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Insel-Bote

24. Oktober 2017 | 06:43 Uhr

Friesendom : Beeindruckendes Hörerlebnis

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Orgel, Saxophon und Schlagwerk: Jazz-Konzert in der St. Johannis-Kirche begeisterte das Publikum.

„Was wir spielen werden, wissen wir nicht“, sagte der Jazz-Saxophonist Gabriel Coburger noch kurz vor Beginn des Konzertes in Nieblum mit dem Titel „Illumination“. Einmal mehr war es der Leiterin der Sommerkonzertreihe in der St. Johannis-Kirche, Birgit Wildeman, gelungen, ein außergewöhnliches Ensemble nach Föhr zu holen. Drei arrivierte Musiker in der Besetzung Orgel, Saxophon und Schlagwerk versprachen ein außergewöhnliches Hörerlebnis. Der Percussionsolist Stephan Krause am Schlagwerk war dem Publikum von seinen Auftritten mit der legendären Elbtonal-Percussion schon gut bekannt.

Zum ersten Mal auf der Insel zu Gast waren dagegen Gabriel Coburger und der Organist Claus Bantzer. Bantzer, der neben seiner Tätigkeit als Chorleiter und Organist auch Pianist und Dirigent ist, wurde vor allem durch die Komposition von Filmmusik für Produktionen unter anderem von Doris Dörrie und Peter Lilienthal bekannt. Gabriel Coburger, der schon mit Jazzlegenden wie Herbie Hancock und Lou Donaldson aufgetreten ist, hatte schon vor mehr als zehn Jahren begonnen mit Claus Bantzer und Stephan Krause sowohl im Duo als auch im Trio zu spielen. „Nur wenn man sich sehr gut kennt, wie in unserem Fall, kann man ohne Absprache auf hohem Niveau improvisieren“, erklärte Claus Bantzer.

Beeindruckend war dann der Beginn des Abends, als Gabriel Coburger mit seinem Tenor-Saxophon im Altarraum eine leise Melodie intonierte, die immer eindringlicher wurde. Dann begann Stephan Krause mit dem Schlagwerk, das auf der Empore direkt neben der Orgel aufgebaut war, zu spielen. Schließlich setzte die Orgel ein, und das Klanggemälde der drei Instrumente erfüllte den Friesendom.

Wie bei Jazzensembles üblich, übernahm einmal das eine, einmal das andere Instrument die Führung. Virtuose Soloimprovisationen wechselten ab mit beeindruckenden mehrstimmigen Abschnitten. Leises, melodiöses Spiel wurde in den Gegensatz zu expressionistischen Stücken gesetzt. Dem Publikum wurde so ein Hörerlebnis mit beeindruckender Bandbreite geboten. Die großartige Akustik des Friesendoms tat ein übriges, das Publikum war begeistert.

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