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Insel-Bote

14. Dezember 2017 | 20:30 Uhr

Wyker friesenmuseum : Begehrte Auszeichnung

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Einrichtung am Rebbelstieg stellte sich den Anforderungen der Qualitätsentwicklung und wurde nun mit einem Zertifikat belohnt.

shz.de von
erstellt am 17.Nov.2014 | 20:00 Uhr

Das Wyker Friesenmuseum gehört zu den ersten sechs Museen des Landes Schleswig-Holstein, die mit einem Zertifikat belegen können, dass sie sich den Anforderungen der Qualitätsentwicklung und Professionalisierung gestellt haben. Den Beweis, dass sich die Einrichtung um die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit bemüht hat, konnte nun die Leiterin, Jutta Kollbaum-Weber, bei einer Feierstunde im Kieler Schifffahrtsmuseum entgegennehmen. Der Erwerb der Auszeichnung „Zertifiziertes Museum“ basiert auf einem gemeinsamen Projekt der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash) sowie dem Museumsverband Schleswig-Holstein und Hamburg. Gekostet hat es 270 000 Euro, bereitgestellt aus dem EU-Projekt Zukunftsprogramm Wirtschaft vom Kultusministerium des Landes sowie der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein.

Als das Projekt im Jahr 2013 aus der Taufe gehoben wurde, meldete Jutta Kollbaum-Weber sofort das Friesenmuseum für die erste Runde der Zertifizierung an. Dabei musste sich das Museum der Kontrolle stellen, und auch seine Leiterin hatte eine ganze Menge an Hausaufgaben zu erledigen. Neben einer Selbstevaluation stand auch eine Besichtigung und Beratung durch Fachleute auf dem Programm. Diese befassten sich unter anderem mit der Präsentation der Ausstellung und informierten sich über die Depotsituation. Zum Pflichtprogramm des Verfahrens gehörte darüber hinaus die Teilnahme an mehreren Seminaren, bei denen es unter anderem um das Management und die Vermarktung von Museumseinrichtungen ging.

„Für mich waren diese Seminare sehr aufschlussreich, kam ich doch dabei auch mit anderen Museumsleuten in Kontakt“, erinnert sich Kollbaum-Weber. „Das Verfahren ermöglichte auch einen Blick über den Tellerrand und rückte Dinge in den Mittelpunkt, die eigentlich auch bekannt waren.“ Dazu gehörte die veraltete Beschriftung der Exponate im Museum. Da es galt, Leittexte für jeden Raum zu erstellen, die in deutscher und englischer Sprache die Schwerpunkte skizzieren, erfolgte die Umstellung der Beschriftung in einem Aufwasch. Dazu waren Probetexte zu einer Besucherbefragung vorgestellt worden, wobei deutlich wurde, dass Englisch als zweite Sprache der Beschriftungen gewünscht wird.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Zertifizierung war die Entwicklung eines Leitbildes und die Bestimmung des Sammlungskonzeptes. „Da wir nicht alles sammeln können, haben wir als Schwerpunkte den Walfang und die Seefahrerzeit, das Brauchtum, die lokale Seebadgeschichte, den Tourismus sowie die Auswanderung der Insulaner festgelegt“, informierte die Museumsleiterin. Dies hat dann auch die Konsequenz, dass nicht alles Angebotene in den Fundus des Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseums aufgenommen wird. Mit anderen Worten: Man muss auch einmal Nein sagen, wenn etwas nicht in das Konzept passt.

„Insgesamt war das Zertifizierungsverfahren sehr hilfreich für uns. Wir haben von Fachleuten ein Feedback bekommen und erfahren, wo wir stehen“, so das Resümee von Jutta Kollbaum-Weber. Klar ist ihr auch, dass angesichts der Personalsituation größere Aktionen nicht möglich sind. Doch sie hat mit Saskia Lorenzen eine Helferin bekommen, die die Vorarbeiten für die weitere Beschilderung erledigt. Saskia Lorenzen absolviert zur Zeit ein freiwilliges soziales Jahr und ist dabei nicht nur im Museum, sondern auch beim Friisk-Funk in Alkersum aktiv.

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