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Museum Kunst der Westküste : Dänischer Folk mit Föhrer Wurzeln

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Trio „Det Yderste Hav“ von der Insel Fanø begeisterte das Publikum in „Grethjens Gasthof“. Die Musikrichtung, die die drei spielten, wurde auf Föhr im 19. Jahrhundert begründet.

Auftritt des dänischen Folk-Trios „Det Yderste Hav“ – von Sönderho, Fanø angereist präsentierten Peter Uhrbrand, Jørgen Bjørslev und Jeppe Brixvold beinahe verschollene Traditionals. Wichtig, dass Folk-Zauber bestehen bleibt, sich entwickelt – das Museum Kunst der Westküste hatte in „Grethjens Gasthof“ geladen und „Det Yderste Hav“ musizierte munter voran, bei gemischtem Publikum.

Zuvor eröffnete der Vorsitzende der Ferring-Stiftung, Dr. Volkert Faltings, den Liederabend mit interessanten Fakten über Entstehung und Odyssee dieser Musikrichtung, begründet auf Föhr im 19. Jahrhundert.

Man ahnte bereits bei ersten Klängen, dass hier keiner ohne Zugabe geht. Peter Uhrbrand ist ein Urgestein des dänischen Folk. Er und seine zwei Bandkollegen arbeiten seit sechs Jahren zusammen. Uhrbrand steht für alte Kunst, nur eine handvoll Musiker können diesen Stil. Der Sound: schwelgend, manchmal überraschend sphärisch, fetzig, auch blumig, Vocals voller Leidenschaft. Die Handwerkszeuge: Violine, Oktavvioline, Klassik-, Western-, Barockgitarre und schlicht ehrlicher Gesang.

Gegenüber dem Insel-Boten beschreibt Faltings den Stil der Gruppe als westjütische Spillemands-Musik: „Ganz früher waren Spillemand (Spielleute) Künstler, die traditionelle Musik, also Texte und Tanzmusik, vortrugen“. Peter Uhrbrand habe im Grunde dafür gesorgt, dass diese Musik nach dem Zweiten Weltkrieg nicht verloren ging. „Musikalische Erzählungen, Situationskomik, die Leute werden aufs Korn genommen, Anspielungen gemacht – hier auf Föhr war das Alles in Vergessenheit geraten“, so Faltings. Erst jetzt gebe es wieder eine Band, „Kalünn“, die daran anknüpfe, auch mit Hilfe von Peter Uhrbrand. „Denn dort, auf Fanø, ist die traditionelle Musik von Föhr erhalten geblieben – und sie kommt jetzt über Umwege wieder zurück.“

„Det Yderste Hav“ live – man kann nur hoffen, dass der Folk der Westküste weiter leben wird. Auch junge Besucher waren beim Konzert dabei. Peter Uhrbrand und Jørgen Bjørslev verstanden das Spiel – minutenlang lauschte ihr Publikum wundervollen Instrumentalpassagen, beim Einsatz der pulsierenden Stimme Jeppe Brixvolds kamen launige Rezitationen und faszinierende Sprechgesänge hinzu.

Gewitzt eingestreute Anekdoten amüsierten die Besucher zwischen den Songs. Diese drei Dänen leben und lieben, was sie tun. So wurden dann auch Zugaben kredenzt. Langer Applaus, schöne Atmosphäre beim Westküsten-Folk. Den drei Musikern von der dänischen Insel gelang es problemlos, die Föhrer Hörerschaft zu begeistern.

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