Pfingstwagen : Betrunkene attackieren Rettungswagen

Für den Gegenverkehr wurde es  auf den Föhrer Straßen oft eng.
Foto:
Für den Gegenverkehr wurde es am Sonntag auf den Föhrer Straßen oft eng.

Zwischenfall in Nieblum: Die Ausfahrten verliefen auch in diesem Jahr wieder nicht nur harmonisch.

von
10. Juni 2014, 11:45 Uhr

„Keine Zwischenfälle, keine Straftaten“ so die Bilanz der Föhrer Polizei zum Pfingstwagen-Geschehen am Sonntag. Eine positive Bilanz, von der es allerdings eine Ausnahme gab. In Nieblum haben alkoholisierte Pfingstausflügler den Rettungswagen attackiert, als der einer betrunkenen jungen Frau zur Hilfe geeilt war.

Der Leiter der Wyker Rettungswache, Thomas Strelow, bestätigte auf Anfrage den Vorfall. „Die sind unsere Kollegen massiv angegangen, haben gegen das Auto geschlagen und versucht, die Türen aufzureißen“, berichtet Strelow. Für ihn ist das ganz klar eine Behinderung von Rettungsmitteln, „und damit keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat“. Für Strelow eine ganz schlimme Situation. „Da werden Grenzen überschritten und das kann gefährlich werden“, mag er gar nicht ausdenken, was hätte geschehen können, wenn in dem Wagen nicht ein betrunkenes junges Mädchen sondern beispielsweise ein Schlaganfall-Patient gelegen hätte.

Und auch für die Pfingstwagenpassagiere, die dem Alkohol reichlich zugesprochen hatten, sei die Situation in Nieblum nicht ungefährlich gewesen. Viele hätten im hohen Gras gelegen, auch die junge Frau hätte dort von den Sanitätern erst gesucht werden müssen. „Die Leute lagen da rum und dazwischen fuhren die Traktoren“ , berichtet Strelow. „Wir wundern uns jedes Jahr aufs Neue, dass es keine Toten gab“, schildert er seine Eindrücke vom Pfingstsonntag auf Föhr.

Rund 18 Wagen waren nach Auskunft der Polizei in diesem Jahr unterwegs. Und auch wenn die Ausfahrten weitgehend friedlich verliefen, kam es zuweilen zu kniffligen Situationen. Etwa, wenn ein Pfingstwagen um eine enge Kurve in eine Straße abbiegen wollte und die Autos, die dort unterwegs waren, fast von der Fahrbahn drängte. Brenzlig wurde es teilweise auch, wenn auswärtige Autofahrer, die mit dem Föhrer Pfingstbrauch und dessen Auswüchsen nicht vertraut waren, zum Überholen der durch weit ausladende Dekorationen teilweise überbreiten Gefährte ansetzten.

Die Deko aus grünen Zweigen ist auch Thomas Strelow ein Dorn im Auge. „Die Wagen sind durch den Schmuck so breit, dass wir oft mit dem Rettungswagen nicht mehr vorbeikommen“, klagt er.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen