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Strenge Auflagen : Brandgefahr für Reetdachhäuser

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Raketen und Böller dürfen Silvester auf Amrum gar nicht und auf Föhr nur an Deichen und Stränden abgebrannt werden.

von
erstellt am 30.Dez.2015 | 20:24 Uhr

Wie in jedem Jahr ist der Ansturm in den Läden auf die Raketen und Böller auch auf den Inseln groß. Deren Abfeuern oder -brennen – wie auch auf Sylt oder in St.-Peter-Ording – auf Föhr und Amrum allerdings mit einigen Auflagen verbunden ist.

Was Insulaner wissen sollten und den Gästen oft nicht geläufig ist: Auf Amrum ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern der Klasse II absolut verboten. Betroffen sind Raketen und Kanonenschläge sowie Knallfrösche oder Schwärmer.

Ganz so rigide wird das Thema auf Föhr nicht gehandhabt; ein Umstand, der den insularen Feuerwehren und den Bewohnern reetgedeckter Häuser alljährlich die Sorgenfalten auf die Stirn treibt. Das totale Verbot ist hier durch Regeln ersetzt; die Pyrotechnik darf ausschließlich an den Föhrer Stränden und Deichen zum Einsatz kommen. Zudem ist ein Sicherheitsabstand von 200 Metern zu jeglicher Bebauung einzuhalten.

„Die Abstandsregelung ist unsinnig, ich habe mich schon vor Jahren für ein generelles Abbrennverbot auch auf Föhr stark gemacht“, sind Amtswehrführer Joachim Christiansen die 200 Meter „viel zu schwammig“. Denn einen Zollstock dürften die Fans der Knallerei bei ihrem lauten Vergnügen kaum in der Tasche haben. Tatsächlich zeugen die Überreste von Feuerwerkskörpern am Neujahrsmorgen mitten in den Dörfern immer wieder davon, dass die Gefahr unterschätzt wird und die Unvernunft allen Appellen und Verboten zum Trotz siegt. Ein Spaß, der für die „Pyromanen“ teuer werden kann. Denn laut einer Amtsverordnung können Verstöße gegen die Abbrennverbote jeweils mit einer Geldbuße bis zu 10  000 Euro geahndet werden.

Die Androhung einer Geldstrafe hilft den Bewohnern der typisch friesischen Häuser allerdings nicht, die schlicht Angst um ihr Obdach haben. Ein Funke könnte genügen, ein Reetdach in Brand zu setzten. Eine Kettenreaktion könnte die Folge sein, und im schlimmsten Fall ein ganzes Dorf den Flammen zum Opfer fallen. Weshalb die Föhrer Wehren bis weit nach Mitternacht in Alarmbereitschaft sind. Von einem gemütlichen Jahreswechsel kann da kaum die Rede sein. Immerhin, so Christiansen, sei Silvester der Tag, an dem die Brandgefahr mit am größten sei. Weshalb sich die Brandbekämpfer mit dem Feiern zurückhielten, „die Einsatzbereitschaft der Wehren ist gewährleistet“.

Für den kommenden Jahreswechsel plant Joachim Christiansen, die Zweitwohnungsbesitzer und Gäste noch besser zu informieren und hofft auf Unterstützung: Ein Aushang an jenen Geschäften, die Böller verkaufen, könnte eindringlich auf die Gefahren und besonderen Regelungen auf der Insel aufmerksam machen.

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