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Literatursalon Föhr 2016 : Bewährtes Konzept mit neuem Namen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Bekanntes und Neues sollen an den Erfolg des früheren Literatursommers anknüpfen. Bis in den Oktober hinein werden sich Spannung und Unterhaltung abwechseln.

Erstmals steht in diesem Jahr der „Literatursalon Föhr“ auf dem Veranstaltungsplan, der den bisherigen „Literatursommer Föhr“ ablöst. Ihrem Konzept, das sich seit einigen Jahren bewährt hat, bleiben die Initiatoren Michael Steuer und Torsten Tews allerdings treu. Neu ist lediglich, dass alle Veranstaltungen in der „Alten Druckerei“ stattfinden werden.

Dort geht es bereits morgen, Donnerstag, mit Jörgen Bracker in die nächste Runde. Das Thema: Hamburg im Dreißigjährigen Krieg. Die Truppen des Herzogs Christian von Braunschweig-Lüneburg plündern und brandschatzen die Vierlande. Festungsbaumeister Johan von Valckenburgh soll die Eindringlinge zurückschlagen. Als Späher macht sich der Bauernjunge Jonas unentbehrlich und kommt einem Waffenschmugglerring auf die Spur. Er lernt, dass Geldgier der entscheidenste Kriegstreiber ist. Bezaubert durch Lieder des Komponisten John Dowlands und die schicksalshafte Begegnung mit dem aus Prag geflohenen Spielmann Yaclav verheddert sich Jonas in einem spannenden Netz aus religiösen Intrigen sowie den Machenschaften gewissenloser Waffenschmuggler und erlebt schließlich elbabwärts das Inferno einer Flammenhölle. Das fundierte historische Wissen des Autors, der 26 Jahre lang das Museum für Hamburgische Geschichte leitete, versprechen eine fesselnde Lesung.

Bewährtes und Neues sollen an den Erfolg des früheren Literatursommers anknüpfen; bis in den Oktober hinein werden sich Spannung und Unterhaltung abwechseln. So präsentieren Steuer/Tews in szenischen Lesungen den historischen Roman des Föhrer Autors Jörg Thiessen, der die verheerende Sturmflut von 1634 und das damit verbundene unsägliche Leid für Föhr thematisiert, ebenso wie die Autobiografie des Nieblumer Kapitäns Jens Jacob Eschels.

Zu den Höhepunkten gehören der Besuch des Schauspieler-Ehepaares Andrea Sawatzki und Christian Berkel, die eine Auswahl ihrer Werke präsentieren, und die Lesung des Schauspielers und Autors Michael Degen. „Der traurige Prinz“ beschreibt eine wahre Begegnung, ein Nachtgespräch Degens mit dem oscarnominierten Theatergott Oskar Werner. In dieser Nacht erzählt Werner sein erstaunliches Leben. Ein Wiener Bub aus armen Verhältnissen, früh an der „Burg“ engagiert, opponierte gegen die Nazis, desertierte und entkam knapp dem Tod. Dann liegt ihm die Welt zu Füßen und er arbeitet mit Weltstars. Bald jedoch zerbricht er an der Last der Begabung und erträgt künstlerische Zweifel nur noch trinkend. Der jüngere Kollege blickt in den Abgrund einer gequälten Seele.

Auch Hans Christian Andersens „Märchen für Erwachsene“ sind wieder vertreten und die Hamburger Schauspielerin Dorit Meyer-Gastell bringt die Lebensreise der großen jüdischen Dichterin und Lyrikerin Mascha Kaleko näher. Weniger Schweres präsentieren Konrad Lorenz und Holger Nowak. Der Kiez-Autor und der Hamburger Sänger bringen das St. Pauli der Nachkriegszeit nach Föhr. Musikalisches steht auch im Vordergrund, wenn der Schauspieler Achim Amme mit Original-Tonaufnahmen und einem sehr persönlichen Rückblick einen Einblick in das Leben John Lennons gewährt. Philipp Normans Lennon-Biografie ist Grundlage dieses Abends.

Gleich zwei Mal gibt sich Markus Kiefer die Ehre: Mit Francois Villon präsentiert der Schauspieler das Leben eines schillernden Poeten, Rebellen und Lästermauls des Spätmittelalters und entführt das Publikum in die Welt der Jargon-Balladen. Und die Tigergeschichte von Dario Fo ist ein verrücktes Gleichnis über einen Soldaten der chinesischen Revolutionsarmee und einer Tigerin mit ihrem Jungen …

Schließlich warten Achim Amme und Ulrich Kodjo Wendt (Knopfakkordeon) mit einem Ringelnatz-Abend auf; Rainer Strecker liest „Skulduggery Pleasant“ sowie aus der kirgisische Novelle „Dshamilja“ von Tschingis Aitmatow und geht mit Michael Steuer der innigen Beziehung zwischen kreativem Wirken und geistiger Nahrung auf den Grund. Zudem hat sich „Scorbüt“ mit einem Rio-Reiser-Konzert angesagt. Dies ist ein Auszug, das vollständige Programm ist im Internet unter http://altedruckerei.dasweinkontor.com abrufbar.

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erstellt am 30.Mär.2016 | 14:45 Uhr

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