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Oktober-Orkan : „Christian“ wird richtig teuer

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Aus der Redaktion des Insel-Boten

Weit über 1000 Schäden: Die Versicherungen auf Föhr und Amrum sind immer noch mit der Regulierung beschäftigt.

shz.de von
erstellt am 05.Dez.2013 | 08:00 Uhr

Während mit „Xaver“ heute schon das nächste Orkantief über die nordfriesischen Inseln und Halligen ziehen soll, wirken die Schäden von „Christian“ noch nach. Denn dieser Orkan hatte am 28. Oktober auf Föhr und Amrum ordentlich zugeschlagen: Abgedeckte Dächer, umgestürzte Bäume, demolierte Photovoltaikanlagen und auch einige nicht mehr benutzbare Autos säumten seinen Weg. Inzwischen sind die meisten Schäden beseitigt, und so mancher Hausbesitzer musste unfreiwillig Zimmer neu tapezieren und Teppiche auswechseln lassen, die durch den ungeplanten Wassereinbruch unbrauchbar geworden waren.

Wenn nun also rein optisch die Folgen des Wüterichs „Christian“ kaum noch zu sehen sind, so ist dieser Sturm doch noch nicht zu den Akten gelegt. Die Mitarbeiter der Versicherungen haben nämlich in diesen Tagen alle Hände voll zu tun, um die finanziellen Auswirkungen des Sturmes zu regulieren. „Ich habe in den letzten 14 Tagen eigentlich nur Schäden bearbeitet, die von diesem Orkan verursacht wurden“, berichtet Hark Lorenzen von der R+V-Versicherung in Wyk. Auch seinen Kollegen von der Provinzial-Versicherung in Wyk und von der Gebäudeversicherungsgilde für Föhr, Amrum und die Halligen in Utersum geht es nicht besser.

Bei Christian Christiansen von der Gilde wurden, wie er berichtet, rund 800 Schadensfälle gemeldet, deren Ausmaß im Durchschnitt zwischen 1000 und 1500 Euro liege. Herunter gefallene Dachpfannen und kaputte Lamellenzäune stehen dabei im Mittelpunkt, wobei Christiansen meint, dass aus seiner Sicht die Insel Amrum glimpflicher davongekommen ist, als Föhr und die Halligen. Wenn es sich auch eher um Bagatellschäden handelt, geht der Geschäftsführer der Gebäudeversicherungsgilde doch von einer Gesamtsumme von rund 870 000 Euro aus, die „Christian“ auf dem Gewissen hat. „Das wirft uns nicht aus der Bahn“, lautet sein Kommentar dazu.

Von 700 bis 800 Schäden, die seine Provinzial-Versicherung auf Föhr und Amrum regulieren muss, geht Brar Roeloffs aus. Dabei hat er es mit vergleichbaren Vorfällen wie seine Kollegen zu tun. Bei seiner Versicherung kommt aber noch dazu, dass sie bei umgestürzten Bäumen nicht nur für deren Entsorgungskosten aufkommt. „Teilweise wird von uns auch die Neuanpflanzung von Ersatzbäumen getragen“, ist von Roeloffs zu erfahren.

Die Wyker R+V musste zwar nur knapp 50 Schadensfälle hinnehmen, doch kommt sie in finanzieller Hinsicht auch nicht günstig davon. Bei ihr ist nämlich ein größeres Wyker Gebäude versichert, dessen Flachdach „Christian“ abgedeckt hat, worauf in etliche Wohnungen Wasser eindrang. Die Wohnungen in der obersten Etage sind sogar vorerst nicht bewohnbar. Dieser Schaden, so die vorläufige Schätzung der Versicherung, wird rund 100 000 Euro betragen.

Zwar sind bei der R+V Bäume nicht versichert, aber sie kommt für die Kosten der Beseitigung auf, wenn diese Gewächse vollständig entwurzelt wurden. Auch demolierte Autos sind, so Hark Lorenzen, eine ganz spezielle Sache. Stürzt nämlich ein Baum während eines heftigen Sturmes auf ein Fahrzeug, so ist dies höhere Gewalt, und der Besitzer des Baumes ist nicht haftbar. Anders wäre dies, wenn bei einem lauen Lüftchen solch ein Schaden entstehen würde.



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