In Wittdün : Das Fest der Schotten

Nicht jedermanns Sache, aber für echte Schotten eine Spezialität: Von einem Dudelsackspieler begleitet präsentiert Jan van der Weppen den Haggis.
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Nicht jedermanns Sache, aber für echte Schotten eine Spezialität: Von einem Dudelsackspieler begleitet präsentiert Jan van der Weppen den Haggis.

Seit 2013: Die Robert-Burns-Night wird auf Amrum mit Kilts, Whisky und einem Nationalgericht gefeiert.

shz.de von
30. Januar 2018, 16:00 Uhr

Alles begann an einem Winterabend im Jahr 2013. Aus einer Whisky-Laune heraus beschlossen der Wirt Jan von der Weppen und einige Freunde der schottischen Lebenskultur, einen schottischen Abend in der „Blauen Maus“ zu veranstalten. Als Datum wählte man den 25. Januar, den Geburtstag des berühmten schottischen Dichters Robert Burns. In Schottland ist die Burns-Night am 25. Januar ein landesweiter Festtag und man zelebriert den Geburtstag mit einem traditionellen Essen und natürlich dem Trinken von Whisky. Diese Tradition gibt es nicht nur in Schottland, sondern an vielen Stellen auf der Welt, an denen sich Schotten und Freunde der schottischen Lebensart treffen.

Auch in diesem Jahr war die Amrumer Veranstaltung schnell ausverkauft und neben den „schottischen Amrumern“ gab es auch Gäste vom Festland, die extra für diesen Abend angereist waren. Standesgemäß erschienen auch einige Gäste im Kilt.

Barbara und Jan von der Weppen und ihr Team hatten wie jedes Jahr die „Blaue Maus“ schottisch dekoriert und zur Feier des 259. Geburtstags von Robert Burns gab es das traditionelle Menü mit Haggis sowie Live-Musik von der Band „Ceilidh Project“ und ein Whisky-Tasting.

Das Menü und die Zeremonie sind weltweit gleich: Es gibt eine Suppe, Haggis mit Steckrübe und Kartoffeln (neeps and tatties), und ein Dessert. Haggis ist ein sehr spezielles schottisches Gericht und besteht aus dem Magen eines Schafes, gefüllt mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl. Für Vegetarier gab es eine fleischlose Variante. Nach alter Tradition wird der Haggis in Begleitung eines Dudelsackspielers in den Gastraum getragen und vor allen Gästen, während des Gedichts „The Address to a Haggis” von Robert Burns, vom Gastwirt mit einem großen Messer aufgeschnitten.

Im Laufe des Abends gaben Jan und Jürgen Ebsen einen Überblick über das Leben von Robert Burns. Dieser verfasste zahlreiche Gedichte, politische Texte und Lieder und gilt als einer der größten schottischen Dichter. Legendäre Lieder wie „Auid Lang Syme“ wurden auch von Größen der Popmusik wie Jimi Hendrix wieder aufgegriffen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Duo Ceilidh Project mit Jörg Bernkopf (Dudelsack, Pfeife) und Erik Frotscher (Gitarre). Die beiden waren schon das dritte Mal auf Amrum und begeisterten mit dem Sound der schottischen Highlands die Zuhörer. Ihr Repertoire umfasste traditionelle Hymnen, Märsche und viele bekannten Melodien. Die nicht alltägliche Kombination von Dudelsack und Gitarre passte hervorragend zum Konzept des Abends und begleitete perfekt das Essen, die Vorträge und das Whisky-Tasting, bei dem neun schottische Whiskys, darunter auch einige Raritäten, probiert werden konnten. Auf die Frage, ob sich ihr Stil mit einem Satz zusammenfassen ließe, antwortete Jörg Bernkopf: „New Keltisch mit Frieseneinschlag“.


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