Kein Badebetrieb : Betriebspause und Handwerker-Lärm

Haustechniker Harald Lemcke kümmert sich um die Unterwasserbeleuchtung.
Haustechniker Harald Lemcke kümmert sich um die Unterwasserbeleuchtung.

Besucher des „Amrum Badelands“ stehen derzeit vor verschlossenen Türen. Grund für die Auszeit sind die jährlichen Wartungsarbeiten.

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02. Dezember 2014, 09:00 Uhr

In knapp vier Wochen öffnet das „Amrum Badeland“ wieder seine Pforten und Badenixen sowie begeisterte Saunabesucher kommen wieder auf ihre Kosten. Für das Personal ist die gut sechswöchige Betriebspause im November und Dezember jeweils eine umtriebige Zeit, in der alle jährlich anstehenden Wartungs-, Erhaltungs- und Reparaturarbeiten – insbesondere auch jene, die während des laufenden Betriebs unmöglich sind – erledigt werden.

Für die treuen Bade- und Saunagäste bedeutet die jährliche Schließzeit den Verzicht auf liebgewonnene Freizeitgewohnheiten. „Kann denn nicht wenigstens die Sauna schon wieder früher aufmachen“, hinterfragt ein regelmäßiger Saunagast die Umstände. „Das würde vom Ablauf der vielschichtigen Arbeiten nicht funktionieren“, erklärte Frank Timpe von der Amrum-Touristik auf Nachfrage.

Wie wichtig die Betriebspause ist, zeigte sich nun bei einem Besuch im Schwimmbad. Dort wurde nach dem Abbaden Anfang November das Wasser abgelassen und mit dem intensiven Reinigen der umfangreichen Fliesenflächen begonnen. Der Hochdruckreiniger muss dabei harte Dauerarbeit leisten. Harald Lemcke, technischer Leiter des Bades, hat mit seinen Kollegen bereits viele Punkte des Maßnahmenkatalogs über Auffälligkeiten, die im Tagesbetrieb gesammelt wurden, abarbeiten können. Allerdings gibt es bis zur Wiedereröffnung am 27. Dezember noch reichlich zu tun.

„Verschiedene Arbeiten können nur erledigt werden, wenn kein Wasser mehr im Becken ist und Maschinen und Pumpen nicht mehr im Dauerlauf ihren Dienst verrichten müssen“, beschreibt Lemcke die Zusammenhänge. Weitestgehend werden die Maßnahmen, die auch viele kleine Schönheitsreparaturen umfassen, in Eigenleistung erledigt. Die Rostspuren an einigen Fliesen zum Beispiel waren schon seit geraumer Zeit zu sehen und ließen nichts Gutes vermuten. Nun mussten die betroffenen Flächen herausgestemmt werden, um den Schutz der darunter befindlichen Baustähle wieder herzustellen und neue Fliesen einzufügen.

Im Schwimmbecken sind die im vergangenen Jahr montierten Unterwasserscheinwerfer mit LED-Technik schon nach einem Jahr an den Anforderungen der täglichen Einwirkung des salzhaltigen Meereswassers gescheitert. „In einen Scheinwerfer ist sogar Wasser eingedrungen“, zeigt Lemcke das defekte Leuchtmittel. Solch ein Scheinwerfer schlägt immerhin mit über 1000 Euro zu Buche und sollte sich im aggressiven Umfeld schon bewähren. Reklamationen waren die Folge; zudem wird nun ein anderes Fabrikat verbaut. Bei allen anderen Scheinwerfern steht spätestens nach einem Jahr ein turnusmäßiger Austausch der Halogen-Leuchtstäbe an.

„Der neu gestaltete Saunagarten, der einen deutlichen Zugewinn an Frei- und Liegefläche bedeutete, ist bei unseren Gästen sehr gut angekommen und lädt mit seiner großen Liegewiese zum Verweilen zwischen den Saunagängen ein“, berichtet Frank Timpe. Auf der To-do-Liste stehen zudem teure Anschaffungen für die Mess- und Regeltechnik zur Badewasseraufbereitung, die, wie Timpe erklärt, aber von der Schließzeit unabhängig auch während des Betriebs verbaut werden können.

Wenn der Tourismusausschuss heute Abend ab 19 Uhr im „Amrum Badeland“ tagt, werden die Mitglieder auch über eine neue konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung beraten. Bisher bremsten die hohen Betriebskosten des von der Amrum-Touristik Wittdün betriebenen Bades den Wirtschaftsbetrieb der Gemeinde enorm aus und verhinderten in den zurückliegenden Jahren immer wieder Investitionen in die gemeindliche Infrastruktur.

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