energiegenossenschaft gegründet : Bürger-Beitrag zur Energiewende

Bei der Gründungsversammlung trugen sich viele Insulaner in die Mitgliederliste ein.
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Bei der Gründungsversammlung trugen sich viele Insulaner in die Mitgliederliste ein.

Die Energiewende gehört in Bürgerhand. Getragen von dieser Überzeugung fand sich auf Föhr eine Initiativgruppe zur Gründung einer Energiegenossenschaft zusammen, deren Aktivitäten bei den Insulanern auf recht große Resonanz stießen.

shz.de von
05. Juni 2014, 16:30 Uhr

„Die Energiewende gehört in Bürgerhand“. Getragen von dieser Überzeugung fand sich vor etlichen Monaten auf Föhr eine Initiativgruppe zur Gründung einer Energiegenossenschaft zusammen, deren Aktivitäten bei den Insulanern auf recht große Resonanz stießen.

Inzwischen sind die Vorarbeiten abgeschlossen und es konnte zur Gründungsversammlung der Energiegenossenschaft Föhr eingeladen werden. Annemarie Lübcke, Mitglied der Initiativgruppe, betonte zu Beginn, dass eine Genossenschaft als die beste Organisationsform erscheine. Sie garantiere für die Umsetzung demokratischer Entscheidungsprozesse, die auf dem Prinzip basieren, dass jedes Mitglied unabhängig von seinen Anteilen genau eine Stimme hat.

„Mit der Genossenschaft“, so Lübcke weiter, „schaffen wir ein Instrument, mit dem wir selbst den Klimawechsel auf Föhr beeinflussen können. Wir tragen so zur Wertschöpfung auf der Insel bei und verringern gleichzeitig die Abhängigkeit von großen Energieanbietern“. Möglich werde eine bedarfsgerechte Produktion und Versorgung mit Energie, wobei es nicht um eine hohe Rendite der Anteilseigner, sondern um eine optimale Förderung der Mitglieder gehe. Schließlich bedeutet die Genossenschaft nach Überzeugung der Rednerin auch einen Beitrag zur sozialen Gerechtigkeit, da sich auch Menschen mit geringem Einkommen als Mitglied aktiv an der Energiewende beteiligen können. Um Genosse zu werden, müssen mindestens fünf Anteile zu je 100 Euro gezeichnet sowie eine Eintrittsgebühr von 100 Euro entrichtet werden. Dabei haftet jeder ausschließlich mit diesem Betrag.

Wie die Teilnehmer an der  Gründungsversammlung weiter erfuhren, hat die Initiativgruppe bereits konkrete Schritte zur Investition in ein lokales Energieprojekt unternommen: Dabei geht es um den Ersatz der Heizanlage im Wyker Amtsgebäude durch ein Blockheizkraftwerk. Dazu wurden bereits Planungen und Gespräche aufgenommen, wobei die Reaktion recht positiv gewesen sei.

Für den eigentlichen juristischen Gründungsakt war Hartmut Bödecker vom Genossenschaftsverband gewonnen worden, der durch seine Tätigkeit als Prüfer bei der Föhr-Amrumer Bank für viele Insulaner längst kein Unbekannter mehr ist. Er erläuterte ausführlich die Satzung der „Energiegenossenschaft Föhr eG“, die zunächst den Zusatz „in Aufbau“ trägt. Mit dem Hinweis: „Dies soll eine große Gemeinschaft werden“, forderte Bödecker schließlich die zukünftigen Genossen zu ihrer Unterschrift auf. 45 Mitglieder hat die neue Genossenschaft inzwischen, deren Aufsichtsrat Walter Höllmer als Vorsitzender sowie Hauke Brodersen, Hilda Holzhauer, Marco Reese und Christian Roeloffs angehören. Im Vorstand fungiert Annemarie Lübcke als Vorsitzende, weitere Mitglieder dieses Gremiums sind Henry Nielsen und Jan Hauke Riewerts.


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