Föhr : Betroffene im Umgang mit der Krankheit unterstützen

Überreichten einen Scheck an Regina Grünthaler: Thorsten Hille (li.) und Hans-Bernd Orth.
Überreichten einen Scheck an Regina Grünthaler: Thorsten Hille (li.) und Hans-Bernd Orth.

Gemeinsam im Kampf gegen Krebs: Die Wyker Klinik Sonneneck und die Krebsgruppe der Brücke wollen ihre Zusammenarbeit wieder aufleben lassen.

shz.de von
07. Februar 2019, 17:51 Uhr

Der Anlass für ein Treffen in der Wyker Klinik Sonneneck war für Thorsten Hille, Geschäftsführer dieser Einrichtung, und Chefarzt Dr. Hans-Bernd Orth die Übergabe einer Spende an Regina Grünthaler, die Sprecherin der Krebsgruppe in der Föhrer „Brücke“. 1500 Euro waren bei der Feier zum 25-jährigen Bestehen der Klinik im vergangenen Jahr zugunsten dieser Gruppe zusammengekommen.

Der eigentliche Grund für Thorsten Hille, zu diesem Beisammensein einzuladen, war der Wunsch, die gute Zusammenarbeit zwischen der Selbsthilfegruppe und der Klinik wieder aufleben zu lassen. Sowohl bei Regina Grünthaler als auch bei Hans-Bernd Orth rannte er mit seinem Anliegen weit geöffnete Türen ein. Dabei verwies Grünthaler darauf, dass die Krebsgruppe jetzt 30 Jahre bestehe und vor über 20 Jahren die Verbindung zwischen den beiden Organisationen begonnen habe. „Besonders beim jährlich stattfindenden Krebsforum konnten wir uns über die neuesten Möglichkeiten der Krebsbekämpfung informieren“. Mit der inzwischen verstorbenen Chefärztin Dr. Cornelia Kaufmann habe die Krebsgruppe stets engen Kontakt gehabt, so Grünthaler, „und sie hat uns alle Türen geöffnet.“

Dr. Hans-Bernd Orth, seit dem vergangenen Jahr Chefarzt der Klinik Sonneneck, trat als internistischer Onkologe und Hämatologe die Nachfolge von Cornelia Kaufmann an. Der aus Trier stammende Arzt kann auf wichtige Stationen seiner Ausbildung und seines Schaffens verweisen, die ihn für seine Tätigkeit in der Klinik Sonneneck qualifizieren. Nach eigenem Bekunden hat ihn, der unter anderem in Basel, Bad Kissingen uns Dresden tätig gewesen ist, als er die Stellenausschreibung las, die Aussicht gereizt, auf einer Insel in der Nordsee arbeiten und leben zu können.

Orth, der sich für die Anliegen der Krebsgruppe offen zeigte und seine Bereitschaft zur Zusammenarbeit unterstrich, machte im Gespräch deutlich, dass heute Tumorerkrankungen bewältigt werden können, vor denen man vor fünf bis zehn Jahren noch die Waffen gestreckt hätte.

„Krebs ist heute aber so häufig, dass die Frage nicht lautet, ob, sondern wann man daran erkrankt“, so der Arzt, der dabei auch auf das ansteigende Durchschnittsalter der Menschen hinwies. Deshalb ist Prävention nach seiner Überzeugung unerlässlich, und er konnte sich dazu Vortragsveranstaltungen vorstellen, die auch nicht Erkrankte ansprechen. Nicht nur die Prävention, sondern auch die Nachsorge liegt dem Arzt besonders am Herzen. „Gerade bei Brustkrebs ist die regelmäßige Kontrolle, auch durch die Betroffenen selbst, eine Lebensversicherung,.“

Regina Grünthaler informierte Hans-Bernd Orth und Thorsten Hille über die Föhrer Krebsgruppe. Unter dem Motto: „Wir tun uns gut“ kommen zur Zeit neun Frauen und zwei Männer regelmäßig zusammen, wobei das Thema Krebs nicht im Mittelpunkt der Gespräche stehe. Brustkrebs ist zwar die häufigste Erkrankung der Gruppenmitglieder, aber nach Grünthalers Überzeugung bekommt Prostatakrebs immer mehr Bedeutung. Deshalb schwebt ihr die Gründung einer Prostatatgruppe vor, wozu aber ein Mann als Ansprechpartner gewonnen werden müsse. Es sei im Herbst eine Veranstaltung mit Dr. Jörn Harder geplant, die sich gezielt mit Prostatakrebs befasst.

Zur Sprache kamen schließlich auch die Bemühungen der Klinik Sonneneck, wieder eine Ambulanz für an Krebs erkrankte Insulaner aufzubauen. Doch zur Zeit müsse man die Ergebnisse der entsprechenden Verhandlungen mit der Ärztekammer abwarten, so Geschäftsführer Hille am Ende des Gesprächs.

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