zur Navigation springen

Unbeliebte Massnahme : Carports und Garagen bleiben leer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Anwohner sind sauer: Poller sollen den Rad- und Fußweg parallel zum Fehrstieg absperren. Häuser können dann nicht mehr angefahren werden.

Nett gemeinte Weihnachtsgrüße werden es nicht sein, die die Anwohner des Sandweges, der parallel zum Fehrstieg zur Landesstraße führt, demnächst von der Stadt erhalten werden. Hausbesitzer und Mieter nutzen den ausgeschilderten Fuß- und Radweg seit vielen Jahren mit dem Auto als Zufahrt zu ihren Häusern in zweiter Reihe. Doch die Einmündung ist schwer einsehbar und deshalb für alle, die mit dem Drahtesel auf dem Radweg der Landesstraße unterwegs sind, gefährlich. Eine Situation, die die Stadt nun entschärfen will: Poller sollen künftig für klare Verhältnisse sorgen.

Für die Anlieger eine unglückliche Entwicklung, die nach Beschwerden über den Zustand des Weges und die Zufahrtssituation zur Landesstraße aus den eigenen Reihen einem Eigentor gleicht. Denn zuvor war das Prozedere seitens der Wyker Verantwortlichen wohl unter dem Motto „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ stillschweigend geduldet worden. Nun aber kamen die rechtlichen Voraussetzungen auf den Prüfstand und der Kreis wurde involviert. Ein Ortstermin führte zu dem Ergebnis, dass die Gerahrensituation so nicht tragbar sei.

Dass die Stadt nun in der Pflicht ist, kommt bei den Anwohnern nicht gut an. Die haben sich eingerichtet, wovon Stellplätze und Carports zeugen. Oder auch ein fester Bau, wie im Fall von Norbert Wagner. Der Husumer mit Zweitwohnsitz auf der Insel hatte das Grundstück im Sommer 2014 erworben – inklusive einer Garage und der dazugehörigen Baugenehmigung aus dem Jahr 2011 – und hält die Entwicklung für einen schlechten Scherz. Zumal das Ganze historisch nicht seine Baustelle sei, weshalb er den Einwand des Wyker Bürgermeisters Paul Raffelhüschen, er hätte sich über die Situation vor dem Erwerb informieren müssen, nicht gelten lassen will. „Wenn ich ein Grundstück mit einer genehmigten Garage kaufe, muss ich auch eine Zufahrt haben.“

Die er allerdings nicht mehr brauchen wird, denn beim Kreisbauamt wurden auch alte Akten gewälzt. Mit dem Ergebnis, dass besagte Garage laut Bauzeichnung mit einem Innenmaß von 4,37 Metern errichtet wurde, wie Hans-Martin Slopianka, Pressesprecher des Kreises Nordfriesland, auf Nachfrage mitteilte. Eine bauordnungsrechtliche Prüfung seitens des Kreises sieht der Gesetzgeber nicht vor, gleichwohl müsse sich der Bauherr an die Bauvorschriften halten. Fazit, so Slopianka: Die Länge der Garage entspricht nicht der Garagenverordnung, die fünf Meter vorsieht. „Sie ist zu kurz und daher baurechtswidrig errichtet worden.“

Über eine Baugenehmigung verfügte auch ein weiterer Anwohner des Fehrstiegs. Die allerdings erloschen sei, betont Slopianka, denn die dazugehörige Garage gebe es nicht mehr. An deren Stelle stehe nun ein Carport. Der dürfe zwar ohne Genehmigung gebaut werden, allerdings nur, wenn die Verkehrserschließung gesichert sei. Voraussetzungen, die an dem Rad- und Gehweg nicht gegeben sind. „Somit wurde der Carport unzulässigerweise errichtet, und der Eigentümer hat keinen Rechtsanspruch darauf, sein Auto dort abzustellen.“

Nicht die einzigen Knackpunkte; vielmehr verweist der Pressesprecher auf zahlreiche Nachbargrundstücke, auf denen – teilweise seit vielen Jahren – ebenfalls Garagen und Stellplätze stehen. „All diese Bauten wurden ohne Genehmigung errichtet und verfügen nicht über eine öffentlich-rechtlich gesicherte Zufahrt“, so Slopianka. Gegeben hat es diese allerdings schon, die Anwohner zogen jedoch das Anlegen eines Gartens oder einer Terrasse vor. Weshalb Paul Raffelhüschen für diese hausgemachten Probleme auch kein Verständnis aufbringen will. Denn abgesehen von zwei Grundstücken, so der Bürgermeister, „sehen alle übrigen Baugenehmigungen bis in die jüngste Zeit eine Zufahrt über das vordere Grundstück zum Fehrstieg vor“. Wenn sich Anwohner diese Möglichkeit selbst verbauten, sei dies deren ureigenstes Problem.

Es wird also zu einer Sperrung des Weges für Kraftfahrzeuge kommen. Die Poller seien bereits bestellt, so der Bürgermeister, und sollen so schnell wie möglich aufgestellt werden. „Die Stadt muss daran interessiert sein, die für Radfahrer gefährliche Situation zu entschärfen.“ Für die Betroffenen kündigt Raffelhüschen ein entsprechendes Informationsschreiben an. Und Norbert Wagner sieht nur die Möglichkeit, zu klagen. „Aufgeben werde ich auf keinen Fall. Ob ich Erfolg habe, steht auf einem anderen Blatt.“

zur Startseite

von
erstellt am 25.Nov.2015 | 19:50 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen