In der Amrumer Natur : Beim Wandern ganz viel lernen

Bohlenwege  führen durch die Dünen
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Bohlenwege führen durch die Dünen

Lehrpfade bringen Urlaubern die imposante Dünenlandaschft, den Kniepsand und den Wald näher. Am Wegesrand kann man viele Pflanzen und Tiere beobachten.

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10. Juli 2014, 00:00 Uhr

Die Brandung der offenen See, imposante Dünen, weitläufige Heide- und Waldflächen im Westteil, Wattenmeer und Salzwiesen im Ostteil Amrums – die Insellandschaft bietet einen reizvollen Kontrast, der zu ausgedehnten Radtouren und Spaziergängen einlädt. Dabei können sich die unzähligen Besucher auf den vielen Rad- und Wanderwegen von einem umfassenden Besucherinformationssystem leiten lassen.

Die Vereinten Nationen haben das Wattenmeer vor der niederländischen, deutschen und dänischen Nordseeküste zum Weltnaturerbe der Menschheit erklärt. Diese Anerkennung kann als Ergebnis des schon seit einem Vierteljahrhundert bestehenden hohen Schutzstatus und der damit verbundenen Wertschätzung des einmaligen Lebensraums gewertet werden.

Bereits 1985 wurde die einzigartige Naturlandschaft vor der Nordseeküste Schleswig-Holsteins zum Nationalpark erklärt. Als dritter in Deutschland eingerichteter Nationalpark stellt das Gebiet mit einer Fläche von 4400 Quadratkilometern den größten Nationalpark zwischen dem Nordkap und Sizilien dar. Es ist weitgehend gelungen, in diesem anspruchsvollen Lebensraum, der genauso lieblich wie unbarmherzig sein kann, die Bedürfnisse von Mensch und Natur in Einklang zu bringen.

In einer engen Kooperation haben die auf Amrum tätigen Naturschutzverbände mit den Fachabteilungen des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) Naturlehrpfade, Informationspavillons und Radwegekarten auf Amrum installiert. Der LKN ist für den Schutz des Lebensraumes vor und hinter den Deichen zuständig.

Im Frühjahr 2012 konnten in den Norddorfer und Wittdüner Dünen Dünenlehrpfade sowie eine Weltnaturerbe-Informationssäule am Strandübergang in Norddorf eingeweiht werden. Diese Pfade führen unter anderem über ein weitläufiges Bohlenwegenetz mitten durch die Weiß-, Grau- und Braundünen. An den Wegesrändern befinden sich Informationstafeln mit Erklärungen zu den jeweiligen Pflanzen und Tieren. So werden zum Beispiel Strandhafer, Besenheide, Krähenbeere, Kriechweide, Silbergras und Sandsegge vorgestellt und das Wattenmeer und die Salzwiesen-Vegetation veranschaulicht. Die Entstehung der Amrumer Dünenlandschaft und deren Zonierung werden ebenfalls thematisiert.

Außerdem werden die Besucher darüber aufgeklärt, dass Trampelpfade neben den Bohlenwegen nicht nur aus Natur-, sondern auch aus Küstenschutzgründen problematisch sind. Und sie erfahren, wie sie sich richtig gegenüber den Brutvögeln verhalten.
Ganze Familien von Graugänsen und Eiderenten führen ihre Jungen von den Dünen aus zum Watt auf der Ostseite Amrums und können beobachtet werden.

Zusätzlich zu den Lehrpfaden gibt es noch zwei Info-Pavillons des Nationalparkamtes. Sie stehen in Norddorf am Ende des Teerdeiches am Übergang zur Odde und in Wittdün am Seezeichenhafen. Dort werden dem Betrachter jeweils auf neun Tafeln in vier Sprachen eine Fülle an Informationen über die Natur und Kultur der Insel Amrum dargeboten. Der Pavillon am Seezeichenhafen stellt zudem die Arbeit des dort stationierten Außenbezirks des Wasser- und Schifffahrtsamtes vor.

Die Philosophie des Leiters der Nationalparkverwaltung, Dr. Detlef Hansen, ist, durch sogenannte Besucherinformationssysteme (BIS) im Nationalpark den Gästen entlang der Küste Lust auf mehr Naturerlebnis zu machen. „Schon lange ist klar, dass man einen größeren Naturschutz erreicht, wenn man anstatt der Verhängung von Verboten lieber Angebote präsentiert“, so Hansen. So könnten die interessierten Urlauber naturverträglich die einmalige Vielfalt des Lebensraums Nordfriesisches Wattenmeer erleben, ohne die sensiblen Tiere und Pflanzen zu stören, ist Hansen überzeugt.

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