Friesenmuseum in Wyk : Bürokratie verzögert den Umbau

Uwe Ingwersen dankte Magnus Pedersen und Otto Braren (v. re) für ihr Engagement über viele Jahre hinweg.
Uwe Ingwersen dankte Magnus Pedersen und Otto Braren (v. re) für ihr Engagement über viele Jahre hinweg.

Der Museumsverein hofft, mit der Umgestaltung des Hauses Jansen im Sommer zu beginnen. Doch die Investitionsbank fordert zusätzliche Unterlagen.

shz.de von
21. März 2017, 12:30 Uhr

„Wir hatten den Termin unserer Jahresversammlung nach hinten verschoben, in der Hoffnung, dann etwas Positives über die Umgestaltung des Hauses Jansen berichten zu können“. Mit Bedauern musste der Vorsitzende des Museumsvereins Insel Föhr, Uwe Ingwersen, bei der Zusammenkunft im Wyker Friesenmuseum feststellen, dass bürokratische Hindernisse für Verzögerung sorgen. „Wir hoffen aber dennoch, im Sommer mit dem Umbau des Hauses beginnen zu können“.

Museumsleiterin Jutta Kolbaum-Weber führte ergänzend aus, dass die Investitionsbank in Kiel immer wieder zusätzliche Unterlagen anfordere. Die Projektmanagerin Annemarie Lübcke und Amtsdirektorin Renate Gehrmann hätten deswegen bereits mehrfach die Reise nach Kiel angetreten. Inzwischen habe sich auch herausgestellt, so Kollbaum-Weber, dass ein Café nicht gefördert werden könne. „Nun müssen wir auch noch ein Konzept für die Ausstellungsflächen nachreichen, was wir aber zum Glück bereits in der Schublade hatten“. Die Substanz des Hauses werde auch nicht besser, wenn es so lange leer stehe, meinte die Museumsleiterin weiter.

In seinem Jahresbericht führte Ingwersen unter anderem aus, dass der Föhrer Landfrauenverein 1000 Euro für die Trachten gespendet habe. Man plane, davon einen kurzen Film über das Anziehen der Tracht zu produzieren, wobei der Museumsverein zusätzlich 2000 bis 3000 Euro zuschießen müsse.

Jutta Kollbaum-Weber ließ anschließend die wichtigsten Ereignisse des vergangenen Jahres Revue passieren. Das Friesenmuseum werde im Jahr von durchschnittlich 29  000 Menschen besucht, wobei es durchaus Schwankungen gebe. 2015 wurden genau 31  406 Interessierte und im darauf folgenden Jahr nur 27  037 Besucher registriert. Sie glaube nicht, so die Museumsleiterin, dass diese Schwankungen nur auf das Wetter zurückzuführen seien. Vielmehr sei die Sommerausstellung ausschlaggebend für das Interesse am Museum.

Das Wyker Museum konnte im vergangenen Jahr ein Bild des Künstlers Paul Ernst Hildebrandt entgegen nehmen, das Jürgen Ostwald im Auftrag der Fielmann-Stiftung ersteigert hat. Die Stiftung hat darüber hinaus auch sieben Gemälde aus dem Besitz des Friesenmuseums restaurieren lassen. Von der Witwe des verstorbenen Künstlers Michael Arp habe das Museum elf Gemälde erhalten, fuhr Jutta Kollbaum-Weber fort. Sie berichtete schließlich auch, dass Uwe Lorenzen ehrenamtlich die Mühlenflügel und den maroden Unterbau des Mörsers ersetzt hat. In ihren Dank für die Unterstützung des Museums schloss Kollbaum-Weber ausdrücklich Usche Meuche ein, die 15 Jahre lang ehrenamtlich die Führungen durch das Haus Olesen angeboten hat. Ihre Nachfolgerin ist Göntje Christiansen. Das diesjährige Sommerfest soll ganz im Zeichen des Hauses Olesen stehen, das vor 400 Jahren erbaut worden sein soll.

Auf dem Programm des vergangenen Jahres standen neben dem trotz schlechten Wetters sehr erfolgreichen Sommerfest wieder der Adventsmarkt, dessen Beliebtheit von Jahr zu Jahr steigt. Für beide Veranstaltungen in diesem Jahr können sich noch Helfer und Ideengeber melden. Der Rosengarten auf dem Museumsgelände sei dank des Einsatzes von Torsten König weiterhin eine wahre Augenweide. Abschließend verwies die Museumsleiterin auf die geplante Sommerausstellung von Cartoons „Wale, Kapitäne und Kollegen“, die von Jörg Stauvermann kuratiert wird.

Nach dem Kassenbericht von Andreas Jensen und damit verbundenen Formalitäten stand eine Satzungsänderung auf dem Programm. Es geht darum, dass der gesamte Vorstand alle drei Jahre gewählt werden soll. Damit würden die Probleme unterschiedlicher Amtszeiten beseitigt, so der Vorsitzende. Die Mitglieder nahmen diese Änderung einmütig an und führten dann auch gleich die Wahlen durch.

Vorsitzender des Museumsvereins bleibt Uwe Ingwersen. Stellvertreter sind Karl-Heinz Pergande und Annemarie Lübcke. Der Kassenwart bleibt Andreas Jensen und Marion Wissel ist die Schriftführerin. Henry Nielsen bleibt Beisitzer und Ingke Wolff, Jan Becker und Frank Hassold sind die neuen Beisitzer. Nach den Wahlen dankte der Vorsitzende Magnus Pedersen und Otto Braren, die lange Jahre für den Verein aktiv gewesen sind.

Zum Abschluss der Versammlung berichtete Ingke Wolff über die Geschichte der Reederei Laeisz, die für die Föhrer Kapitäne Ende des 19. Jahrhunderts ein besonderer Glücksfall gewesen sei. Dabei stellte sie auch die verschiedenen Segelschiffe und die einzelnen Kapitäne vor, deren Nachfahren heute noch auf Föhr leben.



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