Weiße Inseln : Das große Chaos bleibt aus

Der Winterdienst war auf beiden Inseln den ganzen Tag unterwegs.
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Der Winterdienst war auf beiden Inseln den ganzen Tag unterwegs.

Schneeverwehungen bereiten Probleme, Winterdienste im Dauereinsatz. Schüler hoffen vergeblich auf Unterrichts-Ausfall.

shz.de von
01. März 2018, 19:15 Uhr

Die Wetterlage hatte sich in den letzten Tagen bei eisigen Ostwinden schon angekündigt: Der Winter wollte sich noch einmal zeigen. Das tat er dann gleich von seiner weißen Seite und die Inseln liegen unter einer dichten Schneedecke.

Wo es auf Amrum heute Morgen noch kräftig geweht hatte, ließ der Wind am Mittag nach und viele nutzten das sonnig-kalte Wetter, um den Schlitten oder die Schlittschuhe zu entstauben. Am Strand sah man Eishockeyspieler und Kinder, die im Schnee tobten.

Des einen Freud, des anderen Leid: Der Wind kam zurück und sorgte auf beiden Inseln für meterhohe Schneewehen. Auf Amrum mussten die kritischen Stellen, drei zwischen Norddorf und Nebel sowie eine zwischen Nebel und Süddorf, im Dauereinsatz geräumt werden, die Räumungsfahrzeuge kamen bei dem Ostwind kaum nach. „Unfälle gab es bis zum Abend keine, allerdings fuhren sich einige Autos fest“, sagte Ole Andresen. Er ist im Auftrag der Föhrer Straßenmeisterei auf Amrum mit dem Winterdienst beauftragt, sein Job begann um vier Uhr morgens.

Bereits um 3 Uhr nahm die Straßenmeisterei ihren Dienst auf Föhr auf. Bei starken Schneeverwehungen, berichtete Jörg Carstensen, insbesondere auf der Traumstraße und dem Weg von Utersum nach Dunsum, wo immer wieder geräumt werden musste. Dennoch waren die Schneeverwehungen hier nicht so stark wie auf Amrum. Auch auf Föhr waren bis zum Abend bis auf festgefahrene Pkw keine Unfälle zu vermelden. „Die Autofahrer sind den Witterungsbedingungen entsprechend sehr umsichtig gefahren“, so Carstensen.

Darüber hinaus herrschte Normalbetrieb. Zum Leidwesen der Jüngeren fiel die Schule nicht aus und auch der Busbetrieb war auf beiden Inseln nicht beeinträchtigt.

Eine verschneite Inselwelt ist in den vergangenen Jahren zur Rarität geworden. Heute wurden an der einzigen Schneehöhenmessstation des Deutschen Wetterdienstes der Region in Wrixum 14 Zentimeter Schnee registriert – so viel gab es hier zuletzt am 23. Dezember 2010. Man muss in der Statistik also über sieben Jahre zurückblättern, um eine ähnliche Schneehöhe zu finden.

Die eisige Ostströmung, die über der Ostsee reichlich Feuchtigkeit getankt und diese auf uns herabgeschneit hat, schwächt sich am heutigen Freitag zwar etwas ab, bleibt uns aber erhalten. Somit kann noch die eine oder andere Schneeflocke fallen. Mit einer Winddrehung auf Südost reißt die Strömung in der Nacht zum Sonnabend ab und uns erwartet ein meist trockenes und phasenweise freundliches Wochenende. Meist wechseln sich Wolkenfelder und Auflockerungen mit Sonnenschein ab. Erst im Laufe des Sonntags ziehen von Südwesten her neue Wolken mit etwas Schnee oder Regen auf. Die Temperaturen liegen bis Sonntag im Frostbereich, können dann allerdings mit Ankunft der Wolken knapp über die 0-Grad-Marke klettern. In der neuen Woche würde sich gerne Frühlingsluft durchsetzen. Der vorhandene Schnee und das kalte Nordseewasser machen es der milden Luft allerdings sehr schwer – es wird immerhin deutlich milder als in den vergangenen Tagen.

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