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Projekt auf Föhr : Besonderes Erlebnis im Schul-Alltag

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ein Sprachassistent aus Frankreich begleitete acht Monate lang den Französisch-Unterricht an der Eilun-Feer-Skuul. Der 21-jährige Clément Weil aus Paris unterstützte die Lehrer im Unterricht.

Französisch in der Schule lernen mit einem deutschen Lehrer, das ist wie deutsch mit einem fremdsprachigen Lehrer zu lernen. Es ist ein großer Unterschied zwischen deutschen Französischlehrern und Franzosen zu hören, wenn man beide Sprachen miteinander vergleicht. Deshalb ist es für Schüler immer ein besonderes Erlebnis, mit einem gebürtigen Franzosen sprechen zu können. Dieser kann die Sprache und die Kultur unseres Nachbarlandes oft besser vermitteln als der Lehrer. Seit November konnten Schülerinnen und Schüler der Eilun-Feer-Skuul in diesen Genuss kommen. Der 21-jährige Clément Weil aus Paris war als französischer Sprachassistent an der Schule und unterstützte die Lehrer im Unterricht.

„Paris war mir einfach zu groß, ich wollte etwas Kleineres und weniger Stress“, begründet Weil seinen Aufenthalt auf Föhr. Nach dem Schulabschluss und einer Theaterausbildung wollte er unbedingt ein anderes Land besuchen. Und da er durch einen früheren Austausch mit Deutschland bereits mit der Sprache vertraut war, hatte er sich um einen Job als Sprachassistent beworben. So kam er Anfang November für acht Monate nach Föhr. Organisiert wurde sein Aufenthalt von Katrin Wiese, der Leiterin der Fachschaft Französisch an der Eilun-Feer-Skuul.

Die Hauptaufgabe von Clément Weil bestand darin, den Französischunterricht in den Klassen zu unterstützen und die französische Kultur zu vermitteln. In den von ihm organisierten Stunden wurde vor allem geredet, die Grammatik stand im Hintergrund. „Es ist mir wichtig, dass die Schüler reden, sie sollen ein Gefühl für die Sprache entwickeln“, erklärt Weil. „Man darf zwar auch die Grammatik nicht vernachlässigen, sie ist ja die Basis der Sprache. Doch sprechen ist genauso wichtig.“

Neben dem Französischunterricht hat der Gast zudem auch einen „Kommunikationskurs Französisch“ angeboten. Wöchentlich haben er und sieben Schülerinnen und Schüler der Oberstufe einen Abend damit verbracht, ihre Französischkenntnisse zu vertiefen. Es wurden unter anderem Filme geschaut, gekocht oder Spiele gespielt. Auch hier stand die Sprache im Vordergrund.

„Das Alleinsein hat mir wirklich geholfen. Ich habe hier viel gelernt, über die Kultur und das Land. Aber diese wohltuende Einsamkeit hat mich am meisten beeindruckt“, sagt der Großstädter über seinen Aufenthalt auf Föhr. Und auch Katrin Wiese ist mit dem Ergebnis von Weils Arbeit zufrieden: „Es tut den Schülern gut, sich mit einem richtigen Franzosen austauschen zu können.“ Nach seiner Rückkehr nach Frankreich möchte Clément Weil gern ein Studium als Kunsttherapeut mit dem Schwerpunkt Theater beginnen. „Darin hat mich mein Aufenthalt hier wieder bestätigt.“

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