Malerei und musik : Bilderausstellung im Nieblumer Josiaskoog

Genoss das Fest inmitten der zahlreich erschienenen Gäste: Uta Göhring-Zumpe (links).
Genoss das Fest inmitten der zahlreich erschienenen Gäste: Uta Göhring-Zumpe (links).

Die in Berlin und auf Föhr lebende Malerin Uta Göhring-Zumpe hatte zum Ausstellungsfest nach Nieblum geladen, wo sich die Gäste im Josiaskoog an Portraits, Stillleben, Landschaften und Livemusik erfreuten.

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24. Juli 2014, 21:00 Uhr

Malerin Uta Göhring-Zumpe hatte zum Ausstellungsfest nach Nieblum geladen, wo sich die Gäste im Josiaskoog an Portraits, Stillleben, Landschaften und Livemusik erfreuten.

Als Februarkind 1941 in Hamburg geboren, kam die Künstlerin als Dreikäsehoch nach Föhr. 22 Jahre später wurde Berlin ihr Lebensmittelpunkt, den sie brauchte, um kreativ und produktiv zu sein. Mentoren und Lehrer waren Morten Ravn-Martinsen, Bruno Merbitz, Henry Wilkinson und Robert Kudielka. Den Großteil des Jahres lebt Göhring-Zumpe in der Hauptstadt – dennoch gehören ihre Föhrer Ausstellungen zur Insel, seit langer Zeit.

Acryl auf Papier, Pappe, Karton oder Nessel – es wirkt, als male Uta Göhring-Zumpe sehr bedacht, nicht einfach drauf los. Manche Betrachter sagen, in den Bildern begegne ihnen stille Sachlichkeit – eine Entscheidung, die subjektiv getroffen werden muss. Frauen hält Uta Göhring-Zumpe für die besseren Modelle. „Männer haben weniger Ausdauer beim Stillsitzen“, so die Malerin. Bildertitel ihrer aktuellen Ausstellung heißen „Strand“, „Die Sanfte“, „Abbado“, „Miriam“, „Betta“ oder „Kleiner Zweig“.

Das Duo Antje und Henning Rietz, zwei bestens eingespielte Geschwister, setzten zur Eröffnung des Ausstellungsfestes Akzente mit Piano, Trompete und Stimme. Schon oft traten sie hier auf. Das Repertoire umfasst unter anderem französische Chanson-Klassiker.

Für die Besucher des Garten-Konzerts waren viele schattige Sitzplätze vorhanden. Tapfere Kinder und Teenager versorgten die Besucher in praller Sonne an der Bar mit kühlen Getränken. Angetan lauschte man natürlich auch „La vie en rose“ – Edith Piaf hätte das vermutlich gefreut.

Ein frisches Windchen kam auf – als Zugabe guckte „Tante Käthe mit Trompete“ vorbei, die erste Eigenkomposition von Antje Rietz. Als mit der zweiten Zugabe eine teils englische, teils gejodelte Nummer zu Gehör kam, inklusive schräger Bergsteiger-Romantik, gab es dann wieder stürmischen Applaus.

Uta Göhring-Zumpe bedankte sich bei allen an Organisation, Aufbau und Durchführung Beteiligten, wünschte auch ihren musikalischen Stammgästen Antje und Henning Rietz ein baldiges Wiedersehen. „Abendstille überall“ – besinnlich klang der Auftritt aus, als Künstler-Duo und Publikum gemeinsam dieses Lied sangen.

Bei der sengenden Hitze kam ein Besuch im Ausstellungsraum schließlich wie gerufen. Uta Göhring-Zumpe widmete sich den zum Teil von weit her kommenden Gästen und signierte fleißig Plakate mit Bildermotiven. Der Nieblumer Dorfmaler, ihn hatte die fünfjährige Uta einst beim Schaffen sehr interessiert beobachtet, wäre sicher auch auf einen Sprung vorbeigekommen – zumal er damals nicht an das kleine Mädchen und ihr großes Talent glauben mochte.

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