Feuerwehr : Blaujacken haben keine Nachwuchssorgen

Die Alkersumer Blaskapelle unterhielt die Festgäste.
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Die Alkersumer Blaskapelle unterhielt die Festgäste.

Vier junge Männer wurden in Alkersum in den aktiven Dienst übernommen. Das Stiftungsfest bot beste Unterhaltung.

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16. Januar 2015, 07:45 Uhr

Nach einem ruhigen Jahr, in dem es lediglich zwei Einsätze gab, feierte die Alkersumer Feuerwehr an einem unruhigen Abend ihr 134. Stiftungsfest. Denn draußen tobte der Sturm, während die Feuerwehrleute es sich drinnen in „Grethjens Gasthof“ bei leckerem Essen und unterhaltsamem Programm gut gehen ließen. Dabei hatte der Sturm auch dieses Programm ein wenig durcheinander gewirbelt, denn Jochen Ebsen, Chef der gleichnamigen Band aus Rendsburg, musste als „Alleinunterhalter“ für Tanzmusik sorgen. Seine Sängerin hatte es nicht mehr rechtzeitig auf die Insel geschafft, bevor der Fährverkehr eingestellt wurde.

„Der Musiker hat das super gemacht“, lobte Wehrführer Andreas Lorenzen. Und so haben die Ballgäste bis weit in den Morgen hinein getanzt und gefeiert. Für Unterhaltung hatte außerdem die „Alkersumer Blaskapelle“ gesorgt, die sich aus Musikern von Posaunenchor und Musikfreunden Osterlandföhr zusammensetzt. „Alkersum ist das Föhrer Dorf, in dem die meisten aktiven Musiker leben“, sagt Lorenzen, der an diesem Abend selbst in der Dorfkapelle spielte.

Zu großen Beifallsstürmen rissen das Publikum außerdem Frauen von Alkersumer Feuerwehrmännern mit einer gelungenen Tanzvorführung hin. Sie hatten sich seit September jede Woche getroffen, um ihre Choreografie einzustudieren – ein Einsatz, der sich gelohnt hat.

Mehrere Ehrungen und Beförderungen konnte der Wehrführer an diesem Abend aussprechen. Seit zehn Jahren gehört Johannis Riewerts der Alkersumer Wehr an, Martin Petereit ist seit 20 Jahren dabei, Jürgen Nickelsen, Frank Christiansen und Heiko Litschke sind seit 30 Jahren in der Feuerwehr. Heiko Christiansen erhielt für 25 Jahre Feuerwehrdienst das Brandschutzehrenzeichen in Silber am Bande. Zum Feuerwehrmann befördert wurden Tade Heldt und Ole Jensen, zum Oberfeuerwehrmann Marten Ketels. Jens Hartmann wurde Löschmeister.

Bereits einige Tage vor dem Ball hatten die Blaujacken ihre Jahresversammlung abgehalten, in der der Wehrführer und sein Leitungsteam viel Positives zu berichten hatten. So erfreut sich die Freiwillige Feuerwehr in Alkersum entgegen dem landesweiten Trend immer noch großen Zulaufs. In den zurückliegenden Jahren, so berichtet Lorenzen, konnten zehn junge Männer aus der Jugendwehr in die aktive Feuerwehr übernommen werden, allein bei der jüngsten Jahresversammlung vier: Tade Heldt, Ole Jensen, Lars Ketelsen und Hauke Arfsten. „Darauf sind wir stolz, weil das gegen den üblichen Trend spricht und unsere Wehr so auf 42 aktive Kameraden angewachsen ist“, freut sich der Wehrführer.

Sämtliche Vorstandsposten konnten bei den Wahlen problemlos besetzt werden. Zum Gruppenführer der Atemschutzgruppe wurde Jens Hartmann gewählt, neuer Schriftführer wurde Erik Braren, Sicherheitsbeauftragter Janke Rörden und stellvertretender Jugendwart Marten Ketels.

Neben zwei Fehlalarmen im Museum Kunst der Westküste gab es für die Aktiven der Alkersumer Wehr 2014 nur zwei „richtige“ Einsätze. Und zu denen wurden sie kurz vor dem Jahreswechsel gerufen. Am 23. Dezember mussten sie am späten Abend ausrücken, weil nach dem Dauerregen der vorangegangenen Wochen ein Garten unter Wasser stand und dieses Wasser ins Haus drückte. „Das Wasser stand im Garten fast 40 Zentimeter hoch“, berichtete Lorenzen, „wir haben da bis zwei Uhr nachts gearbeitet und – das war Einsatz Nummer zwei – am nächsten Morgen weitergemacht“.

Auf der faulen Haut lagen die Feuerwehrleute trotz der wenigen Einsätze nicht, sie trafen sich zu ihren regelmäßigen Übungsabenden, einige von ihnen besuchten Lehrgänge und sie trugen mit zwei Veranstaltungen zum Sommerprogramm in der Gemeinde bei: Im August richteten sie wieder ihr großes Sommerfest aus, im September das traditionelle Laternenlaufen – beides mit großem Zulauf. Zulauf, wie ihn jetzt auch der Feuerwehrball erfahren hatte. Der hatte, so berichtet Andreas Lorenzen, mit rund 90 Besuchern fast doppelt so viele Gäste, wie in den Vorjahren. „Das war ein absoluter Spitzenwert,“ freut sich der Wehrführer.

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