest.

Am 18. Juli fand nach fünf Jahren Pause erstmals wieder ein Tauziehen über das Wyker Hafenbecken statt.

Premiere hatte der Tri-Islands-Triathlon am 16. August. Die Sportveranstaltung, bei der die Teilnehmer an einem Tag schwimmend, radelnd und laufend Amrum, Föhr und Sylt „abarbeiten“ war so erfolgreich, dass sie im kommenden Juli wiederholt werden soll.

Seinen 140. Geburtstag feierte der Amrumer Leuchtturm im August. Der Friisk Funk wurde im September fünf Jahre alt, der Wyker Park an der Mühle zehn Jahre.

Am 16. September platzte eine Bombe, die seither die Gemüter bewegt: Nordfrieslands Krankenhaus-Chef Frank Pietrowski kündigte die Schließung der Wyker Geburtshilfe zum 1. Dezember an. Tatsächlich geschlossen wurde sie dann schon zwei Wochen später, weil die beiden Gynäkologen nach von der Klinikleitung veröffentlichten angeblichen Sicherheitsmängeln das Haftungsrisiko nicht mehr tragen konnten. Im Dezember wurde dann auch noch der Belegarztvertrag mit den beiden Frauenärzten gekündigt. Bereits am 23. September gab es gegen die Schließung eine große Demonstration auf Föhr, im November demonstrierten Föhrer vor dem Husumer Kreishaus, sammelten tausende Unterschriften und bekamen von etlichen Politikern Solidaritätsadressen. Doch trotz vieler Diskussionen in vielen Gremien ist immer noch nicht klar, wie es weitergeht und während die ersten Insulanerinnen ihre Kinder auf dem Festland zur Welt bringen mussten, fehlt immer noch ein Notfallkonzept für Schwangere auf den Inseln.

Grund zur Freude hatten die Föhrer Fußballer: Zwei Jahre nach dem Abriss des alten Helu-Heims konnte am 4. Oktober das neue Vereinsheim des FSV eingeweiht werden.

Drei Jahre hatte Dirk Lehmann das Projekt verfolgt, mit den Watten-Fährlinien eine Konkurrenz zur WDR aufzubauen, Mitte Oktober gab er auf und verkaufte seine Firma.

Die Tage des traditionsreichen „Kieler Kinderheims“ am Ende der Wyker Strandstraße sind gezählt. Im Oktober wurde bekannt, dass der letzte Betreiber, die AOK Baden-Württemberg, das Kinderkurheim zum Jahresende schließen wird.

Gleich zwei neue Fahrzeuge – für die Wyker Feuerwehr und die Löschgruppe Boldixum – konnten die Wyker Blaujacken im November in Empfang nehmen.

In Betrieb gingen im November drei neue Windräder am Oevenumer Deich – Ersatz für den bisherigen, aus zehn kleineren Anlagen bestehenden Oevenumer Windpark.

Anfang November wurden die Verträge unterzeichnet: Nach Uthlande und Schleswig-Holstein lässt die WDR nun noch eine dritte neue Doppelendfähre bauen. Sie entsteht auf der Rostocker Neptun-Werft und soll im Februar 2018 ausgeliefert werden.

Nachdem die Utersumer Gemeindevertretung im Herbst eine Bebauungsplan-Änderung, die Umbau und Erweiterung des Hotels „Zur Post“ regeln sollte, als überdimensioniert abgelehnt hat, wird im Dorf über dieses Thema heiß gestritten – so sehr, dass Bürgermeister Joachim Lorenzen und seine Stellvertreterin Maren Martensen im Dezember zurücktraten.

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