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Drogenproblem : Bekommt Wyk doch wieder einen Streetworker?

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Jugend-, Kultur- und Sozialausschuss diskutiert über den Haschischkonsum junger Insulaner und die Personalsituation am Jugendzentrum. Weitere Stelle soll Thema bei den Haushaltsberatungen werden.

Wenn das Drogenproblem auf Föhr auch nicht auf der offiziellen Tagesordnung bei der konstituierenden Sitzung des Wyker Ausschusses für Jugend, Kultur und Soziales stand, so wurde es doch zu einem der wichtigsten Themen dieser Zusammenkunft. Über den zunehmenden Haschischgenuss besonders bei Mädchen, war in der Einwohnerfragestunde berichtet worden, und nicht nur Elisabeth Schaefer (Kommunale Gemeinschaft) musste feststellen, dass das Problem eigentlich bekannt sei, nur werde dagegen nichts unternommen. Etliche Ausschussmitglieder wussten von ihren Kindern, dass es nicht allzu schwierig sei, sich auf der Insel mit Drogen zu versorgen.

„Das Verdrängen des Themas Drogenkonsum ist auf Föhr das Problem“, betonte Elisabeth Schaefer, die darauf hinwies, dass in früheren Jahren an der Schule regelmäßig Drogenprävention betrieben worden sei. Karin Köhler (Grüne) sah als einen Grund für zunehmenden Drogenmissbrauch die Perspektivlosigkeit vieler Jugendlicher. „Die jungen Leute haben zu viel Geld und zu wenig Eltern“. Deshalb hielt sie den erneuten Einsatz eines Streetworkers für dringend notwendig, auch unter dem Gesichtspunkt, dass nach 22 Uhr zahlreiche betrunkene und bekiffte Jugendliche in der Öffentlichkeit anzutreffen seien.

Die Ausschussmitglieder wollten es nicht bei der Diskussion des Problems belassen, sondern einigten sich auf konkrete Schritte. Dazu gehört, in der Schule die Bereitschaft zu Aufklärungsmaßnahmen zu fordern, den Arbeitskreis Soziales zu mobilisieren und schließlich bei den Verhandlungen des Wyker Haushaltes für das kommende Jahr auf die Bereitstellung von Mitteln für die Prävention zu drängen. Dieses Thema soll nun in den einzelnen Fraktionen diskutiert werden, auch mit dem Ziel, die personelle Situation im Jugendzentrum (JuZ) zu verbessern.

Dass das Wyker Jugendzentrum mit zwei Mitarbeiterinnen rasch an seine Grenzen kommen kann, hatten Petra Christiansen und Mechthild Moll bei ihrem Bericht deutlich gemacht. Christiansen informierte dabei den Ausschuss über die Aktivitäten in dieser Einrichtung, wobei sie auf die verschiedenen Arbeitskreise hinwies. Dabei sei es unter anderem auch um das Cyber-Mobbing gegangen.

Viel Spaß hatten nicht nur die jugendlichen Besucher, sondern auch die Mitarbeiterinnen am Bauen von Seifenkisten mit anschließendem Rennen. Das JuZ sei unter anderem auch am Föhrer Ferienprojekt beteiligt gewesen, wobei man dieses Angebot gerne noch erweitern würde, so Christiansen. Besonders alleinerziehende Mütter wünschten sich eine zeitlich Verlängerung dieser sommerlichen Freizeit für daheim gebliebene Inselkinder. Allerdings stoße man im JuZ dabei rasch an die Grenzen. Petra Christiansen erwähnte weiter die Kooperation mit der Rüm-Hart-Schule, die hervorragend funktioniere, und berichtete außerdem vom täglichen Mittagstisch für zehn Grundschüler im JuZ, wo sie auch anschließend bei den Schulaufgaben betreut werden.

Bei dieser Sitzung des Ausschusses regte seine Vorsitzende, die Grüne Annemarie Lübcke, zwei weitere Themen für die zukünftige Arbeit an. Zunächste nannte sie die Beteiligung des Ausschusses am Wyker Wohnraumkonzept. Das Ziel müsse sein, den sozialen Aspekten Nachdruck zu verleihen. Des weiteren verwies Lübcke auf die Kündigung der Verträge mit der gesamtinsularen Fremdenverkehrsorganisation durch die Stadt Wyk und regte eine Beteiligung des Jugend-, Kultur- und Sozialausschusses bei der weiteren Gestaltung an.


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