Im Wyker Kino : Bei Nüssen hört der Spaß auf

Der große Saal war fast bis auf den letzten Platz besetzt.

Der große Saal war fast bis auf den letzten Platz besetzt.

175 Besucher kamen zur Green-Screen-Naturfilm-Matinee. Sie konnten ihre Stimme für den sh:z-Publikumspreis abgeben.

Avatar_shz von
07. August 2019, 17:33 Uhr

Am Kinoausgang blickt man praktisch nur in zufriedene Gesichter. Gerade sind über drei Stunden Film-Matinee zu Ende gegangen. Eine Menge Zeit, doch diese investiert zu haben, werden wohl die wenigsten Besucher als Verschwendung ansehen. Zu faszinierend waren die Aufnahmen in den drei Tierdokumentationen, die dem Publikum am Mittwochvormittag im Kino am Sandwall präsentiert wurden. Und zu drollig. Oder mal zu traurig. Bisweilen zu erstaunlich, häufig zu spektakulär. Und auf jeden Fall immer zu schön, um das nicht als gelungenen Kinomorgen in Erinnerung zu behalten.

175 Filmfreunde aller Altersgruppen – na gut, von den Säuglingen einmal abgesehen – haben auf Einladung des Insel-Boten den Weg zur Tour des Naturfilm-Festivals Green Screen gefunden – darunter dieses Mal sogar eine Klasse der Eilun-Feer-Skuul. Sie konnten sich  an den Filmen erfreuen, während  alle anderen Pennäler schon wieder die Schulbank drücken mussten.   Dies bedauerte eine Föhrerin:  „Bisher habe ich immer zusammen mit meinen   Enkeln die Matinee besuchen können. Nun hat für sie die Schule schon wieder begonnen“.

Wyker Publikum stimmt mit ab

Die Green-Screen-Tournee findet  immer  im Vorfeld des eigentlichen Festivals statt, das vom 11. bis 15. September in Eckernförde über die Bühne geht. Die Tour macht in allen sh:z-Standorten Halt. Nicht ohne Grund: Die Kinobesucher können dem Film, der ihnen am besten gefallen hat, ihre Stimme für den mit 2500 Euro dotierten  sh:z-Publikumspreis geben.

Welcher Film in Wyk die Nase vorn hatte, können wir leider noch nicht verraten. Um das Ergebnis nicht zu beeinflussen. Die Insel Föhr  war nämlich erst die  vierte Station der Green-Screen-Tour,  weitere folgen bis Ende des Monats.

 Zum neunten Mal hatte  Thomas Dethlefsen kostenlos sein Kino am Sandwall  für diese ganz besondere Veranstaltung geöffnet. Zum neunten Mal dankte ihm Petra Kölschbach, Redakteurin des Insel-Boten, für  seine Gastfreundschaft, und zum neunten Mal war Michael van Bürk, Green-Screen-Pressesprecher und  Vorstandsmitglied  des Festival-Fördervereins, nach Föhr gekommen, um die drei Anwärter auf den Publikumspreis vorzustellen, die zuvor von einer Jury ausgewählt worden waren.

 Am Ende werden  über 3000   Zuschauer ihre Stimme für ihren Favoriten abgegeben haben – und  man kann  sagen: Jeder der drei Tierfilme lieferte gute Gründe, ihm sein Votum zu geben.

Bei den Hörnchen etwa war es die Erkenntnis, wie verbreitet die Art auf dieser Welt ist. Die putzigen Eichhörnchen hierzulande, die Präriehunde in Nordamerika, das indische Riesenhörnchen oder aber die Ziesel in Europa und Asien – sie alle gehören zur gleichen Familie. So putzig die Tierchen sein mögen, der Film „Die verrückte Welt der Hörnchen“ macht deutlich: Bei Nüssen hört der Spaß auf.

Erstaunliche Fähigkeit

Im Film „Elefanten hautnah – Giganten mit Gefühl“ wurde nicht nur anschaulich gezeigt, wie sensibel die Dickhäuter sind. Viel erstaunlicher ist ihre Fähigkeit zur Kommunikation via Schallwellen in der Erde  – diese erzeugen sie, in dem sie auf den Boden stampfen. Und bei den Drills, einer seltenen Affenart auf der Insel Bioko vor der Küste Westafrikas, ist es die Einzigartigkeit der Bilder: „Herrscher einer vergessenen Welt – Biokos Drills“ ist nämlich weltweit der erste Film über diese Tiere.

Die Qual der Wahl

Die Kinobesucher hatten also die Qual der Wahl, was sie auch deutlich zum Ausdruck brachten.   „Die Entscheidung wird immer schwerer“, seufzte nach der Vorstellung eine Wiederholungs-Besucherin. „Man merkt, dass die Filmtechnik zum Beispiel durch den  Einsatz von Drohnen vorangeschritten ist, wenn man die Tierfilme von heute mit denen von Bernhard Grizmek vergleicht“, merkte ein  sachkundiger Filmfreund an. Dass die Natur nicht nur schön, sondern auch grausam sein kann, war das Fazit  einer anderer Besucherin: „Ich fand die Geschichte vom kleinen Elefanten, der gestorben ist, so traurig, aber das gehört auch zum Leben“.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen