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Rüm-Hart-Schule : Chemie ist wenn es qualmt und stinkt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Spannende Experimente im Wyker Klassenzimmer: Der Forschungs-Express weckt das Interesse von Kindern an Naturwissenschaft.

Feuer und Flamme waren die jungen Schüler der Wyker Rüm-Hart-Schule, was nicht verwunderlich ist, denn um Feuer und Flamme ging es auch in einem der Forschungsprojekte, das sie selbst durchführen konnten. Die Klassenzimmer wurden in Labore umbenannt, die Klassenlehrer in Assistenten, während Claudia und Barbara – man duzt sich in Wissenschaftlerkreisen – den Forscherteams vorstanden: Brennt flüssiges Wachs und was geschieht, wenn feiner Holzstaub in die Flamme gepustet wird?

Der leichte Brandgeruch und die vor Begeisterung blitzenden Kinderaugen beweisen, dass das Experiment geglückt ist: Das Interesse für Chemie ist geweckt.

„Mir gefiel es am besten, als die große Flamme kam“, gesteht ein Schüler, während ein anderer begeistert sagt: „Ich möchte jeden Tag experimentieren.“

Dabei bedarf es keiner teuren Laborartikel, um zu forschen: Die Materialien, die die Kinder bei ihren Experimenten benutzen, sind in jedem Haushalt zu finden: Blumendraht, Aluminiumfolie, Streichhölzer oder Teelichter. Nur die Schutzbrillen und die Forscherkittel haben Agraringenieurin Claudia Herges und Chemikerin Barbara Grotemeyer immer im Gepäck des „Forschungsexpresses“ vom Dienstleister „NaWiKiel“. Bereits seit elf Jahren ist der Express im Dienst der Wissenschaft und im Auftrag des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN, Kiel) unterwegs, um junge Menschen für Chemie, Physik und Biologie zu begeistern. Nachdem die Rüm-Hart-Schule sich beworben hatte, beschloss der Forschungsexpress, auch die Insel anzufahren. Damit die Anreise sich lohnte, wurden gleich drei Tage intensiven Forschens eingeplant. Die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Kiel und der Schul-Förderverein hatten dabei Überfahrt und Übernachtungen gesponsert.

Aber nicht nur die Kinder kamen in den Genuss des Experimentierens – eine Lehrerfortbildung zum Thema „Energieerhaltung“ ging den Vormittagen in den Klassenzimmern voraus und verdeutlichte, dass alle Experimente auch sofort mit den Schülern durchgeführt werden können.

Während sich eine Klasse mit den Farben beschäftigte, schüttelte eine andere kleine Plastikkügelchen aus einer handelsüblichen Babywindel heraus und stellt Erstaunliches dabei fest: Wenn man diese Kügelchen in ein Glas gibt und Wasser dazu kippt, erhält man eine gallertartige Substanz. Richtig nass fühlt es sich nicht an, merken die Kinder und verstehen das „Geheimnis“ der saugfähigen Windel.

Mit großer Spannung wird abschließend die „Rakete“ erwartet, die auf dem Schulhof gezündet wird. Grotemeyer schüttet Brausepulver in eine Plastikflasche, in der sich bereits ein mit Wasser gefüllter Ballon befindet. Eine kleine Nadel auf der Innenseite des Verschlusskorkens bringt beim Schütteln der Flasche den Ballon zum Platzen, so dass sich Wasser mit reichlich Brausepulver vermengt und lautstark den Weg aus der Flasche sucht.

Aber das ist auch der einzige Versuch, der allein von erwachsenen Forschern durchgeführt wird: „Wir achten immer darauf, dass die Schüler alle Versuche selbst machen können“, erklärt Claudia Herges, der, wie ihrer Kollegin, deutlich anzumerken ist, dass sie vor Begeisterung selbst sprüht. Kein Wunder also, dass jeder Funke überspringt.

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